Alte Gruben – neue Seen: Die Flutung macht es möglich – Schiffstaufe und Leinen los auf dem Zwenkauer See am 12. Juli 2008

Senftenberg/Zwenkau. Am Samstag, den 12. Juli 2008, wird am Zwenkauer See das erste Fahrgastschiff im künftigen Stadthafen auf dem entstehenden Zwenkauer See feierlich getauft. Auf Einladung des Zwenkauer Bürgermeisters Herbert Ehme und mit Unterstützung der LMBV mbH und der MIBRAG mbH war es möglich, bereits zu diesem frühen Flutungsstadium zu einer Schiffstaufe einladen zu können. Das Fahrgastschiff, 1957 in Oberkassel gebaut, ist  über 26 Meter lang und schwamm bisher in Mecklenburg auf dem Plauer See. Der Plauer See ist der drittgrößte Mecklenburger See.

Der Hafen ist noch behelfsmäßig und wird mit der weiteren Flutung weiter angepasst werden. Bis zum Flutungsende 2013 wird der Wasserpegel im Zwenkauer See noch um rund 25 Meter ansteigen. Der Zwenkauer See ist eines der letzten Flutungsprojekte der LMBV im Südraum Leipzig. Er wird einmal 960 Hektar groß und insgesamt ein Volumen von ca. 172 Mio. Kubikmeter Wasser aufnehmen. Die tiefste Stelle im See liegt bei +64,5 m NHN; der Zielwasserpegel auf dem Niveau von +113,5 m NHN. Gegenwärtig liegt der Wasserstand auf einer Ebene von 88,83 m NHN.

Der im Restloch des ehemaligen LMBV-Tagebaus Zwenkau entstehende Zwenkauer See wird mit seinen knapp 1.000 Hektar Wasserfläche der künftig größte Bergbaufolgesee im Südraum von Leipzig sein wird. Der Zwenkauer Sees zählt mit seiner Wasserfläche dann zu den 50 größten Seen Deutschlands. Zum Vergleich: Der bereits nutzbare Markkleeberger See ist mit 252 Hektar nur etwa ein Viertel so groß.

Bereits Anfang 2007 hieß es zum siebenten und letzten Mal im Südraum von Leipzig „Wasser marsch!“. Seit 1998 hat die LMBV Schritt für Schritt die Flutungen in den Tagebaurestseen Cospuden, Haselbach, Werben, Hain/Haubitz, Markkleeberg und Störmthal begonnen. Das dazu verwendete Sümpfungswasser der MIBRAG aus den Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain gelangt seit dem über einen rund 63 Kilometer langen Rohrleitungsverbund direkt in die Sanierungstagebaue der LMBV. Grundlage dafür bildet der bereits 1997 abgeschlossene Wasserlieferungsvertrag mit der MIBRAG.

Auf Basis der Ende 2006 erhaltenen Genehmigung des Regierungspräsidiums Leipzig können seitdem in Zwenkau  bis zu 15 Kubikmeter Sümpfungswasser pro Minute aus dem Tagebau Profen eingeleitet werden. Mit seiner Wasserfläche wird der südlich von Leipzig gelegene See  einmal größer sein als der Tegernsee. Mit den Massenbewegungen zur Böschungssicherung und -gestaltung, der Errichtung des Abzweigbauwerkes und des Einleiters Zwenkau-West sowie der Außerbetriebnahme der Grubenwasserhaltungen wurden in den zurückliegenden Jahren die Voraussetzungen für die Fremdflutung geschaffen.

Der Zwenkauer See wird in den kommenden Jahren zu einem knapp 10 Quadratkilometer großen Landschaftssee mit Hochwasserschutzfunktion  - Aufnahme einer Staulamelle von 2,1 Meter bzw. 19 Mio. Kubikmeter Wasser - und Bereichen für Freizeit und Erholung sowie für Natur und Landschaft entwickelt. Mit dem künftigen Hafenbereich KAP Zwenkau, wo der Ausstellungs-Pavillon für Bergbaugeschichte bereits seit zwei Jahren touristischer Anziehungspunkt ist, besitzt die Stadt Zwenkau langfristige Entwicklungspotentiale.

Im Zwenkauer Norden haben am 28. Januar 2008 mit einem symbolischen Spatenstich auch schon die Bauarbeiten für einen neuen Yachthafen am Kap Zwenkau begonnen. Am Zwenkauer See soll eine Anlegestelle für rund 200 Boote entstehen. Der Yachthafen selbst wird voraussichtlich ab 2013 nutzbar sein, wenn das Bergbaufolge-Gewässer seinen Zielwasserstand erreicht hat. Verantwortliche Projektträgerin ist auch hier die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Die mit den Bergbaufolgeseen Cospuden, Markkleeberg, Störmthal und Zwenkau bis zum Jahr 2014 entstehende rund 24 Quadratkilometer große Seenlandschaft unmittelbar südlich von Leipzig  soll künftig auch mit der Pleiße, der Weißen Elster, der Neuen Luppe und den Kanälen in Leipzig verknüpft werden und so einen großräumigen Gewässerverbund ergeben. An diesem ehrgeizigen Ziel arbeiten bereits viele Akteure im Rahmen eines Wassertouristischen Nutzungskonzeptes der Region Leipzig. 

Fakten zum Tagebau Zwenkau:
  Aufschluss: 1921
  Stilllegung: 1999
Produktionszahlen:
  Abraumbewegung  - 1,4 Mrd. m³ (dav. 1,2 Mrd. m³ durch AFB)
  Rohkohleförderung - 580 Mio. t
Sanierungshauptleistungen: 
  Massenbewegung: 19 Mio. m³
  Demontage/Verschrottung: 77.000 t
  Rekultivierung/Aufforstung: 104 ha
  Wasserhebung: 75,5 Mio. m³    

Künftig fährt das Zwenkauer Schiff an allen Wochenenden und Feiertagen. Am Sonntag, 13.07.08, 10 Uhr starten, so der Bügermeister der Stadt Zwenkau, dann alle zwei Stunden Schiffsrundfahrten. Karten hierfür sind bereits am Vortag ab 13 Uhr im Restaurant am KAP ZWENKAU zu erwerben. Herbert Ehme: "Bleiben Sie bis dahin neugierig – bis es heißt: LEINEN LOS am Stadthafen KAP ZWENKAU!"

Geplanter Ablauf der Veranstaltung :

10.00 Uhr Treffen am KAP ZWENKAU
10.30 Uhr Begrüßung durch den Bürgermeister und Grußworte
11.00 Uhr Musikalischer Festumzug zur Schiffsanlegestelle
11.30 Uhr Schiffstaufe mit anschließender Schiffsrundfahrt für geladene Gäste und Medienvertreter

Quellen: http://www.zwenkau.de/ und http://www.lmbv.de/ und www.srl-service-center.de/suedraum

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