Schornsteinsprengung Kraftwerk II Espenhain
Drei markante Essen fallen am Samstag im Südraum Leipzig

Berlin. Am 7. August 1999, 10.00 Uhr, erfolgt die Sprengung der drei 100-Meter-Schorn-steine vom ehemaligen Kraftwerk II Espenhain.

Die Betriebsanlagen des Braunkohlenveredlungswerkes Espenhain (2 Kraftwerke, 2 Bri-kettfabriken, 2 Schwelereien sowie dazugehörige Nebenanlagen) wurden in den Jahren 1937 bis 1942 errichtet und schrittweise in Betrieb genommen. Die Entscheidung zum Bau des Werkes wurde in den 30er Jahren durch die Aktiengesellschaft Sächsische Werke Dresden getroffen. Der Bau der Kraftwerke und der Veredlungsanlagen stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der Autarkiepolitik des Dritten Reiches. Baubeginn für das Kraftwerk I war am 26. November 1937. Die erste Maschine wurde am 14. August 1940 in Betrieb genommen und am 15. September 1940 erfolgte die erste Leistungsabgabe. Die elektrische Leistung des Kraftwerkes I betrug 190 MW. Ab Dezember 1941 erfolgte schrittweise die Inbetriebnahme des Kraftwerkes II (222,5 MW).

Bis Kriegsende wurde das gesamte Werk stark zerstört, anschließend wieder aufgebaut und bis Ende der 80er Jahre war es ein "Eckpfeiler" der Energiewirtschaft der DDR. Auf der Grundlage der 13. Bundesimmissionsschutzverordnung und gemäß den Festlegungen des Einigungsvertrages erfolgte die Stilllegung der Werksanlagen wie folgt:

22. Juli 1990 Schwelhaus I
27. August 1990 Brikettfabrik II und
Schwelhaus II mit dazugehörigen Nebenanlagen
11. April 1995 Kraftwerk I
30. Juni 1996 Kraftwerk II und Brikettfabrik I.

Bereits im Oktober und November 1998 erfolgten die Sprengungen der beiden Schornsteine vom ehemaligen Kraftwerk I. Gegenwärtig laufen Entkernungs- und Demontagearbeiten in den Kraftwerksbereichen; bei den bereits abgebrochenen Schwelereien erfolgt die Beseitigung der Fundamente und die Sanierung des Bodens. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohlenveredlungswerkes haben sich inzwischen Mittelstandsbetriebe wie Schrottwerke Leipzig GmbH, Mitteldeutsche Braunkohlestrukturförderungsgesellschaft mbH, Technische Dienst Espenhain GmbH, Mitteldeutsche Umwelt- und Entsorgungs GmbH, Sächsische Metallhandel und Recycling GmbH, Institut Fresenius Sachsen, Fischzucht Pistor u. a. angesiedelt. Zur Zeit arbeiten auf dem Territorium rd. 800 Arbeitnehmer, einschließlich der LMBV-Mitarbeiter. Der Sanierungsträger LMBV erarbeitet gemeinsam mit den Kommunen Espenhain/Mölbis und Kitzscher eine Bebauungskonzeption, die Grundlage für den zukünftigen infrastrukturellen Aufschluß und damit für die Nachnutzung sein wird.

Für an der Sprengung interessierte Besucher wird ein Besichtigungspunkt auf der Hochhalde Trages eingerichtet. Dieser ist nur zu Fuß von Mölbis, Pappelallee, aus zu erreichen.

Für Medienvertreter ist die Möglichkeit gegeben, von einer interessanten Kamerapositi-on (80 Meter Höhe) aus zu berichten. Zufahrt mit Fahrzeugen nur bis 9.30 Uhr über das Gewerbegebiet Mölbiser Landstraße (Anfahrt über B95, Abfahrt Espenhain Richtung Mölbis).

Vor-Ort-Kontakt für Rückfragen: Karin Franke, Tel.: (0172) 703 17 90

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