"Schiff Ahoi!" statt" Glück auf!" - Die neuen Wassersport-Reviere Mitteldeutschlands und der Lausitz

Die Beach & Boat informiert:

"Über Kippen werden Boote segeln" sagte der ostdeutsche Landschaftsarchitekt Otto Rindt bereits in den 1960er-Jahren voraus. Der geistige Vater des Lausitzer Seenlandes sah auf der Fläche ehemaliger Braunkohletagebaue riesige Wasserlandschaften entstehen. Dieser Traum ist nun Wirklichkeit - und viel gigantischer als jede Vision. Ganz Mitteldeutschland wird zum Wassersportgebiet. Jedes Revier entwickelt dabei seine eigene Handschrift: Das Leipziger Neuseenland punktet mit urbanem Charme und Großstadtszene, das Lausitzer Seenland wird zum Eldorado für Wasserwanderer und Motorboot-Piloten, mit dem Geiseltalsee entsteht ein Genießer-Areal für Weinkenner, und an der Goitzsche warten Landschaftskunst und Kultur.

Auf der neuen Wassersportmesse Beach & Boat vom 12. bis 15.
Februar 2009 in Leipzig zeigen alle mitteldeutschen Reviere ihre wassersportlichen und touristischen Attraktionen. Rund 100.000 Hektar ehemalige Bergbaufläche werden zum maritimen Spielplatz mit Sandstrand, gepflegtem Rasen und wilder Natur. Die größte künstliche Seenlandschaft in Europa entsteht: Segler, Surfer, Schwimmer und Taucher können sich auf gigantischen 27.000 Hektar Wasserfläche austoben, umsäumt von Skate-, Rad- und Wanderwegen. Fast 120 Gewässer gehören zum neuen mitteldeutschen Seenland - kleine und große zwischen zehn und fast 2.000 Hektar, die jede sportliche und touristische Geschmacksrichtung bedienen.
Rechnet man den Bodensee heraus, vergrößert die neue mitteldeutsche Wasserlandschaft die Fläche der deutschen Binnenseen um ein Fünftel. Allein im Großraum Leipzig werden drei der 50 größten Seen Deutschlands liegen:
der Zwenkauer See, der Goitzschesee und der Geiseltalsee. Letzterer wird mit 1.853 Hektar Wasserfläche künftig auch der größte künstliche See in Deutschland sein.

Das Leipziger Neuseenland: Urban und sportlich vielseitig
"Wir geben jedem unserer Seen eine eigene Identität", erklärt Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland e.V..
"Die Stärke unseres Reviers ist die enge Verflechtung mit der Großstadt.
Tagsüber Sonne, Strand und Segeln - abends auf kurzem Weg zur Hochkultur und in die Szene von Leipzig.“

Der Kulkwitzer See, seit 1973 in Betrieb, ist Vorreiter und Maßstab für die anderen Bergbaufolgeseen des Leipziger Neuseenlandes. Als Tauchrevier hat sich der 150 Hektar große "Kulki", wie ihn die Leipziger nennen, bundesweit einen Namen gemacht. Mit für Binnenseen sensationellen Sichtweiten von etwa
12 Metern etablierte sich das Gewässer im Leipziger Westen als Zentrum für Sporttaucher. Sie finden unter Wasser abwechslungsreiche Flora und Fauna sowie ein eigens versenktes Kleinflugzeug und Tauchplattformen. Der Kulkwitzer See ist Übungsrevier für Segler und Surfer; eine Wakeboardanlage zieht seit 2003 auch Funsportler an. Für Newcomer ist die "Wassersportschule" Schladitzer See die richtige Adresse: "Hier kann man bei erfahrenen Trainern Segeln, Surfen oder Kitesurfen lernen", sagt Sandra Brandt. Zudem sei ein "Biedermeierstrand“
geplant: mondänes Baden in historischem Ambiente.

Als familienfreundliche "Badewanne" der Leipziger und ihrer Gäste entwickelte sich der Cospudener See: "Urbane Strukturen bis an die Seegrenze, mit Sandstrand, Wasserspielplatz und Minigolf", berichtet Sandra Brandt. Der See vor den Toren Leipzigs zieht seit dem Jahr 2000 mit seinen sportlichen Windverhältnissen Segler, Surfer und Kiter an, ist Tauchrevier mit bizarren versunkenen Wäldern sowie romantische Kulisse für Firmen- und Familienfeiern. Am Nordstrand sind Beach Volleyball und Soccer angesagt.

