LMBV startet Flutung des Zwenkauer Sees - Einladung vom 2.3.2007

LMBV startet Flutung des Zwenkauer Sees
Größter Bergbaufolgesee im Südraum von Leipzig entsteht bis 2014

Leipzig. Am 9. März 2007 beginnt um 15:30 Uhr die Fremdflutung des Zwenkauer Sees durch die LMBV mit Sümpfungswasser aus dem MIBRAG-Tagebau Profen. Zwenkaus Bürgermeister Herbert Ehme, MIBRAG-Geschäftsführer Bruce De Marcus und LMBV-Geschäftsführer Dr.-Ing Mahmut Kuyumcu werden am künftigen Hafenbereich „KAP Zwenkau“ den Wasser marsch! - Befehl erteilen. Alle Akteure freuen sich, dass auch Sachsens Ministerpräsident, Prof. Dr. Georg Milbradt, seine Teilnahme in Aussicht gestellt hat.

Zum siebenten und letzten Mal heißt es dann im Südraum von Leipzig „Wasser marsch!“. Seit 1998 hat die LMBV Schritt für Schritt die Flutungen in den Tagebaurestseen Cospuden, Haselbach, Werben, Hain/Haubitz, Markkleeberg und Störmthal begonnen. Das dazu verwendete Sümpfungswasser der MIBRAG aus den Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain gelangt seit dem über einen rund 63 Kilometer langen Rohrleitungsverbund direkt in die Sa-nierungstagebaue der LMBV. Grundlage dafür bildet der bereits 1997 abgeschlossene Wasserlieferungsvertrag mit der MIBRAG.

Auf Basis der Ende 2006 erhaltenen Genehmigung des Regierungspräsidiums Leipzig können nun in Zwenkau  bis zu 15 Kubikmeter Sümpfungswasser pro Minute aus dem Tagebau Profen eingeleitet werden. Später kommen noch bis zu 30 Kubikmeter Wasser pro Minute aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain dazu.

Rund 174 Millionen Kubikmeter Wasser wird der künftige Zwenkauer See in den nächsten 7 Jahren aufnehmen. Mit 970 Hektar Wasserfläche wird der südlich von Leipzig gelegene See  einmal größer sein als der Tegernsee. Mit den Massenbewegungen zur Böschungssicherung und -gestaltung, der Errichtung des Abzweigbauwerkes und des Einleiters Zwenkau-West sowie der Außerbetriebnahme der Grubenwasserhaltungen wurden in den zurückliegenden Jahren die Voraussetzungen für die Fremdflutung geschaffen.

Der Zwenkauer See wird in den kommenden Jahren zu einem knapp 10 Quadratkilometer großen Landschaftssee mit Hochwasserschutzfunktion (Aufnahme einer Staulamelle von 2,1 Meter bzw. 19 Mio. Kubikmeter Wasser) und Bereichen für Freizeit und Erholung sowie für Natur und Landschaft entwickelt. Mit dem künftigen Hafenbereich KAP Zwenkau, wo der Ausstellungs-Pavillon für Bergbaugeschichte bereits seit einem Jahr touristischer Anziehungspunkt ist, besitzt die Stadt Zwenkau langfristige Entwicklungspotentiale.

Die mit den Bergbaufolgeseen Cospuden, Markkleeberg, Störmthal und Zwenkau bis zum Jahr 2014 entstehende rund 24 Quadratkilometer große Seenlandschaft unmittelbar südlich von Leipzig  soll mit der Pleiße, der Weißen Elster, der Neuen Luppe und den Kanälen in Leipzig verknüpft werden und so einen großräumigen Gewässerverbund ergeben. An diesem ehrgeizigen Ziel arbeiten bereits viele Akteure im Rahmen eines Wassertouristischen Nutzungskonzeptes der Region Leipzig. 

Fakten zum Tagebau Zwenkau:

  • Aufschluss: 1921
  • Stilllegung: 1999

Produktionszahlen:

  • Abraumbewegung  - 1,4 Mrd. m³ (dav. 1,2 Mrd. m³ durch AFB)
  • Rohkohleförderung - 580 Mio. t

Sanierungshauptleistungen: 

  • Massenbewegung: 19 Mio. m³
  • Demontage/Verschrottung: 77.000 t
  • Rekultivierung/Aufforstung: 104 ha
  • Wasserhebung: 75,5 Mio. m³    

Zum Hintergrund:

Die LMBV ist seit 1994 als Projektträgerin für die Wiedernutzbarmachung der nicht privatisierten Braunkohleareale im Auftrag des Bundes und der ostdeutschen Braunkohleländer tätig.

Die LMBV betreut 172 Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 29.883 Hektar. Davon liegen 111 in der Lausitz (16.446 Hektar) und 61 in Mittel-deutschland (12.390 Hektar).

Davon werden mit Fremdwasser insgesamt 46 Seen geflutet (18 in Mitteldeutschland und 28 in der Lausitz). Bei 8 Seen ist die Flutung bereits abgeschlossen und 7 Seen werden noch zur Flutung vorbereitet. Darunter befinden sich neben dem Ilse-See, der Lichtenauer See, der Heide-See, der Kahnsdorfer See – diese alle Brandenburg – sowie der Lugteich, der Kortizmühler See und der Graureiher See in Sachsen.

Durch Grundwasserwiederanstieg entstehen bzw. sind bereits 72 Seen (42 in der Lausitz; 30 in MD) entstanden. Bei weiteren 54 Tagebaurestlöchern ist der Grundwasserwiederanstieg bereits abgeschlossen, davon liegen 13 in Mitteldeutschland und 41 in der Lausitz.

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