Grundwasserwiederanstieg: Lösungen für Altdöbern werden berechnet und weiter beplant - 3. Informationsveranstaltung erfolgt

Ein druckfähiges Luftild von Altdöbern können Sie ggf. unter www.lmbv.de im Bereich der Fotogalerie downloaden.

Senftenberg/Altdöbern. Mehr als 80 interessierte Bürger von Altdöbern (OSL-Kreis) hatten sich Ende Januar zu einer Informationsveranstaltung der LMBV unter dem Motto „Wie weiter mit dem Grundwasser in Altdöbern“ auf den Weg gemacht.

Unter Moderation von Bürgermeister Bernstein stellte Frank Laqua, Stabsleiter im Sanierungsbereich Lausitz, den Stand der Sanierungsarbeiten im Bereich des ehemaligen Tagebaus Greifenhain, vor den Toren Altdöberns gelegen vor. Dazu gehören das Fortsetzen der Verdichtungsarbeiten an den rund ein Drittel des Ufers ausmachenden gekippten Böschungen des Restloches und die dazu notwendigen Erdbewegungen. Geprüft wird u. a. der Neubau einer Pumpstation bei Casel am Gräbendorfer See, über die zukünftig Spreewasser in das Restloch Greifenhain geleitet werden könnte. Der dazu notwendige Flutungsleitungsbau könnte bis Herbst 2010 erfolgen. Deutlich ist bereits heute, dass eine Flutung des Altdöberner Sees, zurzeit bei 64,24 m NHN, keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Wiederkehren des Grundwassers auf vorbergbauliche Stände hat. Vielmehr führt der hohe Anteil bindiger Bestandteile im Boden Altdöberns in bestimmten Bereichen zu Erscheinungen von angestautem Grundwasser, auch als „schwebendes Grundwasser“ bezeichnet.

Mit großem Interesse wurde daher dem Vortrag von Martina Möller, LMBV-Arbeitsgruppenleiterin Planung, zu den Fragen des Grundwasserwiederanstiegs (GWWA) gefolgt. Sie stellte in Anknüpfung an eine 2. Bürgerveranstaltung im Jahre 2008 den weiteren Fortgang der Planungen der LMBV im Auftrag von Bund und Land zur Vermeidung unerwünschter Folgen des Grundwasserwiederanstiegs im Raum Altdöbern vor.

Parallel zu der Wiederherstellung der vorbergbaulichen Vorfluter und anderer vorhandener Grabensysteme ist auch die Ermittlung möglicher gefährdeter Objekte abgeschlossen worden, führte M. Möller einleitend aus. Demnach seien im Rahmen des §3 des VA IV in Altdöbern 1.885 Einzelgebäude bzw. Baulichkeiten zwischenzeitlich schon untersucht und die Daten in eine Planungsdatenbank eingepflegt worden. Für rund ein Viertel der untersuchten Baulichkeiten – genau 549  –  können Gefährdungen durch den GWWA nicht ausgeschlossen werden. Um die Grundwassersituation auch für diese Betroffenheiten in den Griff zu bekommen, strebt die LMBV als beauftragte Projektträgerin vorrangig Flächenlösungen an, betonte Martina Möller und berichtete von drei bisher entwickelten Lösungsvarianten.

So könnte etwa durch eine südöstlich des Ortes zu errichtende Filterbrunnengalerie das Grundwasser aufgenommen und abgeleitet werden, was den Bau von zwölf Filterbrunnenanlagen mit bis zu 240 Liter/Sekunde zu bewältigender Wassermengen beinhalten. Eine weitere zurzeit untersuchte Variante sei die Errichtung eines offenen Schutzgrabens - der bis zu 100 Liter /Sekunde aufnimmt - mit Ableitung in den Chransdorfer Fließ und den Altdöberner See sowie alternativ ein Maßnahmepaket von 16 kleineren objektkonkreten Flächenlösungsvarianten innerhalb der Ortslage Altdöbern entsprechend den lokalen Bedingungen.

Entsprechend den von Bund und Ländern vereinbarten Regularien beim §3 des VA IV müssten von den betroffenen Anwohnern lediglich bei notwendigen baulichen Einzelhaussicherungen entstehende Kosten anteilig als Drittmittel mitgetragen werden, antwortete Martina Möller auf eine Frage der Altdöberenerin K. Bormann. Die Bürgerin begehrte diesbezüglich zu erfahren, ob auf Hausbesitzer langfristig Belastungen zukämen, die diese womöglich im Extremfall zwängen, ihr Gebäude aufgeben zu müssen. Dies konnte verneint werden, da auch sozialverträgliche Einzelfalllösungen im Rahmen der Regularien denkbar seien.

Als kostengünstigste Variante erweist sich nach gegenwärtiger Vorkostenschätzung  der LMBV - im Rahmen der bisher beauftragten HOAI-Phasen 1 bis 2 - der Bau eines südwestlich der Ortslage gelegenen Schutzgrabens, der das anströmende Grund- und Oberflächenwasser aufnehmen soll. Ein möglicher Nachteil dieser Lösung sei, dass mit dem Graben von 1.210 Meter Länge, vier bis acht Meter Tiefe und 23 bis 39 Meter Breite ein erheblicher Einschnitt ins Landschaftsbild hingenommen werden müsste. Nach den vorliegenden Berechnungen und Prognosen würde sich die Anzahl der gefährdeten Einzelgebäude nach dem Bau eines solchen Grabensystems aber bis auf zehn reduzieren lassen. Auch in diesen Fällen ist die LMBV noch bemüht, für diese Grundstücke ebenso optimierte Lösungen zu finden.

Die Projektträgerin LMBV geht in den kommenden Monaten mit allen drei Lösungsvarianten, sowohl den 16 kleineren Flächenvarianten, dem Graben als auch mit der Filterbrunnengalerie-Idee in die Prüfungs- und Genehmigungsverfahren. Der Kreis der Beteiligten ist dabei entsprechend den Gesetzlichkeiten nicht klein. Noch weiß die LMBV nicht, wie sich Flurstückseigentümer, Naturschutzbehörden und weitere Institutionen dazu positionieren werden, bemerkte Martina Möller grundsätzlich an. Sie zeigte sich dennoch vorsichtig optimistisch: Wenn es dem Projektträger am Beispiel des Grabens gelingt, frühest möglich im zweiten Halbjahr 2010 mit den  Bauarbeiten zu beginnen, sei man auf einem guten Wege. Im Juni 2009 plant die LMBV gemeinsam mit der Kommune, den dann erreichten Untersuchungsstand und den weiteren Fortgang des Genehmigungsplanungsprozesses den Bürgern erneut vorzustellen.

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