LR: Bergbausanierung darf nach der IBA nicht wieder wie vor der IBA vonstatten gehen, fordert IBA-Geschäftsführer

Großräschen. Was bei der Bergbausanierung in der Lausitz bisher geleistet wurde, das ist für Prof. Rolf Kuhn einmalig auf der Welt. „Mit der IBA haben wir diesem Wandlungsprozess ganz sicher den Glanz verliehen“, verweist der Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land auf die 25 Projekte, die bis zum IBA-Finale 2010 alle Träger gefunden haben und fortgeführt werden sollen. Am IBA-Sitz in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) liegen längst erste Konzepte für den Abschluss im kommenden Jahr vor. So ist der Schweizer Regisseur Jürg Montalta dabei, das künstlerische Großprojekt „Paradies 2“ umzusetzen…

Neben diesem künstlerischen Höhepunkt verweist Kuhn auf die Präsentation aller IBA-Projekte auf den Großräschener IBA-Terrassen. Oder die internationale Konferenz „Bergbau – Folge – Landschaft“, zu der 200 Experten aus der ganzen Welt erwartet werden. „Obwohl wir damit reichlich zu tun haben, zeigte sich unser Fachbeirat nicht vollauf zufrieden“, erklärt Kuhn. Von „zu sehr Nabelschau“ war da die Rede, was die Macher vor Ort nicht auf sich sitzen lassen wollten. Sie haben letztlich nach einer Form gesucht, um aller Welt die Gesamtleistung des Wandels auf der mit 5.000 Quadratkilometern größten Landschaftsbaustelle Europas zu vermitteln.

Entstanden sei die Idee der Präsentationsroute. In ihr sollen das Wirken der Bergbausanierer und der IBA verschmelzen. „Das gehört natürlich zusammen“, räumt der IBA-Chef ein. „Richtig sei aber auch, dass erst durch die Projekte der IBA die Sanierungsleistungen weltweit wahrgenommen würden. Das bedeutet für Kuhn zugleich: „Bergbausanierung darf nach der IBA nicht wieder wie vor der IBA vonstatten gehen.“…Während Kuhn davon überzeugt ist, dass die geplante Präsentationsroute – für deren Finanzierung 500.000 Euro erforderlich sind – die Qualität einer Bundesgartenschau hätte, steht er dennoch unter Zugzwang. Das „besondere Erlebnis“ am Ilse-See, im Großräschener IBA-Zentrum, lässt weiter auf sich warten. …

„Für die Fontäne (im Ilse-See) würden wir allerdings einen Sondersponsor benötigen. Und der ist noch nicht in Sicht.“ …Das Beharrungsvermögen und Engagement der Akteure vor Ort hat mit Unterstützung der IBA-Projektverantwortlichen dazu geführt, dass „architektonische Glanzpunkte“ gesetzt wurden… Es gelinge nicht oft, dass mit der prägnanten Form und dem Material – wie bei der 30 Meter hohen Landmarke – die Spanne von der Geschichte dieser Braunkohlenregion in die Zukunft repräsentiert werde. „Meine Erwartungen sind hier weit übertroffen worden“, gibt der kritische Geist der IBA zu. Die im Seenland verstärkt spürbare Eigendynamik ist es, die Kuhn für 2010 dennoch zuversichtlich macht. Sein Team werde alles tun, dass Besucher in zwei Jahren auf einem schwimmenden Steg über den Sedlitzer See laufen können. „Das wäre eine Attraktion zum Abschluss.“ Quelle: http://www.lr-online.de/nachrichten/LR-Themen;art1065,2366031 Alle Rechte bei Lausitzer Rundschau v. 22.01.2009

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