Sachstand im Tagebaubereich Goitsche

Bitterfeld, 20.08.2002. Der Wasserstand im Tagebaubereich Goitsche wurde bis zum 14.08.02 gemäß der vorliegenden Genehmigungen gehalten und betrug im großen Goitschesee +71,48 mNN (14.08.02, 08:00 Uhr) und im Seelhausener See +71,95 mNN (14.08.02, 12:00 Uhr).

Mit dem Deichbruch oberhalb von Bad Düben strömte das Hochwasser am 14.08.02 unkontrolliert linksseitig des eingedeichten Hochwasserbettes der Mulde dem Tagebaugebiet Goitsche zu und verursachte an den Böschungen der Restlöcher Rösa und Döbern erhebliche Schäden. Dabei wurde der Hochwasserschutzdeich an der Einmündung des Lober-Leine-Kanals in die Mulde weggerissen, wodurch ein ungehinderter Abfluss aus der Mulde in Richtung Restloch Döbern eintrat. Gleichzeitig traten mit dem zufließenden Wasser Wasserstandserhöhungen in den Tagebaurestlöchern bis zum 15.08.02 im Restloch Rösa bis +73,96 mNN und Goitsche bis +74,82 mNN ein. In diesem Zeitraum flossen dem Goitschesee 37 Mio. m³ Wasser zu. Dies entspricht 761 m³/s.

Mit der Schaffung eines neuen Flussbettes strömte das Wasser ab dem 15.08.02 nur noch dem Restloch Döbern zu, womit im großen Goitschesee ein weiterer Anstieg bis zur am 19.08.02 gemessenen Höhe von +78,49 mNN eintrat und somit die Böschungsoberkante im westlichen Bereich (Restlöcher Mühlbeck und Niemegk) überflutet wurde.

Bis zur Tagebauoberkante entlang der B 100 in Höhe von +78 mNN wurden im Tagebaugebiet Goitsche 85 Mio. m³ und in Rösa 10 Mio. m³ des zuströmenden Hochwassers gespeichert, wodurch für den Muldelauf ab Bitterfeld in Richtung Dessau eine erhebliche Entlastung eintrat.

An der Schließung der beiden Durchflussstellen wird derzeitig intensiv gearbeitet. Nach Fertigstellung fließt die Mulde wieder vollständig durch den Muldestausee. Die Zuflüsse zur Goitsche sind damit unterbunden. Die Maßnahmen zur Wasserstandsabsenkung in der Goitsche und damit auch für das vor und in Bitterfeld stehende Wasser werden zur Zeit konzipiert; das bedeutet Ableitung in den Seelhausener See und über die Flutungsanlage in die Mulde unterhalb des Muldestausees.

 

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