Sanierungstagbau Espenhain: Flutung des Störmthaler Sees beginnt – im Südraum von Leipzig entsteht zweitgrößter See

Espenhain. Am 13. September 2003, 15.00 Uhr, beginnt am Rande der künftigen Regattastrecke die Flutung des Störmthaler Sees mit Sümpfungswasser aus den MIBRAG-Tagebauen Profen und Schleenhain.

Gemeinsam werden Dr. Martin Gillo – Wirtschaftsminister des Freistaates Sachsen, Dr. Mahmut Kuyumcu – Geschäftsführer der LMBV, Heiner Krieg – Geschäftsführer der MIBRAG sowie 4 Sportler des Sächsischen Kanuverbandes, unter ihnen der frisch gebackene Deutsche Meister im C1 und amtierende Weltmeister im C2, Christian Gille sowie der Goldmedaillengewinner im C2 über 1000 Meter bei den Juniorenweltmeister-schaften am 31. August in Japan, Andre Kowalschek, das Kommando „Wasser marsch!" erteilen. Umrahmt wird die Flutungsveranstaltung durch das alljährlich stattfindende Tagebau-Flut-Licht. So findet ab 13.00 Uhr das 2. Espenhainer Ehemaligentreffen statt und um 14.30 Uhr ist Start zum 4. Südraum-Marathon.

Schon zum sechsten Mal heißt es nun im Südraum Leipzig „Wasser marsch!". 1998 begannen die „schnellen" Flutungen in den Tagebaurestlöchern Cospuden, Werben, Haselbach, Markkleeberg und Witznitz. Das Wasser dazu kommt, wie auch in Störmthal, über einen rund 70 Kilometer langen Rohrleitungsverbund. Grundlage dafür bildet der 1997 abgeschlossene Wasserlieferungsvertrag zwischen LMBV und MIBRAG. So können in Störmthal zwischen 30 und 40 Kubikmeter Sümpfungswasser pro Minute eingeleitet werden. Voraussichtlich 2010 wird der dann 750 Hektar große See seinen Endwasserstand von + 117 mNN erreicht haben.Damit sind wichtige Voraussetzungen für die Entstehung einer ausgedehnten Seenlandschaft im Südraum Leipzig, die einmal rund 55 Quadratkilometer Wasserfläche umfassen wird, gegeben.

Der Tagebau Espenhain wurde seit seiner Stilllegung im Jahr 1994 mehr und mehr zur Großbaustelle: die nicht mehr benötigte Tagebauinfrastruktur wurde komplett zurückgebaut; rund 54 Millionen Kubikmeter Sanierungsabraum wurden mit Tagebaugroßgeräten gewonnen, gefördert und verkippt – mehr als 30 Kilometer lange Böschungssysteme sind damit flutungs- und dauerstandsicher gestaltet worden.

Auch der Riegeldamm, der die beiden entstehenden Seen Markkleeberg und Störmthal trennt und die in Bau befindliche BAB 38 aufnehmen wird, ist durch den Großgeräteeinsatz entstanden. Gegenwärtig erfolgt mit mobiler Erdbautechnik die Sicherung der Steil-böschungen unterhalb der Ortslagen Störmthal und Güldengossa. Der 800 Meter lange,160 Meter breite und bis 20 Meter tiefe Einschnitt der künftigen Gewässerverbindung zwischen beiden Seen mit einer verfügbaren Wassertiefe von mindestens 2 Metern wird gegenwärtig gebaut. Auf der Kippe des Tagebaus entsteht der Damm für das Autobahn-kreuz Gaschwitz (A38). Dafür stellt die LMBV rund 1,2 Millionen Kubikmeter Massen bereit.

Zeittafel Tagebau Espenhain

Zeittafel Tagebau Espenhain

1937 - Aufschluss des Tagebaus
1940 - Beginn der Rohkohleförderung
1944 - Inbetriebnahme der 590 Meter langen und 14.000 Tonnen schweren
Abraumförderbrücke
12/1993 - Stilllegung Bandanlage
01/1994 - Sanierungsbeginn, 1994 bis 2001 Sanierung mit Tagebaugroßgeräten,
zwei davon stehen heute im Bergbau-Technik-Park an der künftigen A 38
04/1994 - Stopp Abraumförderbrücke
06/1994 - Einstellung Abraumbewegung
06/1996 - Letzter Kohlezug aus dem Tageba
05/1997 - Sprengung der Abraumförderbrücke
07/1999 - Flutungsbeginn für den Markkleeberger See
09/2003 - Flutungsbeginn Störmthaler See

Gesamtleistungen:
Abraum 1,7 Milliarden Kubikmeter
Kohle 565 Millionen Tonnen

Zum Flutungsbeginn am 13.9.03 sowie zu den Veranstaltungen Tagebau-Flut-Licht sind alle interessierten Bürger, Gäste und Medien herzlich willkommen. Die Veranstaltungen finden in den ehemaligen Tagesanlagen von Espenhain statt.

