LMBV hat Tagebausee Gräbendorf an Kommunen übertragen

Interesse der Anrainer an Lausitzer Bergbaufolgeseen ist weiter groß

Berlin/Brieske. Drei Lausitzer Anrainerkommunen am ehemaligen Tagebau Gräbendorf haben von der LMBV den neu entstandenen Gräbendorfer See jetzt erworben. Dabei handelt es sich um die Gemeinde Altdöbern (mit einem Anteil von ca. 66 ha Wasser- und Uferrandfläche) die Stadt Drebkau (ca. 57 ha Wasser- und Uferrandfläche) und die Gemeinde Laasow - jetzt der Stadt Vetschau/Spreewald zugehörig (mit ca. 252 ha Wasser- und Uferrandfläche).

Die notarielle Beurkundung des Vertrages fand am 20. Oktober 2003 statt. Neben der bereits früher übereigneten Naturschutzfläche „Insel und Ostufer“ (ca. 157 ha), die durch Vermögenszuordnung mit Wertausgleich am 07.07.2003 an den NaturSchutzFonds Brandenburg übertragen wurde, sollen die erworbenen Flächen des Gräbendorfer Sees zu einer touristisch interessanten Bergbaufolgelandschaft entwickelt werden. Dabei wird von den Kommunen vor allem an Baden, Radwandern und Reiten gedacht. Vorgesehen ist das Anlegen von Badestränden einschließlich der dafür notwendigen technischen Infrastruktur, das Errichten eines Zeltplatzes/Campingplatzes und das Zuwasserlassen von schwimmenden Häusern. Der Radrundweg um den Gräbendorfer See ist bereits fertiggestellt.

Hilfreich für die Kaufentscheidung der Kommunen war, dass die LMBV auch die bergrechtliche Verpflichtungen hinsichtlich der Gewässernachsorge übernimmt. So bleibt das Unternehmen weiterhin Partner der Kommunen. „Gemeinsam mit dem Flurneuordnungsamt und der bundeseigenen LMBV konnte so der Weg für den Seeerwerb durch die Kommunen geebnet werden“, unterstreicht LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber.

Der Gräbendorfer See ist mit 425 Hektar ein mittelgroßer Bergbaufolgesee und wird bei Abschluss der Flutung ein Wasservolumen von 93 Mio. Kubikmeter haben. Die Flutung hatte am 15. März 1996 begonnen. Im Tagebau Gräbendorf wurden von 1981 bis 1992 Braunkohle gefördert. Insgesamt wurden dafür rund 835 Hektar einschließlich der Außenkippe (ca. 360 Hektar) in Anspruch genommen. Es wurden in diesem Zeitraum von elf Jahren 127 Mio. Kubikmeter Abraum bewegt, um 36 Mio. Tonnen Kohle zu fördern. Die Braunkohle versorgte die Kraftwerke in Lübbenau und Vetschau, mehrere Brikettfabriken in der Lausitz sowie das Gaskombinat Schwarze Pumpe.

1992 hatte der Verein Baumpaten und der Künstler Ben Wargin in Berlin die Ausstellung „Die Wüste ist in uns“ am Beispiel des Tagebaues Gräbendorf inszeniert. 1993 wurden Ideenkonzepte für die Nachnutzung präsentiert und ein Baum-Schiff angelandet. „2003 schließt sich der Kreis - die Anrainer haben den See übernommen, um die Flächen für die weitere Nutzung aufzubereiten und die LMBV hat ihren Sanierungsauftrag weitestgehend erfüllt“, betont LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber.

Zurück