LMBV organisiert Sorforthilfe: LMBV-Chef vor Ort bei Delitzschern

Gespräch mit Landrat Czupalla und Stadtverwaltung - Soforthilfe zugesagt für von Vernässungen betroffene Bürger

Senftenberg/Delitzsch. Am 26. Juni 2008 informierte die LMBV-Geschäftsführung das Landratsamt und die Stadtverwaltung Delitzsch über den erreichten Stand und den Zeitplan zur Umsetzung der Maßnahmen im Zusammenhang mit den Folgen des Grundwasserwiederanstiegs im Stadtgebiet Delitzsch. Dies war eine Fortsetzung der Informationsveranstaltungen, die die LMBV am 20. September 2007 in der Sondersitzung des Stadtrates Delitzsch und am 30. Januar 2008 für die Bürger durchgeführt hat.

Die LMBV hat ausgeführt, dass im Stadtgebiet Delitzsch in der Vergangenheit, insbesondere ab den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, aber auch nach Einstellung der Sümpfung im Tagebau Delitzsch-Südwest in den neunziger Jahren sowie nach 2000 Häuser und Gebäude errichtet wurden, ohne dass dabei der sich jetzt vollziehende Grundwasserwiederanstieg hinreichend oder überhaupt berücksichtigt wurde. Infolgedessen treten Vernässungen in zahlreichen Häusern und Gebäuden auf.  Diese Betroffenheit wird im Bereich der Loberaue  verstärkt durch eine ungenügende Vorflutwirkung des Lobers. Hinzukommt, dass die Grundwasserneubildungsrate bedingt durch das Fehlen einer Frost- und Schneeperiode sowie durch das hohe Niederschlagsaufkommen im IV. Quartal 2007/I. Quartal 2008 extrem hoch ausgefallen ist. Damit einher gegangen ist eine Häufung von Betroffenheiten.

Die LMBV sieht sich als Bergwerksunternehmen nicht verantwortlich für die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs, weil hierbei das vorbergbauliche Niveau grundsätzlich nicht überschritten wird.

Erfreulicherweise haben sich aber der Bund und die Braunkohleländer, hier der Freistaat Sachsen, geeinigt, Gefahrenabwehrmaßnahmen auch im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg zu finanzieren und haben hierzu die LMBV als Projektträger beauftragt.

Die technische Planung der LMBV, die in enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden, wie Regierungspräsidium, Landratsamt, Bergbehörde etc., erarbeitet worden ist bzw. noch konkretisiert wird, sieht vor:

1.      Ausbau und Wiederanschluss des Lobers an den Grundwasserleiter zur Erhöhung des Abflussvermögens und der teilweisen Absenkung des Grundwasserspiegels („Lobersanierung“)

2.      Bauliche Maßnahmen für Stadtbereiche außerhalb der Wirkung der „Lobersanierung“ wie Einzelhaussanierung sowie evtl. Reaktivierung früherer Grabensysteme 

Vor allem für die Ausarbeitung der Pläne zur „Lobersanierung“ mussten umfangreiche behördliche Abstimmungen durchgeführt werden. Die Durchführung der Maßnahme soll möglichst noch in diesem Jahr begonnen und spätestens 2010 abgeschlossen werden. Die Maßnahmen außerhalb des Wirkungsbereichs „Lobersanierung“ sollen wie bereits 2006 begonnen, fortgesetzt werden.

Bis zum Abschluss der Maßnahmen wird die LMBV den bereits jetzt durch Vernässung Betroffenen ohne Anerkennung einer Rechtspflicht finanzielle Unterstützung gewähren. Die Betroffenen erhalten in Kürze von der LMBV eine diesbezügliche Mitteilung, machte der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Dr. Mahmut Kuyumcu, auch bei Gesprächen mit Delitzschern vor Ort deutlich.

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