Erste Energieholzernte in der Bergbaufolgelandschaft des Tagebau Welzow-Süd - Ziele der LMBV:

Senftenberg. Die LMBV verfolgt grundsätzlich das Ziel, die Forschungen an der Erzeugung nachhaltig gewonnener Energie, insbesondere auf ehemaligen Tagebauflächen, zu unterstützen und gleichzeitig dabei ihre gesetzlich festgelegten Rekultivierungsziele zu erreichen.

Grundsätzlich trägt die LMBV die Rekultivierungsverantwortung für die B-Bereiche im Tagebau Welzow-Süd einschließlich für den Bereich der Plantage mit der Zielstellung, dort entsprechend Sanierungsplan Wald herzustellen. Vattenfall trägt die Verantwortung für die bergmännische Herstellung der Flächen (müssen geschüttet) werden. Das Amt für Forstwirtschaft sah nach der Reform des Waldgesetzes keine rechtlichen Probleme, dort eine Energieholzplantage als Wald anzuerkennen. Inzwischen wurde jedoch die Fläche in eine Landwirtschaftsfläche offiziell umgewidmet.

Ziel ist ein 3-4 jähriger Umtrieb der Flächen in Abhängigkeit des Wurzelhalsdurchmessers von ca. 7 cm. Hier liegt eine technologische Grenze, bedingt durch die Erntemaschinen. Eingesetzte Pflanzen: Robinia pseudoaccia (Robinie), Herkunft Müncheberg, einjährig (1/0) in der Größe 40-60 cm; Anzahl: 10.000 Stück pro Hektar; Pflanzschema: Doppelreihenverband In der Reihe 0,75 cm Abstand zwischen den Pflanzen; zwischen der ersten Reihe und der zweiten Reihe 0,75 m Abstand,  zwischen der zweiten und der dritten 1,80 m Abstand und dann wieder 0,75 m. Durch das starke Ausschlagsvermögen, treibt die Robinie immer wieder neu. Der Energiewert der Robinie ist höher als jene vergleichbaren heimischen Hölzer und sie ist sehr unempfindlich gegen biologische Schädlinge. Rund 34 ha wurden von den bisher rekultivierten LMBV-Flächen von insgesamt ca. 50 ha im Bereich Welzow mit Robinie aufgeforstet.

Am 25.11.2005 wurde dazu eine Vereinbarung zwischen der Vattenfall Europe AG, der LMBV der BTU und dem Agrarbetrieb Landwirte GmbH Terpe-Proschim abgeschlossen. Inhalte waren u. a.:
1. LMBV verkauft Vattenfall eine ca. 170 ha große Rekultivierungsfläche
2. Bestandteil ist ein anzulegendes Alley-Cropping-System auf ca. zehn Prozent der Gesamtfläche als zusätzliches Landschaftselement und Forschungsobjekt.
3. Die Rekultivierungsfläche umgrenzt zu großen Teilen das Hühnerwasser.
4. LMBV ist für die Rekultivierung, d.h. Anlage der Energieholzplantage, inklusive Melioration und Düngung sowie Pflege, der Alley-Cropping-Flächen und der Begleitflächen verantwortlich. Die Rekultivierungsleistungen erfolgen entsprechend dem Gewerkekatalog der LMBV und den üblichen kaufmännischen Gepflogenheiten (Ausschreibung im Wettbewerb)
5. Die BTU führt Wuchsmessungen, Qualitätsansprachen etc. durch, ermittelt betriebswirtschaftliche Zahlen und gibt die Pflanzverbände und Sortimente vor.
6. Der Landwirtschaftbetrieb ist für die Ernte verantwortlich und stellt betriebswirtschaftliche Zahlen zur Verfügung.
7. Die Laufzeit der Vereinbarung ist auf 12 Jahre ausgelegt.

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