Die Anbindung an die Leipziger Flüsse und Kanäle ist in vollem Gange - damit entsteht eine Wasserwanderlandschaft direkt aus der City, durch die Auwälder an die Seen. Als künftiges Glanzlicht für Segler und Surfer wächst der benachbarte Zwenkauer See heran. An seinem Nordufer werden unter dem Motto "Freizeit und Wohnen am See" Hotels, schwimmende Häuser und Segelhäfen entstehen.

Wildes Wasser ist Markenzeichen des noch jungen Markkleeberger Sees: Der Kanupark Markkleeberg ist eine der drei modernsten Wildwasseranlagen der Welt. Er steht sowohl olympischen Leistungssportlern als auch Hobby-Kanuten und Rafting-Freunden offen. Bei Ostwind ist der See auch attraktives Revier für Surfer und Kiter, und der 9,7 Kilometer lange Rundweg fordert Skater heraus.

Waghalsig klingen weitere Visionen des Leipziger Neuseenlandes. So für den Störmthaler See, der 2011 fertig geflutet sein soll: Das Projekt Vineta als Traustätte auf einem Schwimmponton - in Erinnerung an die weggebaggerte Kirche - sowie die Arche Botanica mit exotischen Pflanzen in Gewächshäusern und botanischem Garten sollen ihn prägen. Am Hainer See werden Touristen ihren individuellen maritimen Freizeitwohnsitz finden sowie gleichermaßen in Zukunft und Vergangenheit reisen können: Ein Klassikerdorf bietet Wohnen wie 1900 an, eine Science-Fiction-Raumstation wird an eine Unterwasserbasis erinnern.

Im Leipziger Neuseenland ist ein Binnenrevier entstanden, das seinesgleichen sucht. Ralf Grösel, einer der wichtigsten deutschen Segel- und Kite-Designer, hat das schon vor fünf Jahren begriffen: Er wechselte 2003 aus Frankfurt am Main nach Leipzig. 70 Prozent seiner Kites und Segel testet er am Cospudener und Markkleeberger See: "Hier habe ich alles, was ich brauche. Gute Verkehrsanbindung, ideale Windbedingungen. Im Binnenland gibt es nichts Besseres."

Erlebniswelt Goitzsche: Eldorado für Wind- und Kultursucher
Den Spagat zwischen Natur pur im Naturschutzgebiet Goitzsche Wildnis einerseits und Großevents wie der Motorboot WM und dem Musikfestival Splash! andererseits wagt die Erlebniswelt Goitzsche. "Wir orientieren uns auf Familien, die Natur aktiv erleben wollen", sagt Gabriela Belger vom Sachbereich Tourismus der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Eine der Visionen ist ein Bernsteinbergwerk für Touristen auf dem Wasser, denn bis 1991 wurde in der Goitzsche Bernstein gefördert. Bereits heute erinnert die restaurierte Villa am Bernsteinsee an diese Vergangenheit: Das majestätische Fabrikantendomizil, 1896 als Biermannsche Villa im Neorenaissance-Stil erbaut, beherbergt Hotel und Restaurant. Gleich nebenan befinden sich ein Yachthafen und die Strandpromenade "Bitterfelder Wasserfront". Der Goitzschesee hat sich zum Paradies für Surfer und Segler gewandelt (Motoren sind nur zur WM erlaubt), und das ehemals verschriene Bitterfeld mausert sich zum "Seebad". Neben Badegästen und Wassersportlern schwingen Kunst und Kultur das Zepter. Wahrzeichen des Sees ist der 26 Meter hohe Pegelturm, ein Projekt der EXPO 2000. "Unsere Landschaftskunst wie die monumentalen stählernen Wächter der Goitzsche oder das Amphitheater Agora begeistern die Touristen", freut sich Gabriela Belger. "Auch das erste deutsche Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf mit sieben Antiquariaten ist ein beliebtes Ziel."

