Von der Grube zum Meer: Den künftig größten See Sachsen selbst erleben

LMBV-Presseinformation/Presseeinladung vom 05.07.2007 

Von der Grube zum Meer: Den künftig größten See Sachsen selbst erleben – vielfältige Angebote bei den 5. Besuchertagen im Lausitzer Seenland am Bärwalder See bei Boxberg


Senftenberg/Boxberg. Die 5. Besuchertage im neu entstehenden Lausitzer Seenland finden in diesem Jahr bei Boxberg (Nordsachsen) am früheren Tagebau Bärwalde vom 7 bis 8. Juli statt (Eintritt frei). Durch die Sanierung und Flutung der LMBV ist in den zurückliegenden Jahren aus der Grube der inzwischen größte See des Freistaates Sachsen mit bereits fast 1.300 Hektar entstanden, dennoch dauert die Flutung noch an. Bis zum Zielwasserstand (Untere Staulamelle) fehlen dem künftigen Speicherbecken nur noch einige Dezimeter. „Das Ufer des künftig größten See Sachsen öffnet sich am 7. und 8. Juli bei Boxberg für Jung und Alt. Dabei wird sich am kommenden Wochenende der Fortschritt der Bergbausanierung am Beispiel des Wandels vom ehemaligen Tagebau Bärwalde hin zum fast fertigen Bärwalder Speicher eindrucksvoll dokumentieren. Machen Sie sich am kommenden Wochenende selbst ein Bild von den attraktiven Angeboten während der Besuchertage am See!“, betonte der Vorsitzende der LMBV-Geschäftsführung, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu im Vorfeld der Eröffnung der gemeinsam mit der Gemeinde Boxberg und vielen weiteren Partnern organisierten 5. Besuchertage im Lausitzer Seenland.

Die Veranstalter erwarten wie in den Vorjahren (u.a. am Scheibe-See, am Geierswalder und am Ilse-See) wieder tausende Besucher aus Sachsen und Brandenburg. Treffpunkt für Ehrengäste und Medienvertreter ist am Samstag um 10:00 Uhr der ausgeschilderte Festplatz am Bärwalder See auf der Boxberger Seite (Nähe Ort Boxberg, Abzweig von B 156). Erwartet werden von den Veranstaltern u.a. Sachsen Wirtschaftsminister JURK und die Landräte KOCKERT (KM) und LANGE (NOL).

Gemeinsam mit Medienvertretern soll es auf´s Wasser gehen. Gegenwärtig sind der Projektträger LMBV und beauftragte Firmen bemüht, rechtzeitig große Beton-Pontons für einen künftig für den Wassersport nutzbaren Steg einzuschwimmen. Von diesen Pontons aus soll eine Premieren-Bootstour zu dem bereits vorhandenen Bootsanlieger nach Klitten gehen, um die Ausdehnung dieses Sees körperlich "erfahren" zu können.

Die Besuchertage sind in diesem Jahr eine gemeinschaftliche Veranstaltung der Gemeinde Boxberg, der LMBV, von Vattenfall, den Zweckverbänden und der IBA und vielen weiteren Partnern, darunter lokalen Vereinen und Firmen. Sie finden abwechselnd auf der sächsischen bzw. brandenburgischen Seite des Lausitzer Seelandes statt. Gewachsen sind die Besuchertage aus den Tagen der Sanierung bzw. den Tagen der offenen Tür, die die LMBV seit 15 Jahren rund um die Berg-bausanierung veranstaltet. Zu den Attraktionen am See gehören u.a. Hubschrauberflüge übers Seenland, ein Konzert mit Andy Borg, Podiumsdiskussionen, ein begehbares Luftbild des Seenlandes, Ausblicke vom Hubkran, Touren in den Tagebau Nochten und zum Kraftwerk Boxberg und eine erste Beach-Party sowie die Vorstellung des Landschaftskunstwerkes OHR.

„Gerade hier am Bärwalder See zeigt sich den Besuchern die spannungsreiche Entwicklung der Bergbaufolgelandschaften: Die Ergebnisse der aufwendigen Bergbausanierung werden für die Gäste im Lausitzer Revier mit dem neuen Rundweg am See immer greifbarer und nutzbarer.“ Die stillgelegten Tagebaue in der Lausitz sind inzwischen für die Menschen aus Nah und Fern immer mehr als neue, künstliche Lausitzer Seenlandschaft zu erfahren. „Mit der Flutung des Ilse-Sees Mitte März diesen Jahres haben wir als LMBV die letzte und dritte Phase der Braunkohlesanierung eingeleitet.Die Herstellung unserer mehr als 50 Bergbaufolgeseen werden bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts im Wesentlichen abgeschlossen haben, wobei der Bärwalder See einer der schönsten Rohdiamanten der Sanierung ist, an dem wir zur Zeit noch arbeiten,“ so Kuyumcu.

Erfolgreich im Wandel: Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist seit 1994 als Projektträgerin für die Wiedernutzbarmachung der nicht privatisierten Braunkohleareale im Auftrag des Bundes und der ostdeutschen Braunkohleländer tätig.


