Statement von Dr. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV, anlässlich des Besuches von Bundesumweltminister Trittin zum Naturschutzgroßprojekt „Lausitzer Seenland“ am 8. August 2003

Es gilt das gesprochene Wort!

Auch für die LMBV als Noch-Flächeneigentümer ist heute ein erfolgreicher Tag. Nimmt doch mit diesem Vorhaben eine der vier Säulen unserer Bergbaufolgelandschaften in den ehemaligen Braunkohleregionen konkret Gestalt an.

Im Zuge der Braunkohlesanierung, dieses Gemeinschaftswerkes des Bundes und der Braunkohleländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg sowie Thüringen wurde bereits ein Großteil der rund 100.000 ha bergbaulich beanspruchten Flächen gesichert, von Altlasten befreit und landschaftlich neu gestaltet. Dabei steht die Schaffung einer nachhaltigen Landschaft entsprechend der Raumordnungspläne der Länder sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Sicht besonders bei uns im Mittelpunkt.

Das war und ist kein „Darauf los sanieren“! Nur wer noch keine Rutschung erlebt hat, kann vom „Sanierungswahn“ sprechen, wenn ich die Hamburger „Zeit“ von gestern (Ausgabe Nr. 33 vom 07.08.2003) zitiere.
Die „ehemaligen trostlosen Mondlandschaften“ verwandeln sich LMBV-weit zur Hälfte in land- und forstwirtschaftliche Flächen, zu 27 % in Wasserflächen, zu einem beachtlichen Anteil von 18 % in Naturschutzflächen sowie zu 3 % in Gewerbe- und Industrieflächen. Sie sind die vier tragenden Säulen der neuen Landschaft.

Dieser Verwandlungsprozess vollzieht sich besonders eindrucksvoll hier in der Lausitzer Seenkette. Es entstehen neun Seen mit einer Gesamtwasserfläche von rund 7.000 ha Fläche. Mit Potenzialen, die alle Elemente dafür enthalten, dass die Lausitz sich zu einer attraktiven und überregional bedeutsamen Region entwickelt; getragen auch von dem Willen der Landesregierungen des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburgs anlässlich der gemeinsamen Kabinettssitzung in diesem Jahr.

Kurz resümiert:

- Insgesamt 28 große Seen in der Lausitz, von denen 17 bereits geflutet werden, ergeben eine einzigartige Seenlandschaft mit teilweise schiffbaren Verbindungen, so dass sowohl die Lebensqualität der Region erhöht als auch überregional bedeutsame touristische Nachnutzungen realisiert werden. Die erste dieser Verbindungen, nämlich zwischen den Bergbaufolgeseen Skado und Koschen, wird voraussichtlich im September dieses Jahres in Betrieb gehen.

- Ergänzung der Wasserlandschaft sowie der land- und forstwirtschaftlichen Flächen durch genügend große zusammenhängende Naturschutzflächen sowie naturnahen Flächen. Eine wesentliche Voraussetzung, damit die Natur sich regeneriert und wieder eine Vielfalt in der Landschaft entsteht. Das Naturschutzprojekt Lausitzer Seenland schafft hierzu ausgezeichnete Bedingungen.

- Darüber hinaus: Auf alten Flächen neu erschlossene, moderne Standorte für Gewerbe und Industrie wie in Lauta/Laubusch, in Schwarze Pumpe sowie in Senftenberg und Lauchhammer. Sie alle leisten wesentliche Impulse für die wirtschaftliche Revitalisierung der Lausitz.

Schließlich hat der Verkauf von Naturschutzflächen für die LMBV, deren Arbeit mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, einen positiven Anreiz, weil damit eine Reduzierung der Sanierungsaufwendungen einhergeht. Zum Wohle der Natur und des Steuerzahlers.

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