Erster Spatenstich zum Gewässerausbau des Lobers in Delitzsch Anfang Dezember erfolgt – Langfristig Schutz für 120 Wohngebäude gegen Grundwasser

Leipzig/Delitzsch. Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen hat in Partnerschaft mit der LMBV im Rahmen Ihrer Aufgabe zur Gewässerunterhaltung im Abschnitt zwischen dem Ortsteil Schenkenberg und dem Wehr am Lober mit der grundhaften Sediment- und Uferberäumung begonnen. Aus diesem Anlass wurde durch den Landrat Nordsachsens, Michael Czupalla und den Delitzscher Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde am 01.12.2008 der symbolische Erste Spatenstich ausgeführt.

Die Sediment- und Uferberäumung ist ein erster vorbereitender Schritt für den geplanten Ge-wässerausbau des Lobers im Stadtgebiet von Delitzsch über 6 km Länge. Für diesen Gewäs-serausbau wurden am 14.11.2008 an die Landesdirektion Leipzig die Planung nebst dem Antrag auf Planfeststellung in Form von 32 Ordnern übergeben. Die Besonderheit bei diesem Vorhaben ist das enge Zusammenwirken der Landestalsperrenverwaltung als Antragsteller und späterer Baulastträger sowie der  Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft als Vorhabensträger.

Neben dem Gewässerausbau des Lobers, der die Herstellung des Anschlusses des Grundwasserleiters an das Fließgewässer zum Ziel hat, finden parallel Planungen zur Gefahrenabwehr gegen wieder ansteigendes Grundwasser auf die Wohnbebauung in Delitzsch in mehreren Straßenzügen und Ortsteilen sowie weiterer Objekte wie dem Tierpark und die Schule in der Bitterfelder Strasse statt. Durch die geplante Gewässerausbaumaßnahme werden künftig ca. 120 Wohngebäude in Delitzsch gegen unerwünschte Folgen des Grundwasserwiederanstiegs geschützt.


Zum weiteren Vorgehen:

Nach Aussage der Landesdirektion Leipzig rechnen die LTV und die LMBV mit dem Vorliegen der Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung bis Ende Dezember. Im Januar 2009 ist zur Beschleunigung des Planfeststellungsverfahrens eine Antragskonferenz in der Landesdirektion Leipzig mit den beteiligten Trägern öffentlicher Belange geplant. Parallel werden von den von der Baumaßnahme betroffenen Bürgern der Stadt Delitzsch Zustimmungen durch ein von der LTV beauftragten Ingenieurbüro eingeholt. Wenn alle erforderlichen Zustimmungen rechtzeitig vorliegen, könnte im Juni 2009 durch die Landesdirektion Leipzig der Planfeststellungsbeschluss an die LTV übergeben werden. Erst dann kann unter Berücksichtigung aller Auflagen und Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses mit der Ausführungsplanung sowie der Vorbereitung zur Ausschreibung der Baumaßnahme begonnen werden.

Mit bauvorbereitenden Maßnahmen, wie zum Beispiel der Schaffung von Baustellenstrassen und -zufahrten sowie Lagerplätzen und notwendigen Baumfällungen soll im Spätherbst 2009 begonnen werden. Die Hauptbautätigkeit in den drei Bauabschnitten wird im Jahr  2010 erfolgen.

Parallel zur Einholung der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Zustimmun-gen der vom Bau betroffenen Grundstückseigentümer sind  im nächsten Jahr die beiden Ersatzlösungen zur Speisung des Wallgrabens und des Biokraftwerks Delitzsch als eigenständige Bauvorhaben vorgesehen. Dies wird notwendig, weil das Wehr am Lober  zurückgebaut werden muss. Untersuchungen ergaben, dass die Sedimente oberhalb des Wehres maßgeblich zur Ausbildung der Kolmationsschicht geführt haben und somit den Austritt des ansteigenden Grundwassers in den Lober verhindern.

Die gesamte Maßnahme soll unter größtmöglicher Schonung der Umwelt und Rücksichtnahme auf die Bevölkerung bei gleichzeitiger ökologischer Baubegleitung realisiert werden. So sind unter anderem ca. 600 T€ für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Rahmen des Landschaftspflegerischen Begleitplanes sowie Kosten der abschließenden Grundstücksvermessung zusätzlich zu den Baukosten einzuplanen. Durch die geplante Gewässerausbaumaßnahme werden ca. 120 Wohngebäude gegen den Grundwasserwiederanstieg geschützt.

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