Daten und Fakten zur Sanierung und Flutung des ehemaligen Tagebau Bärwalde zum Bärwalder See

Historische Entwicklung
 
Flöz    2. Lausitzer Flöz

Abraummächtigkeit   37 m
Kohleförderung   185 Mio. t
Abraumbewegung   683 Mio. m³
Abraum : Kohle Verhältnis  3,7:1

Abbaufolgewirkung   

Ortsverlegungen   
1976 Merzdorf
1978 Schöpsdorf

Landinanspruchnahme  1952 ha

Tagebauentwicklung
1971 Beginn Aufschlussentwässerung
1973 Beginn Aufschlussbaggerung 
1976 Beginn der Kohleförderung
1977 Einsatz Abraumförderbrücke
1982 Inbetriebnahme der 2. Abraumförderbrücke
1992 Vorzeitige Stillsetzung des Tagebaues
 damit keine Überbaggerung von Klitten
 jedoch wurden die Gebäude Jasua abgerissen
1993 Beginn der Sanierung

Kohleversorgung
Brikettfabriken des Werks Glückauf
Braunkohleveredelungsanlagen Schwarze Pumpe
Kraftwerk Boxberg

Braunkohleplan
25.02.1992 Aufstellung
04.02.1998 Genehmigung und verbindlich erklärt

 

Sanierungsentwicklung

Bergtechnische Sanierung

Die bergtechnische Sanierung ist abgeschlossen. Dazu gehören:
Verdichtungen
Massenbewegungen mit Tgb. Großgeräten und mobiler Erdbautechnik
Böschungsgestaltung
Wegegestaltung
Rekultivierung
Herstellung der geotechnischen Sicherheit
Errichtung der Zulauf- und Ablaufanlagen für die Flutung

Wichtige Gewerke der Sanierung:

- Massenbewegung mit Tgb.-Großgeräten  14,7 Mio. m³
- Massenbewegung mit mobiler Erdbautechnik  12,2 Mio. m³
- Sprengverdichtung    12,8 Mio. m³
- Rütteldruckverdichtung      7,9 Mio. m³
- Dynamische Intensivverdichtung     4,3 Mio. m³

Speicher Bärwalde

Wasserstand zur Zeit   121,66 mNN
Zielwasserstand (Untere Staulamelle):   123,00 mNN
Flutung seit     13.11.1997
Volumen Ist:    131,2 Mio. Kubikmeter
künftige Wasserfläche:    1.299 Hektar
max. Volumen des Sees:    174 Mio. Kubikmeter
Variables Speichervolumen:    25 Mio. Kubikmeter
Uferlänge     20,6 km
ph-Wert (z.Zt.)    3,4


Flutungsmengen   / Kapazität    / Stand 1997 -  06.07.2007

Einlauf Spree  / 5 m³/s   / 102,0 Mio. m³

Heberleitung Schwarzer Schöps / 1 m³/s   /  31,8 Mio. m³

Zulauf Dürrbacher Fließ  / 5 m³/s  /   26,8 Mio. m³

Zulauf Schulenburgkanal  / 5 m³/s  /   95,4 Mio. m³

Ableiter   /  3 m³/s

Summe:  256,0 Mio. m³

Das entstehende Landschaftskunstwerk „Ohr“ am Bärwalder See

Das größte begehbare Ohr wird im Rahmen des Verwaltungsabkommens für Braunkohlesanierung - §4 in Projektträgerschaft der LMBV errichtet.
Es ist 350 Meter lang und 18 Meter hoch. Die Ohrmuschel bildet durch ihre Anhöhen einen natürlichen Geräusch-Schutz. In der Mitte des Ohres entsteht ein Amphitheater mit 270 Sitzplätzen, in dem Konzerte, Theatervorstellungen und weitere Veranstaltungen stattfinden werden.

Bis Juni 2007 sind in Summe 120.000 Kubikmeter Erdmassen für die Profilierung des Grundkörpers eingebracht worden. Um das Landschaftsbauwerk sicher zu befestigen, wurden lagenweise in Summe 31.300 Quadratmeter Erosionsmatten und 46.400 Quadratmeter Geogitter eingebaut. Über einen ca. 1.000 Meter langen naturnah ausgebauten Weg gelangt der Besucher auf eine Aussichtsplattform von der man einen Rundblick über den Bärwalder See bis ins Oberlausitzer Bergland haben wird. Die Hauptleistungen zur Gestaltung des Ohrs wurden in 2006 erbracht. So wurden 35.000 Kubikmeter Sand eingebaut. Damit wuchs das Ohr in jenem Jahr um 10 Meter. Der größte Teil der Erdmassen konnte aus unmittelbarer Nähe gewonnen werden. Über 20.000 Kubikmeter mussten trotzdem mit LKW’s aus anderen Bereichen zugefahren werden. Der Bau des Amphitheaters wird durch den Zweckverband Bärwalder See realisiert. Abschluss der gesamten Baumaßnahme ist im September 2007 geplant.

 

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