LMBV-Tochter GVV mit Kali-, Spat- und Erzbergwerken feiert 15-jähriges Bestehen - Ministerpräsident Althaus nimmt am Festakt am 04.09.2008 am Petersenschacht teil

"Untertage feste arbeiten - Übertage Feste feiern"

Senftenberg/Sondershausen. Die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung
von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH (GVV), eine Tochterunternehmung der LMBV, feiert am 4. September 2008 ab 11:00 Uhr in Sondershausen das 15-jährige Bestehen des Unternehmens. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der GVV und langjähriger GVV-Geschäftsführer, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu, zeigte sich sehr erfreut, dass der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dieter Althaus, zu diesem Anlass sein Kommen und ein Grußwort zugesagt hat.

Die GVV wurde bereits 1993 mit Sitz in Erfurt gegründet. Hauptziel der GVV ist nach wie vor die Stilllegung und Verwahrung derjenigen Unternehmen in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, in denen untertägig Bergbau (außer dem Uranbergbau) betrieben wurde und in denen die Förderung in den Jahren 1990 und 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden musste.

Von Anfang an bestand die Aufgabe, die Betriebsteile – soweit möglich – einer Nachnutzung zuzuführen und die verwertbaren Vermögensteile zu privatisieren. Zu diesem Zweck wurden im Jahr 1993 acht bis dahin selbständige Unternehmen auf die GVV verschmolzen, später kamen weitere Betriebe bzw. Betriebsteile hinzu. Geschäftsführer der GVV sind Hans-Joachim Hartwig und Wolfgang Kirchner. Sitz des Unternehmens ist Sondershausen (Thüringen). Zur Bewältigung der umfangreichen Verwahrungs- und Verwertungsaufgaben stehen der GVV gegenwärtig noch 166 Mitarbeiter, vor allem für bergmännische Tätigkeiten unter Tage, zur Verfügung. Der Fortschritt der Verwahrmaßnahmen an allen Standorten bedingte einen stetig angepassten Personalbestand. Seit 1997 bot die GVV auch Schulabgängern die Möglichkeit an, eine moderne Berufsausbildung aufzunehmen. Bisher haben 83  Auszubildende erfolgreich eine Facharbeiterausbildung im Unternehmen erfolgreich absolviert.

Die Aufgaben der GVV als Zuwendungsempfänger des Bundes, kofinanziert vom Land Sachsen-Anhalt und vom Freistaat Thüringen konzentrieren sich nach der Produktionseinstellung der Kali-, Spat- und Erzbergwerke im Osten Deutschlands auf folgende Schwerpunkte:

• Langzeitliche Sicherung der Grubenbaue durch Versatzmaßnahmen zum nachhaltigen Schutz der Tagesoberfläche
• Behandlung von austretenden Grubenwässern bis hin zur gefahrenlosen Einleitung der aufbereiteten Wässer in die Vorfluter
• Geomechanische und hydrologische Sicherung und Rekultivierung von Halden und industriellen Absetzanlagen
• Nachnutzungsorientierte Sanierung ökologischer Altlasten
• Abbruch nicht nachnutzbarer Industrieanlagen und Bauten zur Neuansiedlung von Industrie und Gewerbe
• Vermarktung von Liegenschaften und Immobilien.

Von der GVV wurden bzw. werden folgende Standorte des Kalibergbaus betreut:

• Sondershausen
• Bleicherode
• Sollstedt
• Bischofferode
• Volkenroda
• Roßleben
• Dorndorf
• Staßfurt

Weiterhin gehören zur GVV die Bergwerke des Spatbergbaus in:
• Gehren
• Trusetal
• Lengenfeld
• Rottleberode sowie

des Erzbergbaus in :
• Altenberg
• Niederröblingen
• Elbingerode

sowie des übertägigen Steinkohlebergbaus in Zwickau und des Untergrundspeichers in Schönebeck.

