Ein gutes Drittel der Wegstrecke bei der Sanierung des Wasserhaushalts zurückgelegt

Statement von Herrn Dr. Kuyumcu anlässlich der Inbetriebnahme des Überleiters von der Schwarzen Elster zum Restloch 28 am 02.09.2002

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
auch im Namen meiner Geschäftsführerkollegen, Herrn Wingefeld und Herrn Ulpts, begrüße ich Sie mit einem herzlichen Glückauf zu unserer feierlichen Zusammenkunft.

Gemeinsam werden wir heute das Bauwerk in Betrieb nehmen, mit dem wir das Wasser der Schwarzen Elster über die Restlöcher 28/29 zur Flutung des Bergheider Sees heranziehen wollen.

Flutung von Tagebaurestlöchern ist die abschließende und letzte Etappe unserer Sanierungsmaßnahmen. Damit beseitigen wir die Eingriffe des 100jährigen intensiven Braunkohlenabbaus in den Grundwasserhaushalt und schaffen die Voraussetzungen zur Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalts.

Im Verantwortungsbereich der LMBV war im Zuge der bergbaulichen Entwässerungsmaßnahmen in der Lausitz für ein Gebiet von über 1.300 km² ein Wasserdefizit von rund 7 Mrd. m³ entstanden. Davon entfallen 2,5 Mrd. m³ auf die Tagebaurestlöcher und 4,5 Mrd. m³ auf die Grundwasserhorizonte der benachbarten Regionen um die ehemaligen Tagebaue.

Im Zuge unserer Flutungsmaßnahmen werden in der Lausitz insgesamt über 90 Seen, davon 32 größere Seen mit jeweils mehr als 300 ha Wasserfläche entstehen. 14 dieser 32 größeren Seen befinden sich bereits in Flutung. Damit haben wir bereits ein gutes Drittel der Wegstrecke bei der Sanierung des Wasserhaushalts zurückgelegt.

Wie diese Arbeiten vorankommen, können Sie übrigens seit einem Monat auf unserer Homepage unter www.lmbv.de im Bereich Wasserwirtschaft verfolgen.

Einen Großteil dieser Seen wollen wir bis zum Jahr 2007 fertiggestellt und an Nachnutzer übergeben haben. Mit dem Flutungsprozess werden wir LMBV-weit insgesamt 25.500 ha neue Seenflächen schaffen, davon 13.000 ha in der Lausitz. Dies ist weltweit einzigartig.

Die Flutung von Tagebaurestlöchern muss so rasch wie möglich erfolgen, um erstens Erosionsschäden an unseren Böschungen durch Niederschläge etc. auf ein Mindestmaß zu drücken und zweitens Wasserqualitäten so zu erzielen, dass diese neuen Gewässer nach Abschluss der Flutung mit geringstem wirtschaftlichem Aufwand in das Oberflächengewässersystem integriert werden können.

Das heißt, chemische und biologische Wasserbehandlungsmaßnahmen sind so weit wie möglich zu vermeiden. Aus diesen Gründen fluten wir unsere Tagebaurestlöcher mit möglichst viel Fremdwasser, das heißt, hier Flusswasser. Selbstverständlich unter Beachtung der behördlichen Bestimmungen, die u. a. den Mindestabfluss im Gewässer sowie die Belange anderer Wassernutzer berücksichtigen.

Mit der Inbetriebnahme des Überleiters von der Schwarzen Elster wird heute im Flutungsprozess der LMBV ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Die im September 2001 begonnene Flutung des Bergheider Sees aus dem Eigenaufkommen der Region wird damit in jedem Fall verdreifacht, zeitweise vervierfacht und auf bis zu 120 m³/Min angehoben.

Nach den derzeitigen Planungen wird, wenn Petrus mitspielt und für ausreichendes Wasserdargebot in der Schwarzen Elster sorgt, 2007 der Bergheider See seinen Endstand erreichen. Er wird dann eine Wasserfläche von 332 ha und ein Wasservolumen von 41 Millionen m³ haben. In Verbindung mit der Förderbrücke F 60 wird so im Raum Lauchhammer ein touristisches Kleinod entstehen, durch das Besucher von Nah und Fern angelockt werden.

Mit dem Überleiter von der Schwarzen Elster zum Restloch 28 wurde eine weitere Heberanlage errichtet. Die Höhenverhältnisse vom Einlauf und Auslauf der 1400 mm messenden Rohrleitung ermöglichen nach der einmaligen Füllung einen Wassertransport ohne zusätzliche Pumpenergie. Mit der Inbetriebnahme dieses Bauwerks wird die Steuerung der Anlage in die Hände der vom Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen getragenen und bei der LMBV angesiedelten Flutungszentrale Lausitz gelegt.

Die Flutungszentrale in Brieske sorgt dafür, dass auf der Grundlage der Bewirtschaftungsgrundsätze der zuständigen Behörden und mit einem ausgeklügelten EDV-System die Flüsse Spree und Schwarze Elster in ihrem gesamten Flussablauf ganzheitlich erfasst und die Wasserentnahmen für unsere Flutungsprozess so effektiv wie möglich gestaltet werden.

Von der Schwarzen Elster entnehmen wir bereits Wasser zur Flutung des Tagebaus Bluno. Das Bauwerk hierzu hatten wir am 22. März diesen Jahres in Betrieb genommen.

Des Weiteren halten wir mit der Schwarzen Elster die gute Wasserqualität des Senftenberger Sees aufrecht. In den nächsten zwei Jahren werden wir noch zwei Bauwerke an der Schwarzen Elster zur Flutung der Seen Skado und Koschen errichten.

Unsere wasserbaulichen Anlagen, derzeit 20 in Betrieb von insgesamt 31 in der Lausitz, leisten auch mit einer vorausschauenden Steuerung durch die Flutungszentrale einen guten Beitrag zur Abwendung von Gefahren bei Hochwasserführungen. So konnten wir während der Flutkatastrophe im letzten Monat 5 m³/sec der Schwarzen Elster und über 20 m³/sec der Spree abschlagen.

Für das Gelingen des Überleiters von der Schwarzen Elster zum Restloch 28 möchte ich mich auch für die tatkräftige Unterstützung aller Beteiligten bedanken: Zuerst bei den Genehmigungsbehörden, hier besonders beim Landesbergamt Brandenburg. Mein Dank gilt auch den Planungspartnern der LMBV sowie den an der Baudurchführung beteiligten Firmen. Stellvertretend für die Planungspartner darf ich das Ingenieurbüro Bernd Rößler und die bauausführenden Firmen die Echterhoff-Bau Dessau und K & R Freiwalde erwähnen.

Allen beteiligten Firmen und ihren Mitarbeitern gilt mein Dank ebenso wie auch den Mitarbeitern der LMBV, die dieses Vorhaben verwirklicht zu haben.

Für das Erreichen des Flutungszieles wünsche ich uns allen viel Erfolg.
Glückauf!

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