MLUL: Arbeitsprogramm 2016 zum „Strategiepapier zur Beherrschung bergbaubedingter Stoffbelastungen in den Fließgewässern Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße“

MLUL: Maßnahmen zur gezielten Beeinflussung bergbaubedingter Stofffrachten

Administrative Maßnahmen

  • Die Behörden tragen mit ihren Entscheidungen dafür Sorge, dass die bergbaubedingten Stoffeinträge in die Fließgewässer Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße durch effiziente technische / technologische / wasserwirtschaftliche Maßnahmen derart gesteuert werden können, dass die Nutzungen stromabwärts des Lausitzer Bergbaureviers ohne oder mit tolerierbaren Einschränkungen langfristig fortgeführt werden können.
  • Die Bewältigung der bergbaubedingten Stoffeinträge wird im Rahmen der länderübergreifenden Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree – Schwarze Elster weiterhin kontinuierlich voran getrieben. In der Arbeitsgruppe abgestimmte Ergebnisse sind als fachliche Grundlagen im Vollzug zu berücksichtigen.
  • Die bergbaubedingten Stoffeinträge in die Lausitzer Hauptfließgewässer sind über spezielle und länderübergreifende Monitoring-Systeme unter Einbeziehung der relevanten Gewässernutzer zu erfassen und zu bewerten. Die Monitoring-Systeme sind problemorientiert weiter zu qualifizieren.
  • Das seit Jahren gemeinsam durchgeführte Sulfatmonitoring im AK Sulfatmonitoring wird 2016 weitergeführt. Das 2013 erstmals ausgewertete Eisenmonitoring wird 2016 weitergeführt und federführend vom LfU begleitet. Die Ergebnisse beider Monitorings werden 2016 im Internet veröffentlicht.
  • Das LBGR und das LfU werden auch 2016 auf den Internetseiten der jeweiligen Behörden die Analysendaten ausgewählter bergbaubeeinträchtigter Fließgewässermessstellen darstellen.
  • Zur aktuelleren Überwachung der Sulfatentwicklung in der Spree hat das LfU an den Pegeln Spree Leibsch und Spree Beeskow jeweils eine Online – Messstelle zur Messung der Leitfähigkeit errichtet. Die aus der Korrelation errechneten Sulfatkonzentrationen werden ab Januar 2016 im Internet veröffentlicht.
  • Zur Sicherung der Nutzungsmöglichkeiten der Gewässer haben sich die Länder in „Bewirtschaftungsgrundsätzen“ auf mit den aktuell zur Verfügung stehenden Bewirtschaftungsoptionen erreichbare Immissionsziele für ausgewählte Messstellen verständigt.
  • Die aktuellen länderübergreifenden Bewirtschaftungsgrundsätze für die Flussgebiete Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße enthalten die abgestimmten Immissionsziele.
  • Im unteren Spreegebiet ist eine qualitätsgerechte Trinkwassergewinnung durch geeignete Maßnahmen in Abstimmung mit den Trinkwasserversorgungsunternehmen und Bergbauunternehmen sicher zu stellen.
  • Die Behörden begleiten die weitere Qualifizierung der Flutungs- und Wasserbehandlungsstrategien.
  •  Die Behörden wirken darauf hin, dass in exponierten Bereichen der
  • Braunkohlegewinnung: Welzow-Süd, Jänschwalde und Cottbus-Nord sowie Lohsa, Burghammer, Scheibe, Spreetal und Heide/Laubusch.
  • sowie des Grundwasserwiederanstiegs: Plessa – Lauchhammer – Schwarzheide - Senftenberg, Schlabendorf–Seese, Greifenhain – Gräbendorf und Jänschwalde (Klinge)sowie Nochten und Reichwalde geeignete Abwehr- sowie Wasserbehandlungsmaßnahmen bezüglich Eisen und Säure vorgesehen werden. Neuanlagen sind mit der best verfügbaren Technik unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Kriterien zu errichten.
  • Umsetzung des Landtagsbeschlusses 6/3203-B „Strategischer Gesamtplan zur Senkung der bergbaubedingten Stoffeinträge in die Spree und deren Zuflüsse in der Lausitz“