Geiseltalsee: Genießerrevier für Weinkenner
Ein Genussziel für Weinliebhaber will der heute noch unfertige Geiseltalsee werden, ab 2010 der größte künstliche See Deutschlands. Bis dahin steigt der Wasserspiegel noch um sieben Meter.
"Wir liegen nur 13 Kilometer von der Saale-Unstrut-Region und von Naumburg entfernt, haben gute Weine sozusagen um die Ecke", sagt Thomas Weiß, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Marina Mücheln GmbH. "Die Architektur am See wird im edlen mediterranen Stil angelegt. Damit wollen wir Genießer der Generation 40+ ansprechen." Nicht nur für Genussmenschen, auch für Surfer und Kiter soll der Geiseltalsee zum Eldorado werden: "Durch Modellierung des Ufergebietes erreichen wir Auf- und Abwinde wie kaum eine anderes Revier." Auf dem 30 Kilometer langen und 3,5 Meter breiten Wirtschaftsweg um den See können sich Fahrradfahrer und Inline-Skater heute schon auspowern.

Lausitzer Seenland: Mekka für Wasserwanderer und Motoren

"In der Lausitz erlebt man eine Landschaft im Wandel", berichtet Marcus Heberle, Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft Lausitzer Seenland e.V. "Hier lässt sich die Entwicklung von einem Braunkohlerevier zu einer Wasserlandschaft hautnah beobachten. So erzählt das Lausitzer Bergbaumuseum Energiefabrik Knappenrode, Teil der europäischen Route der Industriekultur, von Geschichte und Zukunft der Region und steht damit in einer Reihe mit der Essener Zeche Zollverein oder der Völklinger Hütte im Saarland."
Flaggschiff des Wassersportreviers Lausitzer Seenland ist der touristisch sehr gut erschlossene Senftenberger See: Unterkünfte im 4- bis 5-Sterne-Segment lassen Besucher gern an dem 1973 eröffneten "Urahn" der rekultivierten Seen verweilen. Seit langem gehört das 1.216 Hektar große Gewässer zu den beliebtesten Surfspots der Region. Taucher können am Seegrund die Überreste eines alten Dampfers erforschen. Am sieben Kilometer langen Badestrand locken Beach Volleyball und Soccer. Motorboote bis 12 km/h sind ebenfalls erlaubt.

Überhaupt ist die Lausitz eines der wenigen Reviere, das auch um Motorbootliebhaber, Jetskifans und waghalsige Wakeboarder wirbt: Während sich fast alle anderen der neuen Seen auf Wind und Muskelkraft verlassen, sind auf Geierswalder, Partwitzer und bald Sedlitzer See Motorbootfahrer willkommen. Der Spreetaler See soll in einigen Jahren Speed-Areal werden.
Sogar aus der Vogelperspektive kann man das Lausitzer Seenland erleben: Am Sedlitzer See liegt der einzige deutsche Wasserlandeplatz. "Bereits 500 Flugbewegungen gab es im Jahr", berichtet Marcus Heberle stolz. Ein weiteres Highlight ist das erste schwimmende Ferienhaus im Lausitzer Seenland am Partwitzer See. Ab 2009 entsteht eine ganze Siedlung auf dem Wasser im Geierswalder See.

Neben Surfern und Kitern dürfen Motoren auch auf dem künftig knapp 1.300 Hektar große Bärwalder See ausfahren. Bis 2010 soll seine Flutung abgeschlossen sein, doch schon heute ist er Anziehungspunkt für Wasser-Touristen. Attraktion am See ist das Landschaftskunstprojekt "Ohr":
Eine rund 350 Meter lange und bis zu 18 Metern hohe begehbare Ohrmuschel mit Amphitheater, das unter anderem dem jährlichen Licht-Klang-Festival transNATURALE als Spielstätte dient. Auf dem fast durchgängig drei Meter breiten, asphaltierten sowie kurvenreichen 25-Kilometer-Rundweg tummeln sich Radler und Skater.

Mit rund 14.000 Hektar soll das Lausitzer Seenland Europas größtes von Menschenhand geschaffenes Gewässergebiet werden. Im Zentrum steht eine schiffbar verbundene Seenkette von 7.000 Hektar. Drei von 13 geplanten Kanälen sind bereits fertig gebaut. Bis die Boote fahren, wird es aber noch bis 2012 brauchen - erst müssen die Pegelstände hoch genug sein.

Ansprechpartner für die Presse:
Ingrid Bednarsky
Freie Journalistin im Auftrag der Leipziger Messe GmbH

Tel.:  +49 341 678-8185
Fax: +49 341 678-168185
E-Mail: i.bednarsky@leipziger-messe.de

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