Hintergrundfakten und Statements zum "Witschas-Plan" weiterer Überleiter im Lausitzer Seenland

Lohsa/Bautzen. Der Lohsaer Bürgermeister und stellvertretende Landrat des Kreises Bautzen hat am 10. Februar 2009 auf einer öffentlichen Sitzung des Zweckverbandes Elstertal die Prüfung weiterer Kanalbauten für den Tourismus im Lausitzer Seenland vorgeschlagen. In einem der regelmäßig stattfindenden Abstimmungsgespräche des Bautzener Landrates Harig mit der LMBV-Spitze, zuletzt am 16.02.2009, wurde auch der so genannte „Witschas-Plan“ als ein Punkt von vielen mit besprochen. Dabei wurden weitere interne Schritte zur Prüfungen des Vorschlages angeregt. Bei der Idee für neue Überleiter handelt es sich um die Verbindung vom Knappen- zum Silbersee, vom Knappen- zum Scheibesee, vom Scheibe- zum Bernsteinsee (RL Burghammer), vom Spreetaler zum Bernsteinsee, vom Speicher Lohsa II zum Bärwalder See, von Lohsa II zum Bernsteinsee sowie vom Speicher Lohsa II zum Dreiweiberner See. Der zuständige LMBV-Sanierungsbereichsleiter Manfred Kolba äußerte in einer ersten Reaktion gegenüber Medienvertretern: „Technisch machbar ist von der Sache her fast alles für die LMBV als Projektträger.“ Allerdings müssten auch die wirtschaftlichen Prämissen betrachtet werden. "Überzeugen muss der Zweckverband nun langfristig vor allem den Freistaat Sachsen, das notwendige Geld für diese zusätzlichen Kanäle, die nicht hydraulisch und vordergründig nur touristisch notwendig sind, aufzubringen." M. Kolba wies darauf hin, dass der Bund im Rahmen der Grundsanierung lediglich bei einer wasserwirtschaftlichen Notwendigkeit bisher hydraulische Verbindungen mitfinanziert hat.

Zu den bereits 13 angedachten und zum Teil bereits realisierten Überleitern vom Ilse- bis zum Spreetaler See sollen nach dem Vorschlag aus dem politischen Raum weitere sieben Kanäle hinzukommen. Damit könnten langfristig weitere Bergbaufolgeseen, die bisher nicht durch Kanäle angebunden sind, aber zum entstehenden „Lausitzer Seenland“ dazu gehören, intensiver für eine touristische Nachnutzung mit eingebunden werden. Allerdings steht der „Witschas-Plan“ unter Vorbehalten, die auch sein Namensgeber kennt. Zum einen ist das die Frage nach der kompletten technologischen Machbarkeit. So haben frühere Untersuchungen gezeigt, dass insbesondere die geologischen Bedingungen zwischen Bärwalder See und dem Speicher Lohsa II kompliziert seien. „Wir wollen aber untersucht haben, unter welchen Umständen was machbar ist“, sagte Udo Witschas der regionalen Presse. Doch Udo Witschas geht es nicht unbedingt um die Realisierung seiner kompletten Idee. „Wenn nur ein wichtiger Teil umsetzbar wäre, ist der Region auch geholfen.“ Insgesamt könnte sich die Fläche des dann schiffbaren Seenlandes fast verdoppeln und mit knapp 10.000 Hektar Wasserfläche wirklich ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Europa besitzen, so Witschas weiter. Es gehe nicht darum, den Bau weiterer Überleiter zu erzwingen, aber die technischen Möglichkeiten müssten ausgelotet werden, um im Anschluss über die Finanzierung und Betreibung reden zu können. Ein großes Stück Zukunft für die Menschen der Region, könne so gestaltet werden und der südliche Teil des Seenlandes damit wirklich auch dazugehören.

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