Weitere Maßnahmen

  • Das seitens der LMBV in Auftrag gegebene Gütesteuermodell ist schrittweise auf die Spreebereiche unterhalb der Talsperre Spremberg zu erweitern.
  • Die Einfahrphase für das Speichersystem Lohsa II und das Speicherbecken (SB) Bärwalde, beginnend mit dem SB Bärwalde, ist länderübergreifend nutzungsverträglich zu realisieren (Zusammenarbeit mit der sächsischen Genehmigungsbehörde).
  • Die Behörden werden, entsprechend ihrer Informationspflicht, alle Eigentümer wasserbaulicher Anlagen über die mineralische Zusammensetzung der Grund- und Oberflächenwässer umfassend informieren, sofern dazu ein Bedürfnis oder eine Notwendigkeit vorliegt.
  • Das LBGR wird unter Berücksichtigung der vorliegenden Studien zur Sulfatproblematik Spree und in Abstimmung mit dem AK Wasserbeschaffenheit die Fortschreibung und Verbesserung des Sulfatprognosemodells beauftragen. Über den Arbeitsstand wird in den AK-Sitzungen berichtet werden. Das Land Berlin hat ein Forschungsprojekt zur Identifizierung der relevanten Sulfatquellen und Sulfatsenken im Berliner Grundwasser beauftragt. Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung aller Sulfatquellen und ihre regionale Bedeutung für das Berliner Einzugsgebiet sowie die Bestimmung der Mobilisierungs- und Verlagerungsmechanismen von Sulfat in der Bodenzone, im Sicker- und Grundwasser. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Bewirtschaftungs- und Sanierungsziele abgeleitet werden.
  • Resultierend aus dem Grundwasserwiederanstieg und den dadurch bedingten zunehmenden Eisenbelastungen in der Spree von der Landesgrenze bis zur Talsperre Spremberg sind auf der Basis der Untersuchungsergebnisse der Studie „Weiterführende Untersuchungen zu den hydrochemischen und ökologischen Auswirkungen der Exfiltration von eisenhaltigem, saurem Grundwasser in die Kleine Spree und in die Spree“, (Teil 1 und 2, IWB Dr. Uhlmann, September 2012) gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und den Bergbauunternehmen nachhaltige Lösungen zu entwickeln (Maßnahmen s. Abschnitt LMBV) und die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen.
  • Die aus den Ergebnissen der Studie „Fortführung der Untersuchungen zum Eisenrückhalt der TS Spremberg“ (IWB Dr. Uhlmann, Dezember 2013) umgesetzten Maßnahmen, pH- Wertanhebung in der Spree Wilhelmthal durch das Einbringen von Kalkprodukten und die Erhöhung des Eisenrückhaltes durch Zugabe von Flockungshilfsmitteln in der Vorsperre der TS Spremberg, werden 2016 weitergeführt.
  • Zur Anpassung der bestehenden Räumungstechnologien und zur Zwischenablagerung der Vorsperrensedimente wurde im Jahr 2015 durch das LfU ein Gutachten beauftragt. Titel des Gutachtens: "Grundlagenermittlung und Vorplanung für die Entnahme, Behandlung/Lagerung und Entsorgung von Eisenhydroxidschlamm aus der Vorsperre Bühlow".

Auszug aus der Aufgabenstellung: Für die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Vorsperre Bühlow hinsichtlich der normalen Sedimentablagerung und auch des Rückhaltevermögens des Eisenhydroxidschlammes wird nach Möglichkeiten gesucht, den Eisenhydroxidschlamm unabhängig vom auf der Gewässersohle liegenden Sediment regelmäßig 1 bis 2 mal im Jahr aus der Vorsperre zu entnehmen. Der Schlamm soll so behandelt und/oder gelagert werden, dass er gut transportfähig einer endgültigen Ablagerung zugeführt werden kann. Die Ergebnisse werden 2016 vorliegen.

  • Ebenfalls resultieren aus dem Grundwasserwiederanstieg in den Bergbaugebieten Spree- Nordraum sowie Lauchhammer/Senftenberg zunehmende Eisen- und Sulfatbelastungen in den Zuflüssen zum Oberspreewald sowie zur Schwarzen Elster. Die 2013 durchgeführten Untersuchungen der LMBV zum Eisen im Schwarze Elster Gebiet wurden ähnlich der Untersuchungen zur Spree/Kleinen Spree in einer Folgestudie 2014/2015 fortgesetzt. Hier sind durch den Sanierungsbergbau die Umweltauswirkungen zu prognostizieren und danach gemeinsam mit den Behörden nach wirtschaftlich vertretbaren und nachhaltigen Lösungen zu suchen...

Quelle: MLUL ; Stand Februar 2016; http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.279082.de/bbo_downloads

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