Vom Überlandboot in die Zukunft des Lausitzer Seenlandes blicken

IBA eröffnet am 28. Juni 2008 die Schau(Bau)Stelle am zukünftigen Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See und macht den schiffbaren Seenverbund erlebbar

Senftenberg. Im Themenjahr „Seensucht Lausitz“ der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land Großräschen (Kreis OSL) spielt der Bau schiffbarer Verbindungen im Lausitzer Seenland eine zentrale Rolle. Am 28. Juni 2008 wird um 10 Uhr am Besucherparkplatz Großkoschen eine „Schau(Bau)Stelle“ am Überleiter 12, der künftig den Senftenberger mit dem Geierswalder See verbinden wird, eröffnet. Mit einer ungewöhnlichen Aussichtsplattform in Form eines vier Meter hohen aufgeständerten „Überlandbootes“ bespielt die IBA mit Unterstützung der Vattenfall Europe Mining AG den besonderen Standort. Damit will die IBA auf die Leistungen der Bergbausanierung und die Entwicklungen im Lausitzer Seenland aufmerksam machen.

Der Bau des 1050 Meter langen schiffbaren Kanals ist ein herausragendes Projekt, das die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) realisiert. Nahezu 350.000 Kubikmeter Erdmasse werden bewegt und der Fluss Schwarze Elster sowie die Bundesstraße 96 durch zwei 90 und 64 Meter lange Schiffstunnel unterquert. Die Schwarze Elster wird dauerhaft umverlegt und erhält ein neues Gewässerbett. Um den Höhenunterschied von etwa zwei Metern zwischen den Seen zu überwinden, ist auch der Bau einer Schleuse erforderlich. Dieses touristische Infrastrukturprojekt, das im Auftrag des Landes Brandenburg für die Stadt Senftenberg gebaut wird, ermöglicht einen Anschluss des etablierten Senftenberger Sees an die 7.000 Hektar große Seenkette. Ab 2010 sollen Sportboote und Fahrgastschiffe den Kanal für die Überfahrt nutzen können.
Auch Radfahrer und Skater werden durch den Tunnel unter dem Fluss und die Bundesstraße hindurch fahren können. Damit wird eine kreuzungsfreie Verbindung beider Seerundwege ermöglicht.

Das acht Meter lange „Überlandboot“, das nach einem Entwurf des Architekturbüros raumlabor berlin umgebaut wurde, beherbergt in seinem Rumpf ein Modell zum Bauprojekt. Einst als Rettungsboot auf der Nordsee im Einsatz, findet es im Lausitzer Seenland nun eine neue Bestimmung. Im Rahmen der „Schau(Bau)Stelle“ wird es an dem spannenden Ort in der Landschaft im Wandel von Schauplatz zu Schauplatz wandern und das Baugeschehen am Überleiter 12 von drei verschiedenen Standorten aus erlebbar machen. Während die erste „Schau(Bau)Stelle“ die Untertunnelung der Bundesstraße fokussiert, wird der zweite Standort einen besonderen Blick auf den Bau der Flussbrücke und die Umbettung der Schwarzen Elster ermöglichen. Die letzte Station wird im Jahr 2009 an der Schleuse sein. Die technischen Bauarbeiten für Tunnel und Schleuse sollen laut LMBV-Angaben zum 1. Oktober 2008 beginnen.

Stichwort: Seenverbund:

Als Folge der Flutung von Tagebaurestlöchern entstehen in der Lausitz 14.000 Hektar neue Wasserflächen und damit nicht nur Europas größte künstliche Seenlandschaft, sondern auch eine neue Tourismusregion: das Lausitzer Seenland. Im Kernbereich werden zehn Seen mit insgesamt 7.000 Hektar Wasserfläche über 13 Kanäle schiffbar miteinander verbunden, so dass Mitte des nächsten Jahrzehnts ein Wasserwandern von See zu See möglich sein wird.
Drei Kanäle sind bereits von der LMBV fertig gestellt worden. Das sind der Sornoer Kanal, der den Sedlitzer mit dem Geierswalder See verbindet; der Rosendorfer Kanal zwischen dem Sedlitzer und Partwitzer See sowie der Barbara-Kanal zwischen dem Partwitzer und Geierswalder See. 2009 soll ein weiterer Kanal zwischen dem Blunoer und Sabrodter See fertig werden und 2010 die Verbindungen zwischen dem Senftenberger und Geierswalder See sowie zwischen dem Partwitzer und dem Neuwieser See. Nach dem jetzigen Planungsstand der LMBV werden der Barbara-Kanal und der Überleiter 12 die ersten wasserführenden Kanäle sein.

(Quelle: IBA-Pressemitteilung vom 27.06.2008)

Kontakt: Janine Mahler, IBA-Pressearbeit, Fon +49 (0)35753 - 370 283

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