Förderbrücke Zwenkau: Im August sprengt LMBV

Leipzig.   Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft kündigte gestern an, die Sprengung des Bauwerks nun einzuleiten da der Freistaat nichts für den Erhalt der Förderbrücke im ehemaligen Tagebau Zwenkau zahlt. Die Abraumförderbrücke Böhlen II im Zwenkauer Tagebau gilt als älteste erhaltene ihrer Art, als letzter großer Zeitzeuge der Braunkohleförderung im Raum Leipzig. 523 Meter lang, 1939 nach nur anderthalb Jahren Bauzeit eingeweiht, 1998 nach fast 60 Jahren Dienst in den Ruhestand versetzt.

"Pläne zur Rettung gab es viele. Der aktuell Letzte: Als Seebrücke mit Marina, Gaststätten, einem Hotel und einem Bergbaumuseum könnte sie ab dem Jahr 2010, wenn aus dem Tagebau der Zwenkauer See entstanden ist, Touristen anlocken. Das meint Leipzigs Südraumbeauftragter Niels Gormsen, der dem Verein zur Rettung der Förderbrücke vorsteht. Einen Investor und Betreiber der Brücke kann er jedoch nicht vorweisen. Auf 8,8 Millionen Mark hat der Verein die unmittelbaren Kosten zur Rettung der Brücke veranschlagt. Sie sollten aus Mitteln der Braunkohlesanierung und des Denkmalschutzes fließen."

"Doch jetzt kam die Absage von Sachsens Innenminister Klaus Hardraht: Er sei persönlich zwar "außerordentlich daran interessiert, die Förderbrücke der Nachwelt zu erhalten". Sie stelle "in der Tat und ohne Zweifel ein Meisterwerk der technischen Baukunst der 30er Jahre dar und belegt eindrucksvoll das Können sächsischer qualifizierter Ingenieure". Aber Geld gibt es trotzdem nicht. Schuld sei die "außerordentlich angespannte Haushaltslage" mit rückläufigen Investitionen und vor allem die völlig unsichere Situation bei der Fortführung des Braunkohlesanierungsprogramms, schrieb Hardraht. Das laufe Ende 2002 aus, daher könne nicht verbindlich Geld für den Zeitraum danach eingeplant werden."* Die LMBV kündigte daraufhin gestern an, ihren Zeitplan zur Tagebausanierung nicht mehr ändern zu wollen. "Wir leiten die Sprengung der Brücke ein, der Termin im August steht", sagte Bereichsleiter Jörg Kronbügel.

*Zitiert aus Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2001, Seite 1

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