Tagebauriese geht auf letzte Fahrt zu endgültigem Standort

BUL-B versetzt Förderbrücke F 60 bei Lichterfeld im Auftrag des Landes

Brandenburg Brieske/Senftenberg. Am 19. Februar 2000 wird die Abraumförderbrücke F 60 am ehemaligen Tagebau Klettwitz-Nord das letzte Mal in Bewegung gesetzt. Die Fahrt ist in der Zeit von 11:00 bis ca. 13:00 Uhr geplant, sofern nicht ein extremer Wetterumschwung zu einer Verschiebung zwingt.

Die ca. 10.800 t Stahl werden von ihrem jetzigen Standort auf ein grundwasserfernes und standsicheres Areal bewegt. An diesem endgültigen Platz wird die Brücke für ihre künftige touristische Nutzung vorbereitet. Dazu gehören die Schaffung eines Besucherrundweges und einer Aussichtsplattform, die Einzäunung des Geländes sowie die Medienanbindung. Im Sicherheitskonzept für die künftige Nutzung ist auch die Wiederinbetriebnahme eines Personenaufzuges auf der kippenseitigen Stütze vorgesehen. Weiterhin erfolgt der Rückbau nicht mehr benötigter Anlagenteile und sämtlicher Gleisanlagen, die zum Transport und zur Gestaltung der Böschungen erforderlich waren.

Die Förderbrücke F 60 des ehemaligen Tagebaus Klettwitz-Nord ging im Februar 1991 in Betrieb. An der F 60 Klettwitz-Nord waren 2 Bagger Es 3750 angeschlossen. Die Brücke ist ca. 500 m lang, 200 m breit und 70 m hoch. Ihr Gewicht betrug zusammen mit den Baggern insgesamt rund 13.500 Tonnen. Die Jahresleistung der F 60 mit den beiden angeschlossenen Es 3750 lag bei 70 Mio. m³ Abraum. Die Stillegung der Förderbrücke erfolgte im Juni 1992.

Die Förderbrücke F 60 wurde 1999 von der Gemeinde Lichterfeld im Amt Kleine Elster erworben und soll zukünftig als Besucherbergwerk unter Bergrecht genutzt werden. Dazu ist es notwendig, die Förderbrücke von ihrem ursprünglichen Standort in einen ca. 300 m weiter gelegenen wasserfernen Bereich zu verfahren. Am ursprünglichen Standort würden die Fahrwerke der Kippenstütze beim Erreichen des Endwasserstandes des Bergheider Sees im Wasser stehen. Damit wäre die Standsicherheit für die Brücke nicht gewährleistet.

Das Verfahren der Förderbrücke erfolgt in zwei Etappen. Die Brücke wurde zunächst am 19.11.1999 in Richtung Tagebau um 80 m auf der Baggerseite und 210 m auf der Kippenstützenseite zurückgefahren.

Das war notwendig, um die Baufreiheit zur Errichtung der schiefen Ebene (Damm) auf der Baggerseite und zur Verlängerung des Haldeneinschnittes zu erhalten. Die Endstellung der Förderbrücke erfolgt auf der Kippenstützenseite bei +112 m NN und auf der Baggerseite bei + 124 m NN.

Am zwischenzeitlichen Abstellplatz erfolgten weitere Verstärkungsmaßnahmen zur Stabilisierung des Tragwerkes im Bereich der Kippenstütze. Des Weiteren wurden Leichterungen für die Transportfahrt zum dauerhaften Abstellplatz vorgenommen. Nunmehr sind diese Arbeiten abgeschlossen und die F 60 ist fit für ihre letzte Fahrt.

Die Fahrstrecke beträgt für die Haldenseite 420 m und für die Baggerseite 350 m.

Für diese Maßnahmen wurde im Rahmen des ergänzenden Verwaltungsabkommens zur Sanierung der Braunkohlealtlasten die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) durch das Land Brandenburg mit der Projektträgerschaft beauftragt.

Im Rahmen der Ausschreibung und Vergabe erhielt die BUL-Bergbausanierung und Landschaftsgestaltung Brandenburg GmbH (Senftenberg) den Zuschlag für die Ertüchtigung sowie die notwendigen Erdbau- und Gleisarbeiten. Als Nachauftragnehmer wurden für den elektrotechnischen Teil die Firma ABB Cottbus und für die mechanische Verstärkung MAN TAKRAF durch die BUL Brandenburg gebunden.

Interessierte Bürger können aus sicherer Entfernung dem ungewöhnlichen Transport ab 11.00 Uhr zuschauen.

Wir laden Sie und alle Medienvertreter ein, die letzte Fahrt der F 60 zu begleiten. Wir erwarten Sie am 19. Februar 2000 um 11.00 Uhr an den Tagesanlagen im Sanierungstagebau Klettwitz-Nord (bei Lichterfeld).

Bitte melden Sie sich mit beiliegender Fax-Antwort bis zum 11.02.2000 an.

Für Rückfragen steht Ihnen die Öffentlichkeitsarbeit der LMBV gern unter 03573-84-14095 oder 030-2451-3028 zur Verfügung.

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