Aktuelle Entwicklungen
Im Jahr 2008  stand der Verkauf des Bergwerkseigentums für den Bodenschatz Schwerspat im Bergwerksfeld Brunndöbra zum Zwecke der Gewinnung auf der Agenda. Das zu veräußernde Bergwerkseigentum Nr. 616/90/1010 für den Bodenschatz Schwerspat hat einen Flächeninhalt von 1.442.019 m². Es liegt im Vogtlandkreis (Freistaat Sachsen) in der Stadt Klingenthal (Ortsteil Brunndöbra) sowie in den Gemeinden Hammerbrücke, Tannenbergsthal und Grünbach-Muldenberg. Nach den vorgenommenen Erkundungen stehen in der Lagerstätte rund 2,7 Mio. t Rohspat mit rund 2,1 Mio. t BaSO4-Inhalt an. Nach der Einstellung der Förderung 1991 wurde die Grube bis 1996 verwahrt. Dabei wurden das Grubenfeld unterhalb der 655-m-Sohle geflutet, die Schächte verfüllt und die Zugänge gesichert. Die übertägigen Anlagen nebst Grundstückseigentum wurden bereits veräußert. Die Ausschreibungsfrist endete am 31.08.2008

Weiterhin wurde im März 2008 der Verkauf des Bergwerkseigentums für den Bodenschatz Kali-Salze einschließlich auftretender Sole am Bergwerksfeld Roßleben in Verbindung mit den Grundstücksflächen des ehemaligen Bergwerkes Roßleben zum Zwecke der Gewinnung ausgeschrieben. Das zu veräußernde Bergwerkseigentum Nr. 612/90/1006 an Kalisalzen einschließlich auftretender Sole hat einen Flächeninhalt von ca. 2.160 ha. Es ist länderübergreifend im Freistaat Thüringen und im Land Sachsen-Anhalt in den Landkreisen Kyffhäuserkreis, Saalekreis und Burgenland gelegen. Nach den vorgenommenen Erkundungen beträgt die verwertbare Fördermenge der Hartsalzvorräte ca. 200 Millionen Tonnen mit einem durchschnittlichen K2O-Gehalt von 17,5 %. Die 1991 stillgelegte Grube wurde 1997 nach Abschluss der untertägigen Verwahrmaßnahmen und Verfüllung der Schächte der natürlichen Konvergenz überlassen. Die übertägigen Bergwerksanlagen wurden bereits abgebrochen. Die GVV hat auf ihr Verkaufsangebot eine Reihe aussichtsreicher Interessensbekundungen erhalten. Die Geschäftsführung der GVV hat entschieden, mit mehreren Interessenten in weiterführende Gespräche einzutreten. Zur Vorbereitung dieser Gespräche haben die Interessenten zunächst ein detailliertes Informationspaket zum Kaufgegenstand erhalten. Die Interessenten waren aufgefordert, in einem Unternehmenskonzept ihre Vorstellungen zur Nutzung des Bergwerkseigentums, insbesondere zum Abbau und zur Aufbereitung der Kalivorräte, zu den geplanten Investitionen und Arbeitsplätzen zu erläutern. Zur Abgabe ihrer Konzepte wurde den Interessenten eine Frist bis Ende September 2008 eingeräumt.

Weitere Informationen unter http://www.gvv-sondershausen.de/

Ansprechpartner in der Geschäftsführung:
Hans-Joachim Hartwig
Geschäftsführer
Tel.: 036 32 / 720 200
Fax: 036 32 / 720 202
E-Mail: i.boersch@gvv-sondershausen.de

Weiterer Ansprechpartner für die Verwahrung:
Wolf-Dieter Hartung
Abteilungsleiter
Tel.: 036 32 / 720 220
Fax: 036 32 / 720 212
E-Mail: w.hartung@gvv-sondershausen.de

Anschrift:
Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH
Am Petersenschacht 9
99706 Sondershausen

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