Bergbauland an Naturschützer

LMBV verkauft 1.000 Hektar Natur in Tagebauen an Sielmann-Stiftung

Berlin/Brieske. Weitere 1.014 Hektar aus dem Bestand des bundeseigenen Bergbausanierers LMBV werden jetzt an die „Heinz Sielmann Stiftung" veräußert, die bereits in der Vergangenheit das benachbarte "Naturschutzgebiet Wanninchen" mit 900 ha von der LMBV erworben hat. Die notarielle Vertragsunterzeichnung erfolgte dazu am 13.11.2002. Die Übergabe findet am 28.11.2002 im Beisein von Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler und Professor Heinz Sielmann statt.

Die jetzt verkauften Flächen umfassen die Bereiche des "Naturschutzgebietes Lichtenauer See" (558 Hektar) und des geplanten "Naturschutzgebietes Stiebsdorfer See" (96,8 Hektar). Hinzu kommen weitere an das bereits im Jahr 2000 verkaufte "Naturschutzgebiet Wanninchen" grenzende Bergbauflächen mit einer Größe von 355 Hektar. Bei diesen vom Braunkohlenbergbau überbaggerten Arealen handelt es sich um Bereiche der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Süd und Schlabendorf-Nord. Aus dem Tagebau Schlabendorf-Süd wurde noch bis 1991 Kohle für das Kraftwerk Lübbenau geliefert. Die beiden Bergbaufolgeseen sind durch Flutung und Wasseraufgang der bei der Tagebauförderung offen gebliebenen Grubenbereiche entstanden.

In enger Zusammenarbeit mit der BVVG Bodenverwertungs- und –verwaltungsgesellschaft mbH, die angrenzend ebenfalls rekultivierte Bergbauliegenschaften besitzt, wird darüber hinaus das 746 ha umfassende FFH-Gebiet "Tornower Niederung" an die Sielmann-Stiftung übergehen. Diese Flächen waren bereits zu DDR-Zeiten aus der Bergaufsicht entlassen worden. Durch den Grundwasserwiederanstieg entstehen auf diesem Areal eine Vielzahl von Kleingewässern und Vernässungsflächen. Der in diesem Zusammenhang notwendig werdende Sanierungseingriff durch die LMBV trägt der naturschutzfachlichen Nachnutzung Rechnung. Dies führt zu Einsparungen von Sanierungsmitteln. Mit dem Erwerb der Flächen durch die Sielmann-Stiftung entsteht ein rund 2.700 Hektar großes zusammenhängendes Gebiet, das unbeeinflusst von Störungen durch den Menschen dem Naturschutz vorbehalten sein wird. Gleichzeitig haben die Bundesgesellschaften LMBV und BVVG ein beachtliches Verwertungsergebnis erzielt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen LMBV und BVVG ist ein gutes Beispiel des Zusammenwirkens von zwei in öffentlicher Hand befindlichen Gesellschaften, das im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens durch das Amt für Flurneuordnung und ländliche Entwicklung in Luckau umgesetzt wird.

Bei dem Verkauf handelt es sich um ein Ergebnis der naturverträglichen Bergbausanierung, die durch die enge Zusammenarbeit der LMBV mit dem brandenburgischen Landesumweltamt unter Leitung von Professor Freude, der Heinz Sielmann Stiftung und des brandenburgischen Landesbergamtes unter Leitung von Präsident Dr. Freytag realisiert wird und durch die Koordination des Bundesamtes für Naturschutz, des Bundesumweltministeriums und der Geschäftsstelle des Steuerungs- und Budgetausschusses möglich gemacht wurde.

Der Schutz und die Entwicklung von 30 ökologisch wertvollen Gebieten, die sich derzeit noch im Eigentum der LMBV befinden, sind eine verantwortungsvolle und langfristige Aufgabe, die nicht allein durch die öffentliche Hand geleistet werden kann. Deshalb werden diese Flächen auch an private Dritte verkauft, wobei die LMBV bisher gute Erfahrungen mit Verbänden und Stiftungen, aber auch naturverständigen Privatpersonen als Erwerber solcher Liegenschaften gemacht hat.

Rund fünfzehn Prozent der gesamten Flächen der LMBV (anfänglich 96.900 Hektar) werden als naturnahe bzw. Sukzessionsflächen erhalten (mehr Infos dazu unter www.lmbv.de bei Liegenschaften). In Brandenburg besitzt die LMBV, deren Aufgabe neben der sicheren Sanierung auch die Verwertung dieser Flächen ist, gegenwärtig noch rd. 24.100 Hektar. Davon sind zur Zeit rund 12.600 Hektar Abbauland bzw. Betriebsflächen der Tagebaue. Am Ende des Sanierungsprozesses werden hier rund 5.100 Hektar naturnahe Bereiche, 9.200 Hektar Forstflächen und 6.900 Hektar Wasserflächen entstanden sein.

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