MIBRAG-Info

Start am Störmthaler See:
MIBRAG füllt See im Leipziger Südraum mit Wasser aus ihren Tagebauen

Theißen. Die MIBRAG Mitteldeutsche Braunkohlen-gesellschaft mbH (Theißen) beginnt mit der Einleitung von Wasser aus ihren Tagebauen in den Störmthaler See. Das 733 Hektar große Tagebaurestloch im Leipziger Südraum wird ab 13. September 2003 geflutet und schon im Jahr 2011 gefüllt sein. Der künftige Badesee kann durch die schnelle Flutung mehrere Jahrzehnte früher genutzt werden. Pflanzen und Tiere können sich im Gebiet des Störmthaler Sees unter idealen Bedingungen entwickeln: Grund dafür ist die Qualität des MIBRAG-Wassers. „Es ist so rein, dass es kaum gereinigt werden muss", sagt der Leiter Hydrologie und Geologie der MIBRAG, Dr. Peter Jolas, „das bestätigen Gutachten immer wieder."

Ein weiterer Vorteil des Wassers der MIBRAG: Das neutrale Grubenwasser aus den MIBRAG-Tagebauen ist ideal geeignet für die Tagebaurestlöcher. „Im Störmthaler See steigt auch saures Grundwasser auf, in dem Pflanzen und Tiere kaum überleben könnten", erläutert Jolas. „Das zusätzliche Wasser aus unseren Tagebauen neutralisiert diese niedrigen ph-Werte wieder." Damit wird verhindert, dass ein saurer See entsteht, der biologisch lebensfeindlich und zum Baden nicht geeignet wäre. Weil der Wasserspiegel des Störmthaler Sees mit der Flutung entscheidend schneller steigt, wurden außerdem die Böschungen des Restlochs unterhalb des künftigen Endwasserspiegels bedeutend steiler angelegt. Damit konnten Eingriffe in das Siedlungshinterland verhindert werden, die bei flacheren Böschungen notwendig gewesen wären. „Bei der Sanierung der ehemaligen Tagebaue wurde dadurch viel Geld gespart", sagt Jolas.

Bis 2011 werden neun weitere Landschaftsseen im Leipziger Südraum entstehen und mit MIBRAG-Wasser geflutet. Der Cospudener See in Markkleeberg war schon 2000 als Projekt der Weltausstellung EXPO 2000 für Erholungssuchende eröffnet worden, hier garantierte die schnelle Flutung den pünktlichen Beginn. Der Markkleeberger See, der Bockwitzer See und der Haselbacher See sind inzwischen schon fast vollständig gefüllt. Bis 2006 werden die Seen Haubitz, Kahnsdorf und Hain voll gelaufen sein. Beim Zwenkauer See wird nach elf Jahren Flutung 2016 die zusätzliche Wasserzufuhr beendet. Der Werbener See kann in naher Zukunft ebenfalls schon für Erholungswecke genutzt werden.Für die Flutung der Seen im Südraum von Leipzig wurde ein mehr als 73 Kilometer langes Ringleitungssystem verlegt. Zwei von der MIBRAG errichtete Pumpstationen pumpen pro Minute bis zu 75 Kubikmeter Wasser durch die Rohre. In den beiden MIBRAG-Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain wird rund um die Uhr Grund- und Oberflächenwasser abgepumpt, damit die Braunkohle gefördert werden kann. Bevor dieses Sümpfungswasser in die Seen des Südraums strömt, wird es mechanisch gereinigt. „In den Störmthaler See kann Wasser aus beiden Tagebauen fließen", erklärt Jolas. Rund 55 Prozent des Grubenwassers wird in die Tagebaurestlöcher geleitet, etwa 20 Prozent fließen in Flüsse wie die Weiße Elster. Das restliche Viertel ist für den Eigenbedarf, etwa für Ausgleichsmaßnahmen in den Folgelandschaften gedacht.

Theißen, 13. September 2003

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