Bergleute in Mitteldeutschland sind verlässliche Partner

MIBRAG, LMBV und ROMONTA feiern in Leipzig mit Gästen aus Politik und Wirtschaft die Schutzheilige St. Barbara

Theißen/Senftenberg/Amsdorf - Leipzig. Über 400 Bergleute des Braunkohlen- und Sanierungsbergbaus in Mitteldeutschland ehren am 4. Dezember 2008 in Leipzig ihre Schutzpatronin – die Heilige Barbara. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH und die Unternehmensgruppe ROMONTA beschäftigen mehr als 2 550 Mitarbeiter. In diesem Jahr empfangen die Bergleute Peter Hintze, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, als Ehrengast. Die Barbarafeier ist ein würdiger Rahmen, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) in Theißen mit den beiden Tagebauen Vereinigtes Schleenhain in Sachsen und Profen in Sachsen-Anhalt wird 2008 erneut stabile Förderzahlen vorlegen. Dr. Joachim Geisler, Vorsitzender der Geschäftsführung MIBRAG: „Die MIBRAG bleibt trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein verlässlicher Partner in Mitteldeutschland.“ Dazu gehört die kontinuierliche Versorgung der beiden hochmodernen Kraftwerke Lippendorf und Schkopau sowie der Stadtwerke Dessau und Südzucker AG Zeitz. Bis zum Jahresende wird das Bergbauunternehmen über 19 Millionen Tonnen Rohbraunkohle fördern. Ein positives Ergebnis wird ebenfalls im Absatz des Veredlungsproduktes Braunkohlenstaub und von Elektroenergie erwartet.

Das Bergbauunternehmen hat in den vergangenen Monaten neben dem Tagesgeschäft vor allem seine Zukunftsprojekte forciert. In den nächsten Jahrzehnten wird die Entwicklung des Energie- und Industriestandortes Mitteldeutschlands und der MIBRAG maßgeblich von der Erkundung der Braunkohlenlagerstätte bei Lützen und dem Kraftwerksneubau am Standort Profen geprägt sein. Dr. Joachim Geisler weist in diesem Zusammenhang auf intensive Gespräche mit mehreren nationalen und internationalen Interessenten hin. Eine erhebliche Rolle werde bei einem geplanten Investitionsvolumen von über 1,5 Milliarden Euro die klare Positionierung der Politik zur Rolle der heimischen Braunkohle im künftigen Energiemix spielen.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)  ist ein hundertprozentiges Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Senftenberg. Die Arbeiten der LMBV werden mit öffentlichen Mitteln finanziert. Auf Basis eines Verwaltungsabkommens zahlt der Bund 75 Prozent; weitere 25 Prozent werden durch die Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgebracht. 2008 war das erste Jahr des vierten Verwaltungsabkommens zur Finanzierung der Braunkohlesanierung. Der Bund und die ostdeutschen Braunkohleländer werden für 2008 insgesamt 238 Millionen Euro bereitstellen, davon für das mitteldeutsche Revier zirka 82 Millionen Euro. Auf dieser Grundlage konnte die LMBV ihre Arbeiten zum Aufbau neuer attraktiver Landschaften mit hoher Qualität im hohen Tempo fortsetzen. Die Gesamtbeschäftigungswirkung der Braunkohlesanierung beläuft sich 2008 auf zusammen etwa 3 200 Arbeitsplätze.

Für die planmäßige Umsetzung der Sanierungsprojekte werden 2008 in unmittelbarer Rechtsverantwortung der LMBV rund 54 Millionen Euro im mitteldeutschen Revier aufgewendet. Bereits im Dezember 2007 erfolgten die wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschlüsse für den Gremminer See, im Mai 2008 für den Störmthaler und Markkleeberger See und im Oktober 2008 für den Witznitzer See. Auch der in Sachsen-Anhalt gelegene Geiseltalsee erhielt mit den Maßnahmen der Ufersicherung entlang der Nordböschung den Feinschliff für den Anstieg des Wasserspiegels um weitere sieben Meter. Am Hainer See nahm im Juli 2008 die Neutralisationsanlage zur Entwicklung der Wasserqualität ihren Regelbetrieb auf.

