Robinien auf der Kippe Sedlitz von Agrargenossenschaft Großräschen geerntet

Senftenberg. Der Anbau von Energiewäldern auf den kargen Lausitzer Kippenböden ist im Vormarsch. In der Nähe des künftigen, von der LMBV geplanten, Kanals zwischen Ilse- und Sedlitzer See hatten Großräschener Landwirte im Jahr 2005 auf einer rund 3 Hektar großen Versuchskippe 33.000 Robinien gepflanzt. Zur ersten Holzernte konnten Mitte Januar 2009 die Vorstandsvorsitzenden Hans Joachim Kupz und Reiner Wolschke von der Agrargenossenschaft Großräschen in der vergangenen Woche zahlreiche Gäste begrüßen. Dazu gehörten Vertreter der TU Dresden, der BTU Cottbus und TU Wildau.

Insgesamt wurden 53 Tonnen Energieholz geerntet. Bei einer optimalen Anwachsrate hat sich auf der Fläche ein prächtiger und dichter Baumbestand mit einer Höhe von vier Metern und Stammstärken bis zu acht Zentimetern entwickelt. Reibungslos schnitt ein normaler Feldhäcksler den vierjährigen Bestand und häckselte diesen. Der winterliche Boden bot gute Arbeitsbedingungen. Das gehäckselte Holz wurde ins Trockenwerk nach Calau gefahren und wird dort zu Holzpellets verarbeitet. Besondere Bedeutung hat der Versuch in Großräschen, weil hier erstmals in Deutschland im Rahmen schnell wachsender Hölzer Robinien angebaut und geerntet wurden. „Die Anwachsquote lag bei 95 Prozent. Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, so Reinhard Wolschke von der Agrargenossenschaft.

Nicht so gut sah es auf einem benachbarten Schlag aus. Hier wurden 2006 Setzlinge ohne Wurzeln gepflanzt, die in jenem Trockenjahr sehr schlecht angewachsen sind. „Ob der Anbau von Energiebäumen für uns eine wirtschaftliche Perspektive bietet, wird der Vermarktungserlös zeigen", sagte der Agrarfachmann. Es werde noch einige Jahre dauern bis auch die anderen Energiehölzer wie Pappeln, Weiden, Aspen, Birken und Lärchen am Westufer des Sedlitzer Sees einen guten Ertrag bringen. Die Biomasseernte geht auch auf einer zur gehörenden LMBV-Bergbaufolgefläche am 4. Februar 2008 in der Energielandschaft Welzow-Süd gemeinsam mit mehreren Partnern weiter.

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