Wasserkonferenz und Grundwasserwiederanstieg: Lösungen für Betroffene in Sicht - Reaktion auf nichtzutreffende Formulierungen in einer ddp-Meldung vom 12.11.2008 unter dem Titel: "LMBV rechnet mit..."

Leipzig. Im Rahmen einer LMBV-Fachkonferenz zur Integration der entstehenden Bergbaufolgeseen in die Gebietswasserhaushalte wurden vielfältige Lösungen und Lösungsansätze mit Vertretern von Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen diskutiert. Für jeden der 20 größeren Bergbaufolgeseen der LMBV im mitteldeutschen Revier gibt es genaue Prognosemodelle und Gutachten für die Flutung und Güteentwicklung. Diese ermöglichen rechtzeitige und differenzierte Steuerungs- und Eingriffmöglichkeiten im Rahmen der zugelassen oder beantragten wasserrechtlichen Planfeststellungen, um alle Sanierungs- und Flutungsziele zu erreichen. Die dafür notwendigen wesentlichen baulichen Anlagen an den insgesamt rund 10.300 Hektar großen mitteldeutschen Seen sind bereits von der LMBV errichtet worden, in Vorbereitung oder im Bau.

Parallel zur Flutung der Seen füllen sich die Grundwasserleiter im Umfeld der ehemaligen Tagebaue nach Einstellung der bergbaulichen Grundwasserabsenkung wieder auf. In der Regel stellen sich die vorbergbaulichen Zustände im Grundwasser wieder ein. Dabei kann es auch zu Vernässungen bei baulichen Anlagen und Häusern kommen, wenn diese nicht baulich angepasst sind oder z. B. in Flussauengebieten liegen.

Im Auftrag von Bund und den jeweiligen Bundesländern hat die LMBV 14 konkrete Bearbeitungsgebiete definiert, in denen der Grundwasserwiederanstieg genauer untersucht und mögliche potenzielle Konfliktgebiete mit Grundwasserflurabständen von kleiner/gleich 2 m abgegrenzt werden.

Auf der Leipziger Konferenz wurde gestern das Herangehen der LMBV und der beteiligten Behörden am Beispiel der Stadt Delitzsch von der LMBV vorgestellt. Bereits im Jahr 2001 hatte die LMBV hydrologische Berechnungen vorgenommen und in der Folgezeit auch bei bis zu 300 Altlastenverdachtsflächen untersucht, ob von diesen durch den Grundwasseranstieg eine Gefahr ausgeht. Im Stadtgebiet Delitzsch gibt es derzeitig lediglich in einem Fall  bei den Altlasten einen Handlungsbedarf. Hier sollen im Jahre 2009 Gefahrenabwehrmaßnahmen getroffen werden.

Darüber hinaus wurden Infrastruktureinrichtungen, wie z. B. Verkehrswege und Medienleitungen, unter dem Aspekt des Grundwasserwiederanstieges geprüft. In der Stadt Delitzsch wurde ebenfalls die Wirksamkeit der Vorfluter untersucht und deren Lage durch Vermessung aktuell bestimmt. Mit einem Pumpversuch am Lober wurde zusätzlich wissenschaftlich dokumentiert, dass dieser Fluss nicht ausreichend zur notwendigen hydraulischen Entlastung der Grundwasserverhältnisse im Stadtgebiet beiträgt. In diesen Tagen wird daher von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen in Abstimmung mit dem Projektträger LMBV ein Planfeststellungsantrag bei der zuständigen Behörde zur Genehmigung eingereicht, um den Abfluss im Lober künftig zu erhöhen und damit für rund 120 Grundwasser-Betroffenheiten Abhilfe zu schaffen. Für weitere wasserbauliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Loberausbau werden Parallelgenehmigungen eingeholt. Grundhafte Unterhaltungsmaßnahmen am Lober sollen bereits im November 2008 durch die Landestalsperrenverwaltung beginnen.

Für weitere 25 Betroffenheiten im Stadtgebiet werden Einzellösungen erarbeitet. Dies kann u. a. die Errichtung einer Ring-Drainage, des Anheben der Bauwerke oder Abdichten der Bauwerke sowie auch die Teilverfüllung bzw. Verfüllung von Kellern bedeuten. Unter Rückstellung unterschiedlicher Rechtsauffassungen und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht wird die LMBV hier im Auftrag des Bundes und des Landes den Betroffenen Hilfsangebote zur Gefahrenabwehr bzw. zur Bewältigung unerwünschter Folgen des Grundwasserwiederanstieges machen. Bei notwendigen Sofortmaßnahmen zum Trockenhalten bzw. Trocknen - wenn beispielsweise Vernässungen bereits gemeldet und eingetreten sind - werden bis zu 80 Prozent dieser Kosten über das Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung, hier den § 3, finanziert. Bei den komplexen Lösungen für das Stadtgebiet  Delitzsch werden bis zu 90 Prozent aus dem oben genannten, letztendlich öffentlichen Topf beigesteuert.

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