LMBV-Film „Neue Seen – alte Gruben“ zeigt Wandel vom Tagebau zum Neuseenland

LMBV-Film „Neue Seen – alte Gruben“ zeigt Wandel vom Tagebau zum Neuseenland
Arbeit im Tagebau Espenhain begann vor 70 Jahren

Leipzig. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit hat die LMBV einen Film über die Geschichte des Tagebaus Espenhain bis hin zu seiner Wiedernutzbarmachung erstellen lassen.

1937 begann mit den Entwässerungsarbeiten der Aufschluss des Tagebaus Espenhain. Bis zu seiner Stilllegung im Jahr 1994  wurden im Tagebau 1,7 Milliarden Kubikmeter Abraum bewegt und rund 565 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert – der letzte Kohlezug verließ im Juni 2006 die Grube. Insgesamt hat der Tagebau knapp 4000 Hektar Fläche in Anspruch genommen; 14 Ortschaften mit ca. 8200 Einwohnern mussten umgesiedelt werden.
Nur zehn Jahre umfasste die Zeitspanne zwischen dem letzten Kohlezug und der Freigabe des Markkleeberger Sees im Sommer 2006. Im Eiltempo und mit gigantischem technischen Einsatz im Rahmen des Sanierungsbergbaus entstand aus dem ehemaligen Großtagebau Espenhain der Markkleeberger See. Bis zum Jahr 2011 wächst in unmittelbarer Nachbarschaft auch noch sein „großer Bruder“, der Störmthaler See.

Böschungen von über 30 Kilometern Länge sind bisher standsicher gestaltet worden, ausgerichtet auf eine schnelle Flutung und eine attraktive Folgenutzung. Insgesamt wurden dazu mehr als 80 Millionen Kubikmeter Erdmassen im Tagebau Espenhain gewonnen, gefördert und verkippt. Bis 2002 erfolgte dies mit Tagebaugroßgeräten, danach mit mobiler Erdbautechnik. Inzwischen sind Strandbad, Seepromenade und Wildwasseranlage am Markkleeberger See zu Anziehungspunkten geworden. Der Störmthaler See lockt künftig mit VINETA, Silberwald und Bergbau-Technik-Park.
Das Wirken der Bergleute, die Arbeit der Sanierer sowie Ergebnisse des Landschaftswandels und zukünftige Projekte an den beiden Seen zeigt ein knapp 30-minütiger Film „Neue Seen – Alte Gruben“, der zusammen mit der Potsdamer Dokfilmfirma FILMART erstellt wurde und bereits anlässlich des diesjährigen Espenhainer Ehemaligentreffens am 15. September im Dispatcherturm Premiere hatte.

Ab sofort ist der Film als DVD über den Verein KuHstall e. V. Großpösna gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro, zzgl. Versandkosten, zu erwerben (Telefon: 034297/14010 oder Mail: info@kuhstall-ev.de).

Weitere Informationen zum Tagebau Espenhain finden Sie hier.

Vom Tagebau Espenhain zum Markkleeberger und Störmthaler See

1937         Beginn des Aufschlusses
1939         Beginn Abraumförderung
1940         Beginn der Rohkohleförderung (Zugbetrieb)
1944         Inbetriebnahme der Abraumförderbrücke (AFB 17)
1966           Beginn der Vorschnittbaggerung
1986         Umstellung des Vorschnittes auf Bandbetrieb
1988         Einführung der gebrochenen Förderung im Mittelabraum
12/1993         Beginn der Stilllegung des Tagebaus:
         23.12.1993 - Vorschnitt
         30.04.1994 - AFB 17
         30.06.1994 - Kohleförderung im Oberflöz
         14.09.1994 - Mittelabraum
         27.06.1996 - Ende Restauskohlung Unterflöz – letzter Kohlezug
1994-2001  Tagebausanierung mit Großgeräten: Gewinnung, Förderung und Versatz von rund 54 Mio. Kubikmeter Abraummassen im Rahmen der Rückgewinnung von Massen der AFB-Kippe. Zwischen 1996 und 1999 erfolgte die Schüttung des Riegeldammes, der die Restseen Markkleeberg und Störmthal trennt  und als Auflage für die BAB 38 dient.
07.05.1997  Sprengung der AFB 17 mit anschließender Verschrottung
20.07.1999  Beginn Fremdflutung im Markkleeberger See
Mitte 2000   Einstellung der Hauptwasserhaltung im Restloch Störmthal
2002            Gründung des Vereins Bergbau-Technik-Park (Erhalt Tagebaugroßgeräte)
13.09.2003  Beginn Fremdflutung im Störmthaler See
05/2005       1. Spatenstich für Kanuwildwasseranlage am Markkleeberger See
07/2006       Freigabe des Markkleeberger See für die Öffentlichkeit
08/2006       Freigabe der BAB 38 im Kippenbereich des Tagebaues Espenhain
11/2006       Fertigstellung der Hubbrücke über dem Gewässerverbund Markkleeberger-Störmthaler See
04/2007      Eröffnung Kanuwildwasseranlage am Markkleeberger See
09/2007       Baustart für Kunstprojekt VINETA (schwimmende Kirche)

Produktionsdaten
Abraumbewegung   1,7 Mrd. Kubikmeter (davon 1,2 Mrd. Kubikmeter durch AFB 17) und Rohkohleförderung  565 Mio. Tonnen

Hauptsanierungssanierungsleistungen
 Massenbewegung (Sanierungsabraum)   83,1 Mio. Kubikmeter 
 Rückbau/Demontage/Verschrottung           120.693 Tonnen
 Rekultivierung/Aufforstung                            231 Hektar
 Wasserhebung/Reinigung/Ableitung         113 Mio. Kubikmeter
 Wassereinleitung durch Fremdflutung      167 Mio. Kubikmeter

Noch zu realisierende Sanierungsschwerpunkte
 Bereich Störmthaler See:
 -  Herstellung Auslaufbauwerk zur Ableitung von Überschusswasser aus dem Markkleeberger See in die Kleine Pleiße
 -  Wiederherstellung der Vorflutanbindungen

 Bereich Störmthaler See:
 -  Böschungsendgestaltung, insbesondere im Bereich der ehemaligen
    Tagebauausfahrt
 -  Wiederherstellung der Vorflutanbindungen (Cröbernbach, Schlumperbach,
    Göselbach)
 -  Rückbau von Anlagen der ehemaligen Tagebauinfrastruktur
 -  Wegebaumaßnahmen
 -  Altlastensanierung
 -  Aufforstungen

Sanierungsziel
Die Sanierungsarbeiten werden mit dem Ziel weitergeführt, den
Grundwasserhaushalt wieder zu normalisieren und die neu entstehenden
Gewässer in die Bergbaufolgelandschaft zu integrieren sowie den umliegenden
Kommunen Voraussetzungen für attraktive Erholungsbereiche anzubieten.
Im Ergebnis entstehen die beiden Seen:
· Markkleeberger See (vorauss. Flutungsende 2008) mit einer Wasserfläche von 252 Hektar und
· Störmthaler See (vorauss. Flutungsende 2011) mit einer Wasserfläche von 733 Hektar    

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