Bundesverdienstkreuz am Bande für “Obersten Bergbausanierer”
Stolpe und Diller verabschiedeten Dr.-Ing. Wolfgang Fritz

Berlin. Dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), Dr.-Ing. Wolfgang Fritz (64), wurde gestern in Berlin im Rahmen einer Feierstunde der Verdienstorden der Bundesrepublik am Bande (Bundesverdienstkreuz) überreicht. Der “Oberste Bergbausanierer” wurde von Staatssekretär Karl Diller (BMF) im Auftrage des Bundespräsidenten für seinen sechsjährigen persönlichen Einsatz bei der Umstrukturierung der Braunkohlengebiete im Osten Deutschlands geehrt.

Eine 45-jährige Bergmanns-Karriere endete mit dieser hohen individuellen Würdigung des Niederrheinischen Ingenieurs. Fritz war 1994 vom damaligen Treuhand-Vorstandsmitglied Schucht aus der RAG Bergbau-Führung als LMBV-Chef nach Berlin gerufen worden. Er übernahm dort Ende 1994 die Aufgabe, zusammen mit damals noch 15.000 Mitarbeitern ein einheitliches Unternehmen für die Überführung nicht privatisierbarer Produktionsstätten des Braunkohlenbergbaus in die Sanierung herauszubilden sowie die LMBV als Projektträger für eine effektive Wahrnehmung der bergrechtlichen Wiedernutzbarmachungsverpflichtungen zu profilieren. "Bergbau ist nicht eines Mannes Werk", war stets die Devise des Geschäftsführers, auf die auch Ministerpräsident Stolpe in seiner Laudatio Bezug nahm.

Zwei Drittel dieser anspruchsvollen Arbeiten zur Sanierung und Renaturierung ehemaliger Tagebaue und Kohleveredlungsanlagen wurden bisher erledigt. Rund elf Milliarden Mark haben Bund und Länder für diese Aufgaben bis Ende 2000 bereitgestellt. Stolpe forderte den Bund auf, gemeinsam für eine zügige und bedarfsgerecht finanzierte Fortsetzung der Braunkohlesanierung nach 2002 zu sorgen. "Eine unbegründete Verschiebung von Projekten macht die Sanierung nur teurer." Einer vom Bund angestrebten sofortigen "Pauschalierung und Verländerung" der Sanierungsaufgaben erteilte Stolpe eine Absage und forderte diesbezüglich die Solidarität der Sachsen und Sachsen-Anhaltiner ein.

Gegenwärtig arbeiten noch rund 1.300 Bergleute, Ingenieure, Kaufleute und Planer direkt in der LMBV. Dazu kommen zur Zeit 537 Auszubildende, die vom Unternehmen in modernen Berufsfeldern ausgebildet werden. In der bergmännischen Grundsanierung sind jahresdurchschnittlich 4.500 Arbeitnehmer beschäftigt worden. 66 Firmen erledigten im zurückliegenden Jahr im Auftrag der LMBV die vielfältigen Aufgaben bei der Wiedernutzbarmachung der stillgesetzten Braunkohlegruben. Das Gesamtpotential der Beschäftigung durch die Bergbausanierung lag für das Jahr 2000 bei rd. 11.000 Arbeitnehmern.

„Dass der Wandel in den ostdeutschen Revieren greifbar geworden ist" - so sein Fazit - kann zu den Erfolgen des Bergmannes aus dem Ruhrgebiet gezählt werden. Dr. Fritz übergibt zum Jahreswechsel den Vorsitz der Geschäftsführung an Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu (54).

Für die ersten drei Monate des Jahres 2001 wird es einen witterungsbedingten sowie sanierungstechnologischen Rückgang der Aufträge geben. Im Durchschnitt des Jahres werden mit den zu vergebenden Grundsanierungs-Aufträgen 3.200 Arbeitnehmer beschäftigt werden können. Hinzu kommen rund 500 Arbeitnehmer in länderfinanzierten - sogenannten 2b-Maßnahmen - zum Einsatz. Dem beschäftigungspolitischen Anspruch an die Bergbausanierung wird die LMBV mit Arbeit für insgesamt ca. 10.000 Arbeitnehmern auch im Jahr 2001 gerecht werden können. Zur Abmilderung der "Winterdelle" werden auf Initiative der LMBV rund 300 Arbeitnehmer von Sanierungsfirmen in vier- bis achtwöchigen Sonderqualifizierungskursen für spezifische Aufgaben beispielsweise in der Sanierung und des Wasser- sowie Tiefbaus weitergebildet.

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