“Leinen los” für neue Lausitzer Wasserwelt

Gemeinsamer erster Spatenstich von sächsischen und brandenburger Politikern für schiffbaren Kanal zwischen Lausitzer Bergbaufolgeseen erfolgt

Berlin/Brieske.Mit einem symbolischen ersten Spatenstich erfolgte am 21. November 2002 der offizielle Startschuss für den Bau der ersten schiffbaren Verbindung innerhalb der Lausitzer Seenkette. Der Bau des Kanals und des Überleiterbauwerkes vom Koschener See zum Skadoer See wird bis zum 30. September 2003 abgeschlossen sein. Im Monatsdurchschnitt kommen 35 geförderte Arbeitnehmer zum Einsatz. Das Investitionsvolumen beträgt rund 3 Mio. Euro.

Kernstück des Überleiters wird ein Brückenbauwerk mit Wehranlage. Die Brücke ruht auf zwei Pfeilern und hat eine Gesamtlänge von 29,7 Meter. Zwischen den Pfeilern befindet sich das Wehr mit einer lichten Weite von 6,00 Meter. Bei voll gezogenem Wehr bis auf eine Hubhöhe von 6,75 Meter ergibt sich bedingt durch die Brücke eine nutzbare Höhe von 3,30 Meter für die Schifffahrt, bei einem Endwasserstand von 101 mNN.

Das Wehr ist ein für die Erreichung der Wasserqualität notwendiges Steuerglied. Gemeinsam mit den zukünftig entstehenden Verbindungen der Bergbaufolgeseen Koschen/Sedlitz und Skado/Sedlitz kann dann die Durchströmung der niveaugleichen Seen optimal gesteuert werden.

Mit dem Aushub von 40.000 Kubikmeter Boden und der Profilherstellung für den Kanal- und Bauwerksbau begannen Mitte Oktober 2002 die Vorbereitungsarbeiten für die Verbindung. Den Auftrag für diese vorbereitenden Erdarbeiten, die Ende 2002 abgeschlossen werden, hat die Sanierungsgesellschaft BUL Sachsen erhalten.

Der entstehende Kanal wird eine Länge von 1.150 Meter haben. Der Kanalausbau erfolgt in einer naturnahen Gestaltung unter Einbau von Flachwasserbereichen. Bei einer Gesamtbreite von 36 Meter beträgt die Sohlbreite noch vier Meter. Die Böschungen werden mit einer Neigung von 1 zu 3,5 hergestellt. Der Ausbau des Kanals mit Geotextil und Wasserbausteinen erfolgt ebenso, wie der Bau der Brücke mit Wehranlage durch die Firma Tief- und Wasserbau Boblitz.

Insgesamt könnten im Sinne der Nachnutzungskonzepte im Raum Hoyerswerda - Senftenberg neun Bergbaufolgeseen miteinander verbunden werden. Dadurch kann sich ein Großteil des Lausitzer Reviers zu einem Seengebiet verwandeln, das in Zukunft auch Urlaubsziele und Tourismuskarten beeinflusst. Mit dem Ausbau dieser ersten schiffbaren Verbindung rückt die Vision eines aktiven Bootsverkehrs in der Lausitzer Seenkette der Wirklichkeit näher.

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