Mit der Einstellung der Sümpfung in den Tagebauen der LMBV füllt sich der Grundwasserabsenkungstrichter im Revier großräumig wieder auf. Das Grundwasser steigt in Richtung seines vorbergbaulichen Niveaus und stellt den Sanierer vor neue Herausforderungen. Weil zahlreiche Betroffenheiten und erste potenzielle Gefährdungen von Schutzgütern erkennbar waren und sind, haben sich Bund und Braunkohleländer zur Finanzierung von Gefahrenabwehrmaßnahmen unter Drittmittelbeteiligung bereit erklärt. Die LMBV nimmt die Betroffenheiten ernst, obwohl sie nicht in der Verantwortung steht, und hat bereits 72 Vereinbarungen über Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr geschlossen. Insgesamt werden 2008 erneut zirka 40 Millionen Euro zur Bewältigung unerwünschter Folgen des Grundwasserwiederanstiegs aufgewendet, davon mehr als 15 Millionen Euro im mitteldeutschen Revier.

Für die erfolgreiche Entwicklung der Bergbaufolgenutzungen im Revier war die Unterzeichnung der Vereinbarung zur Übertragung der Bergbaufolgeseen zwischen dem Freistaat Sachsen und der LMBV Anfang des Jahres von herausragender Bedeutung. Damit wurden in Sachsen die Unwägbarkeiten für dringend notwendige Investitionen beseitigt. So erwarb die Gemeinde Großpösna 43 Hektar Strandbereich des Störmthaler Sees. In Sachsen-Anhalt hat die Stadt Mücheln die Uferbereiche des Geiseltalsees mit insgesamt zirka 522 Hektar erworben.

Die ROMONTA GmbH mit dem Braunkohlentagebau Amsdorf konnte 2008 trotz komplizierter geotechnischer und hydrologischer Bedingungen die Förderung bitumenhaltiger Braunkohle fortführen, zugleich erschweren diese Bedingungen eine bedarfsgerechte Versorgung der Montanwachsfabrik.

Um die Nachfrage nach Montanwachsprodukten auch in der Zukunft als Marktführer abzudecken, ist die erfolgreiche Überführung eigener Forschungsergebnisse in die Produktion und Vermarktung entscheidend. Dazu zählen insbesondere neuentwickelte Dispersionen zur Hydrophobierung von Gipskartonplatten und Fußbodenlaminaten sowie kundenspezifische Anwendungen von Spezial- und Sonderwachstypen.

Im April wurde mit dem Neubau eines weiteren Dampferzeugers am Veredlungsstandort Amsdorf zur Stabilisierung der Prozesswärmeversorgung für die extraktive und destillative Gewinnung von Montanwachs aus Braunkohle, begonnen. Analog zum Dampferzeuger 5 werden auch hier als Heizmedium Ersatzbrennstoffe zum Einsatz kommen.

Mit dem Abschluss des Bauvorhabens Industrieerschließungsstraße von Amsdorf nach Etzdorf im Frühjahr diesen Jahres, die auf einer Länge von rund 3 km über die Innenkippe des Tagebau Amsdorf führt und mit der Freigabe des Teilstücks Halle-Rothenschirmbach der BAB 38 in den nächsten Tagen, wird sich die verkehrstechnische Anbindung der Industriestandorte Amsdorf und Etzdorf an das regionale und überregionale Straßennetz wesentlich verbessern.

Leipzig, 4. Dezember 2008


Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH
Wiesenstraße 20, 06727 Theißen
Pressesprecherin: Sylvia Werner
Telefon: 03441 684 612
Fax: 03441 684 460
Internet: http://www.mibrag.de/

Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH 
LMBV Zentrale
Knappenstraße 1
01968 Senftenberg
Pressesprecher: Dr. Uwe Steinhuber
Tel.: 03573 844 302
Fax: 03573 844 610
Internet: http://www.lmbv.de/

ROMONTA GmbH
Chausseestraße 1
06317 Amsdorf
Assistent der Geschäftsführung: Detlef Berger
Tel: 034601 40 158
Fax: 034601 22 215
Internet: http://www.romonta.de/

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