Attraktive Momentaufnahmen von Neuen Seen in alten Gruben: Flutungszahlen I. Halbjahr 2008 – Lausitzer Bergbaufolgeseen wurden weiter gefüllt - Flutung ruht zur Zeit

Senftenberg. Die Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg hat heute die Zahlen für das erste Halbjahr 2008 vorgelegt. Die Mitarbeiter der LMBV haben in diesem Jahr (per 30.06.2008) bereits rund 93,4 Mio. Kubikmeter Flutungswasser aus der Spree, der Schwarzen Elster und der Lausitzer Neiße zur Flutung der Bergbaufolgeseen in der Lausitz entnehmen können, teilte Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber auf Nachfrage mit. Seit Mai sind die Flutungsanlagen der LMBV angesichts der Wasserstände in den Flüssen jedoch schon weitgehend außer Betrieb gegangen.

Druckfähige attraktive neue Luftaufnahmen (je 5 bis 8 MB) von Lausitzer Bergbaufolgeseen sind im Service-Bereich der Homepage http://www.lmbv.de/ unter Fotogalerie downloadbar.

Mit 93,4 Mio. Kubikmeter wurde das Flutungsergebnis des Vorjahres 2007 zum selben Zeitpunkt (Jahresmitte) geringfügig übertroffen. Zum Vergleich: im Trockenjahr 2003 und im darauf folgenden Mangeljahr 2004 lagen die verfügbaren Gesamtjahresmengen insgesamt nur bei  64 bzw. 65  Mio. Kubikmeter. Zu dem guten Ergebnis in 2008 trugen bisher die durchschnittlichen Frühjahrsniederschläge in der Region bei. An der Wetterstation Lohsa wurden 2008 beispielsweise 91 Prozent des langjährigen Niederschlags-Mittelwertes gemessen. Hinzu kam der fast frostfreie Winter 2007/2008, wobei die Niederschläge seltener als Schnee fielen und dadurch in den Flüssen stetiger zur Verfügung standen. „Die größten anteiligen Flutungsmengen kamen bisher entsprechend den Wasserentnahme-Erlaubnissen aus der Spree mit 38,2 Mio. Kubikmeter, aus der Neiße mit 32,6 Mio. Kubikmeter und der Schwarzen Elster mit 22,6 Mio. Kubikmeter“, betonte Dr. Steinhuber.

Rund zwei Drittel der diesjährigen Flutungsmengen, das waren rund 69,4 Mio. Kubikmeter, wurden in die sächsischen Bergbauseen eingeleitet. Davon flossen rund 32,6 Mio. Kubikmeter in den entstehenden Berzdorfer See bei Görlitz in der Oberlausitz. Der Seewasserspiegel stieg dort auf einen Wasserstand von bereits 58 Meter an. Weiteres Flutungswasser konnte in den Dreiweiberner See mit ca. 0,6 Mio. Kubikmeter und in die Blunoer Südsee, das Restloch Nordschlauch mit ca. 0,1 Mio. Kubikmeter eingeleitet werden. Mit 34,2 Mio. Kubikmeter wurde schwerpunktmäßig auch der Bärwalder See aus der Spree weiter aufgefüllt.

Für die Bergbauseen im Land Brandenburg bilanzierte die Flutungszentrale zur Halbzeit im Jahr 2008 anteilig bisher rund 24,0 Mio. Kubikmeter. Dieses Wasser wurde u. a. in den Geierswalder See (rd. 5,9 Mio. Kubikmeter) abgeschlagen. Im südlichen Brandenburg konnte weiterhin der Bischdorfer See (vormals Restloch 23) mit rund 0,7 Mio. Kubikmeter Zuwachs profitieren. Eine zentrale Rolle spielte der erst seit März 2007 in Flutung befindliche Tagebau Meuro, zwischen Senftenberg und Großräschen gelegen. Dem künftigen Ilse-See sind allein 2008 bereits 8,2 Mio. Kubikmeter zugeflossen. Weitere 1,2 Mio. Kubikmeter flossen 2008 in das Restloch 12 (Drehnaer See).

Die Flutung ehemaliger Braunkohlegruben in der Lausitz wird bis Mitte des nächsten Jahrzehnts nahezu abgeschlossen sein. Dann werden viele Seen ihren endgültigen Wasserstand erreicht haben, unterstrich der Pressesprecher der LMBV. Das Anfang der 90er Jahre gegründete Unternehmen ist für die Sanierung ehemaliger Bergbaugebiete in Ostdeutschland zuständig, zu der auch die Flutung von mehreren größeren Bergbaufolgeseen in Sachsen und Brandenburg mit einer Zielwasserfläche von 14.000 Hektar in der Lausitz gehört. Die Flutungszentrale Lausitz arbeitete in den zurückliegenden Monaten erfolgreich und in enger Abstimmung mit den zuständigen Landesbehörden des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg zusammen, um möglichst alle verfügbaren überschüssigen Wassermengen für die Flutung der Restlöcher in der Lausitz zu erschließen. Zu den Partnern gehören insbesondere das Landesumweltamt Brandenburg sowie die Talsperrenverwaltung Bautzen und das Regierungspräsidium in Dresden. 2007 hatte der Gräbendorfer See bereits als der erste Brandenburger Bergbaufolgesee nach der Wende seinen Endwasserstand erreicht.

Weiterführende Zahlen auf http://www.lmbv.de/ unter Wasserhaushalt/Kennzahlen.

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