Sprengung Kraftwerk I Espenhain

Am 15. April 2000, 9.00 Uhr, erfolgt die Sprengung des Gebäudes Kraftwerk I Espenhain.

Die LMBV mbH als Projektträger hat zum Abbruch des Kraftwerk I Espenhain einen Auftrag an eine Arbeitsgemeinschaft erteilt. Diese besteht aus der Mitteldeutsche Braunkohlestrukturförderungsgesellschaft mbH (MBS) und aus der Verkehrsbauunion GmbH (VBU).

Die Betriebsanlagen des Braunkohlenveredlungswerkes Espenhain (2 Kraftwerke, 2 Brikettfabriken, 2 Schwelereien sowie dazugehörige Nebenanlagen) wurden in den Jahren 1937 bis 1942 errichtet und schrittweise in Betrieb genommen. Die Entscheidung zum Bau des Werkes wurde in den 30er Jahren durch die Aktiengesellschaft Sächsische Werke Dresden getroffen. Der Bau der Kraftwerke und der Veredlungsanlagen stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der Autarkiepolitik des Dritten Reiches. Baubeginn für das Kraftwerk I war am 26. November 1937. Die erste Maschine wurde am 14. August 1940 in Betrieb genommen und am 15. September 1940 erfolgte die erste Leistungsabgabe. Die elektrische Leistung des Kraftwerkes I betrug 190 MW. Ab Dezember 1941 erfolgte schrittweise die Inbetriebnahme des Kraftwerkes II - 222,5 MW.

Bis Kriegsende wurde das gesamte Werk stark zerstört, anschließend wieder aufgebaut und bis Ende der 80er Jahre war es ein Eckpfeiler der Energiewirtschaft der ehemaligen DDR.

Auf der Grundlage der 13. Bundesimmissionsschutzordnung und gemäß den Festlegungen des Einigungsvertrages erfolgte die Stilllegung der Werksanlagen wie folgt:

- 22. Juli 1990 Schwelhaus I
- 27. August 1990 Brikettfabrik II und Schwelhaus II mit dazugehörigen Nebenanlagen
- 11. April 1995 Kraftwerk I
- 30. Juni 1996 Kraftwerk II und Brikettfabrik I

Bisher sind bereits zahlreiche Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen realisiert worden. So z.B. der Abriss der 2 Schwelereien, der Brikettfabrik 2 und der Kühltürme sowie die Sprengung der 5 Schornsteine in den Jahren 1998/99.

Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohlenveredlungswerkes haben sich inzwischen Mittelstandsbetriebe, wie Schrottwerke Leipzig GmbH, Mitteldeutsche Braunkohlestrukturförderungsgesellschaft mbH, Technische Dienste Espenhain GmbH, Mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgungs GmbH, Sächsischer Metallhandel und Recycling GmbH, Institut Fresenius Sachsen, Fischzucht Pistor u. a., angesiedelt.

Zur Zeit arbeiten auf dem Territorium ca. 750 Arbeitnehmer, einschließlich der in der Sanierung Tätigen. Gegenwärtig wird im Auftrag der Gemeinde Espenhain ein Bebauungsplan für diesen Standort erstellt, der die Voraussetzung für die Erschließung und Ansiedlung von Industrie und Gewerbe ermöglicht.

Für interessierte Bürger sowie Medien besteht die Möglichkeit, im Bereich des Parkplatzes vor dem Beruflichem Gymnasium Espenhain bzw. vor den Verwaltungsgebäuden direkt an der B 95 (außerhalb des Sicherheitskreises) die Sprengung zu beobachten.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

LMBV, Frau Franke - Telefon 03433/213647
FAX 03433/213505
Funk 0172/7031790

MBS, Frau Reimann - Telefon 034206/744117
FAX 034206/744090

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