Dass das Ruhrgebiet keine Seenplatte voller Grubenwasser ist - dies ist auch Honorarprofessor der TFH Dr. Benner zu verdanken

Bochum. Dass das Ruhrgebiet keine Seenplatte voller Grubenwasser ist und dass die dortigen Halden zu industriekulturellen Touristenattraktionen wurden, ist nicht zuletzt dem Know-how der dortigen regionalen Ingenieurgeologen zu verdanken. Dr. Lutz-Heinrich Benner, einem der führenden Experten für die Schadensminimierung bergbaulicher Aktivitäten, wurde am 20.01.2009 von der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola zu Bochum die Würde eines Honorarprofessors verliehen. 

In seiner Laudatio schlug der Bochumer Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer, europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, einen weiten Bogen vom Namenspatron der TFH zu ihrem jüngsten Honorarprofessor. Während Georg Agricola vor rund fünfhundert Jahren die ingenieurwissenschaftlichen Wurzeln des modernen Bergbaus gelegt habe, stehe Benners Wirken an der Fachhochschule Bergbau und der späteren TFH für die Gegenwart und Zukunft des Reviers. Am Beispiel des Bochumer Stadtteils Langendreer zeigte Schäfer in seinem Vortrag, wie wichtig ingenieurgeologische Expertise für die Stadtentwicklung in einer Bergbauregion ist...

TFH-Präsident Professor Dr. Kretschmann würdigte Dr. Benner als bedeutenden Experten der Ingenieurgeologie, der mit seinen Arbeiten im Kontext des Ruhrbergbaus entscheidende Impulse für Bergbauregionen weltweit geben könne. Dr. Benner sei zudem einer der herausragenden Lehrbeauftragten der TFH, der neben seinen Forschungsaktivitäten auch großen Einsatz für die Studierenden gezeigt habe...

Zum akademischen Festakt anlässlich der Verleihung der Honorarprofessur hatte TFH-Vizepräsident Professor Dr. Alexander Dohmen zuvor eine ganze Reihe bedeutender Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie viele Studierende und Absolventen begrüßt. Geotechnik-Professor Dr. Frank Otto, enger wissenschaftlicher Weggefährte Benners, führte in seinem Einführungsvortrag in dessen wissenschaftliches Spezialgebiet ein. Dass die Bergbauregion Ruhrgebiet Vorbildcharakter für die erfolgreiche Minimierung bergbaubedingter Schäden habe, sei nicht zuletzt auf Technologien etwa zur Haldenbrandbekämpfung zurückzuführen, die Benner mit entwickelt habe.

Dr. Peter Fischer, Leiter des Zentralbereichs Lagerstätte/Raumplanung der RAG Aktiengesellschaft, gab mit seinem Festvortrag über die Wasserhaltung des Ruhrbergbaus als Ewigkeitsaufgabe Einblicke in die ingenieurwissenschaftlichen Herausforderungen, die sich aus den Langzeitfolgen des Bergbaus ergäben. Nur eine ununterbrochene Wasserhaltung könne wirksam verhindern, dass das Ruhrgebiet vom Grubenwasser der aktiven und stillgelegten Bergwerke überschwemmt werde. Im zweiten Festvortrag des Abends erläuterte Abteilungsdirektor Michael Kirchner, Leiter der Abteilung Bergbau und Energie in Nordrhein-Westfalen bei der Bezirksregierung Arnsberg, Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung von Vorhaben des Steinkohlenbergbaus in Nordrhein-Westfalen. Im Zusammenwirken von Wirtschaft, Behörden, Öffentlichkeit und (Ingenieur-)Wissenschaft verfolge man das Ziel, Bergbauaktivitäten zu ermöglichen und zugleich Umwelt, Flora und Fauna wirksam zu schützen. Die Ergebnisse erfolgreicher Renaturierung könnten sich sehen lassen: Der Bergbau nimmt zwar Flächen in Anspruch, er gibt aber auch Natur zurück.

Quelle: Pressemitteilung der Technischen Fachhochschule Georg Agricola (TFH), Bochum, vom 21.01.2009

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