Braunkohlesanierung - Eine Investition in die Zukunft

Berlin. „Für die LMBV bedeutete das Jahr 2000 den Abschluss der ersten Halbzeit in der Bergbausanierung. Die Konturen einer vielgestaltigen Bergbaufolgelandschaft werden sowohl in der Lausitz als auch in Mitteldeutschland sichtbarer“, unterstrich Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) anlässlich des Jahresrückblickes. Im Jahr 2000 hat die LMBV mit ca. 925 Mio. DM aus Mitteln der öffentlichen Hand die Sanierung in 112 Projekten zielstrebig fortgeführt. Seit Beginn der Sanierung wurden so bereits 10,8 Mrd. DM für die Beseitigung jener Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbau der DDR aufgewandt, für die die LMBV rechtlich verantwortlich ist. Damit konnten ca. 2/3 aller Verpflichtungen der LMBV für die Wiedernutzbarmachung solide abgearbeitet werden.

Für die zügige Wiederherstellung eines ausgeglichenen Grundwasserhaushaltes in den kommenden Jahren ist es wichtig, dass etwa 80% der Arbeiten zur bergmännischen Grundsanierung, d. h. zur sicheren Gestaltung der endgültigen Hohlformen der Tagebauseen, abgeschlossen wurden. Über 1⁄4 aller Flächen an den Restseen sind abschließend gestaltet. Die Ausprägung der Kulturlandschaft Goitsche, der Tagebausee Olbersdorf oder auch das Naturidyll am entstehenden Greifenhainer See sind lebendige Beispiele dafür, dass die Chancen zur Schaffung erlebenswerter Bergbaufolgelandschaften genutzt wurden. Darüber hinaus hat die LMBV im Jahre 2000 im Auftrag der Braunkohleländer infrastrukturelle Maßnahmen zur Erhöhung der Folgenutzungsstandards sanierter Flächen, zur Abwehr von Gefährdungen aus dem Grundwasserwiederanstieg und zur Gefahrenabwehr aus dem Altbergbau im Umfang von rd. 125 Mio. DM realisiert. Damit wurde vor allem ein wichtiger Beitrag zur schnelleren und umfassenderen Nutzung bereits sanierter Flächen geleistet.

Die soziale Seite der Braunkohlensanierung wird besonders darin sichtbar, dass

- im Jahre 2000 die Gesamtbeschäftigung infolge der Sanierung in den durch hohe Arbeitslosigkeit geprägten Braunkohlenregionen noch immer über 10.000 Arbeitnehmer betrug, darunter 4.600 Arbeitnehmer auf förderfähigen Arbeitsplätzen und
- Ende 2000 über
520 Auszubildende einen zukunftsorientierten Beruf im Unternehmen LMBV erlernen, das damit nach wie vor ein großer Ausbildungsbetrieb des Braunkohlenbergbaus ist.

Dass die LMBV auch im Jahre 2000 erfolgreich ihre Aufgaben erfüllt hat, verdankt sie auch den Zuwendungsgebern des Bundes und der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Diese zugesagten Mittel standen zu jeder Zeit in voller Höhe zur Verfügung, so dass sich das Unternehmen auf einen wirtschaftlichen und effektiven Einsatz des Budgets konzentrieren konnten.

Am 31.12.1999 wurden die letzten bergbaulichen Produktionsstätten des Unternehmens geschlossen. Damit löste die LMBV bereits vollständig eine erste der ihr gestellten Aufgaben, nämlich die planmäßige Stillsetzung unwirtschaftlicher bzw. auslaufender Betriebe. Ab 2000 konzentrierte sich die Gesellschaft auf die Sanierung, Sicherung, Wiedernutzbarmachung und Verkauf der ehemals bergbaulich in Anspruch genommenen Flächen sowie auf ihre Aufgaben zur Wiederherstellung eines ausgeglichenen Wasserhaushaltes in den vom Braunkohlenabbau beeinträchtigten Regionen.

Die Sanierung im Braunkohlenbergbau ist umfangreich und vielschichtig. Bei aller Vielfalt wird deutlich, dass erfolgreich abgeschlossene Vorhaben immer deutlicher den Wandel in den Braunkohlenregionen prägen: einen Wandel in der Landschaft hin zu Bedingungen für die Ausweitung von Erholung und Tourismus, zur Entwicklung von Biotopen mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt sowie zur Schaffung von Voraussetzungen für die Neuansiedlung von Industrie und Gewerbe. Nicht nur die Menschen in den Bergbauregionen, sondern auch viele Experten und Touristen, die die LMBV im vergangenen Jahr besuchten, bescheinigen, dass die Bergbausanierung eine „Investition in die Zukunft" ist.

Die langjährige konstruktive Zusammenarbeit mit den Landes- und Bergbehörden und den Mitgliedern des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung ermöglichte es der LMBV, den notwendigen Planungsvorlauf zu sichern, die rechtzeitige Ausschreibung und Vergabe der Sanierungsleistungen zu gewährleisten und auf neue Erkenntnisse auch flexibel zu reagieren. Zuverlässige Partner waren die Bundesanstalt für Arbeit sowie die Arbeitsämter, die durch Zuweisung förderfähiger Arbeitnehmer eine beschäftigungswirksame Erfüllung der Sanierungsaufgaben ermöglichten und durch die Bereitstellung von SAM-Mitteln ihren Beitrag zur Finanzierung der Sanierung leisteten.

 

Nicht zuletzt ermöglichten die Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft der mit der Sanierung beauftragten Firmen, die Aufgaben des Jahres 2000 termin- und qualitätsgerecht zu erfüllen. Besonders die aus den Braunkohleunternehmen gebildeten Sanierungsgesellschaften haben daran einen beachtlichen Anteil. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmen wurden neben einem hohen Fachwissen in besonderem Maße Engagement, Ideenreichtum und Flexibilität verlangt. Bei der Entwicklung neuer wissenschaftlicher Grundlagen und Technologien half das praxisbezogene Engagement vieler Hochschulen, Institute und Ingenieurbüros. Sie leisteten einen wirkungsvollen Beitrag vor allem zur Senkung der Sanierungsaufwendungen.

Gegenwärtig wird zwischen dem Bund und den Braunkohleländern das Verwaltungsabkommen III über die Finanzierung der Sanierungsaufgaben für den Zeitraum 2003 bis 2007 verhandelt. Die zügige Fortführung der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen zur Sanierung des Grundwasserhaushalts sowie die Verwertung der wiedernutzbar gemachten Flächen zu deren ökonomisch und ökologisch sinnvollen Wiedereingliederung in die Landschaft werden den Schwerpunkt der Arbeiten bilden.

Die LMBV ist sich gewiss, dass die sanierten Landschaften noch lange Zeugnis vom Wirken, von den Ideen und vom Fleiß der Menschen im Interesse einer vielfältigen Folgelandschaft nach dem Braunkohlenbergbau ablegen werden. Glück auf!

 

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