„Wege für das Wasser“ zum Bergheider See sind vorbereitet - Inbetriebnahme der Flutungsleitung

Senftenberg/Lichterfeld. Mit einem Knopfdruck in der Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Lichterfeld geht am Freitag, den 21.09.2001 die Flutungsleitung für den Bergheider See in den Betrieb.

„Wasser Marsch !" heißt es damit für den Bergheider See. Entstehen wird zu Füßen der Abraumförderbrücke F 60 aus dem ehemaligen Tagebaurestloch Klettwitz-Nord ein See von 300 Hektar Wasserfläche mit einem Volumen von 38 Millionen Kubikmetern Wasser. Der Bergheider See wird im nördlichen Bereich künftig vorrangig für den Tourismus genutzt, der südliche Teil ist dem Naturschutz vorbehalten.

Dreizehn Millionen Tonnen Kohle sind aus dem Braunkohlentagebau Klettwitz-Nord von 1988 bis 1992 gefördert sowie 2 Millionen Tonnen Ton abgebaut worden. Für die Tagebaufläche von 436 Hektar sind zwei Drittel der Gesamtfläche der Gemeinde Lichterfeld in Anspruch genommen und der Ort Klingmühl auf eine Umsiedelung vorbereitet worden. Der rasche Bedarfsrückgang an Braunkohleprodukten nach der Wende hatte die Schließung der Veredelungsanlagen um Lauchhammer zur Folge, damit verlor der Tagebau Klettwitz-Nord seine Absatzbasis.

Der Bergbausanierer LMBV ist beauftragt, ehemals durch den Bergbau beanspruchte Fläche in absehbarer Zeit der Natur und den Menschen wieder zurückgegeben. Aus Tagebaurestlöchern werden Tagebauseen.

Vorausgegangen sind für die Flutung des Bergheider Sees umfangreiche wasserbauliche Maßnahmen seit Beginn des vergangenen Jahres.

Der Einbau leistungsstärkerer Pumpen in der Pumpstation am Restloch 29/Südteich machte umfangreiche bauliche Veränderungen notwendig. Eingebaut sind drei Pumpen mit einer Leistung von je 560 kW und einem Durchsatz von je 0,5 Kubikmeter Wassermenge in der Sekunde.

Von der Pumpstation RL 29 wurde eine Kunststoffrohrleitung DN 1200 (Werkstoff GFK-Glasfaser verstärkter Kunststoff) über eine Länge von 16,3 km bis zur GWRA Lichterfeld verlegt. Problematisch waren die Durchörterung der Straße Klingmühl-Lichterfeld und der Straße Lauchhammer-Ost-Kostebrau. Bei der letzteren aufgrund des anstehnden Altkippenbodens.

In der GWRA Lichterfeld war der Neubau eines Betonschachtes zur Unterbringung eines Durchflussmengengerätes sowie Entkernungs-und Fundamentarbeiten für das Aufstellen einer Pumpe notwendig.

Eine weitere, 9,3 km lange neugebaute Kunststoffrohrleitung DN 400 (PEHD-Polyäthylen Hochdruck) dient der Einspeisung der Pößnitz mit gereinigtem Wasser aus der GWRA Lichterfeld. Diese Leitung verläuft hauptsächlich durch Tagebaugelände.

Die Einspeisung des Bergheider Sees erfolgt über eine zwei Kilometer lange Flutungsleitung von der GWR Lichterfeld in das Tagebaurestloch als Freispiegelleitung DN 1000 (Werkstoff Stahl), die teilweise in sechs Metern Tiefe verlegt ist. Der Auslaufbereich der Flutungsleitung ist auf einer Länge von 500 Metern wieder oberirdisch als Kunststoffrohr(PEHD) gelegt.

Mit der Installation von umfangreicher Elektro,- Meß-und Regelteschnik ist der automatische rechnergesteuerte Betrieb der kompletten Anlage bis hin zur Übermittlung der Daten in die Flutugszentrale nach Brieske gesichert.

Beteiligt an den Arbeiten waren das Ingenieurbüro TEBODIN Schwarzheide, die BUL Sachsen, die Firma Mühlhofer und Pfahler, Pumpenhersteller KSB/Halle, Stahl-und Anlagenbau Guben, BEA Lausitz und die Baumschule Fürst-Pückler. Durchschnittlich konnten 13 geförderte Arbeitnehmer über 1,5 Jahre beschäftigt werden.

Die Flutung des Bergheider Sees wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern, vorausgesetzt eine ausreichende Wasserführung der Schwarzen Elster ermöglicht die ständige Einleitung von 0,8 Kubikmeter Wasser in der Sekunde.

Zurück