„Bakterien fressen Eisen und Sulfat schon in der Kippe“ - Pilotvorhaben der LMBV am 16.09.2008 erfolgreich gestartet


„Bakterien fressen Eisen und Sulfat in der Kippe“ - ein neues Pilotvorhaben der LMBV an der Brandenburgisch-Sächsischen Landesgrenze wurde am 16.09.2008 presseöffentlich in der Lausitz gestartet. Mit  der Erprobung eines neuen Sanierungsverfahrens von saurem und schwefelbelastetem Grundwasser bereits in der Kippe demonstrieren die Bergbausanierer einen weiteren Ansatz zur Behandlung der neu entstehenden Bergbaufolgeseen bzw. der ihnen zuströmmenden Grundwässer. Das Vorhaben stellt die Kombination verschiedener wissenschaftlich entwickelter Verfahrensansätze und deren Überführung in einen größeren Maßstab dar. Auftraggeberin ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Genutzt wird dabei der Effekt, dass das Grundwasser im Skado-Damm einem Wandzwischenraum gebündelt zufließt und dort effektiv behandelt werden kann. Das Wirkprinzip ist die technische Stimulierung der biochemischen Sulfatreduktion. Für ihre Arbeit müssen die Bakterien mit Energie und Nährstoffen versorgt werden. Zu diesem Zweck wird ein Teil des Grundwassers mit Hilfe eines Brunnens gehoben und mit mikrobiell verwertbarem Kohlenstoff sowie Stickstoff und Phosphor angereichert. Anschließend wird es über eine der vier eingebrachten Infiltrationslanzen in den Grundwasserleiter zurückgebracht, um im Untergrund einen Raum zu schaffen, in dem die Bakterien optimale Bedingungen für die Sulfatreduktion haben. Durch die Bakterien wird das im Grundwasser gelöste Eisen und Sulfat zu Eisensulfid umgewandelt. Das Eisensulfid fällt als mineralische Neubildung aus und verbleibt im Kippengrundwasserleiter.

Auf diese Weise werden dem Grundwasser Mineralstoffe entzogen und der Versauerung bei Eintritt des Grundwassers in den Tagebausee entgegen gewirkt. Auftragnehmerin ist das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB); Nachauftragnehmer sind die Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus, Lehrstuhl für Wassertechnik und Siedlungswasserbau (BTUC) sowie die Sanierungsgesellschaft Niederlausitz (NSG) und die Werner Wils Düsensauginfiltration mbH.

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