LMBV-Niederschriften zur 2. Fachberatung "Stand der Integration von entstehenden Bergbaufolgeseen" in Leipzig 2008 veröffentlicht

Senftenberg. Auf den LMBV-Webseiten sind seit kurzem die zusammengefassten Niederschriften der LMBV zur 2. Fachberatung "Stand der Integration von entstehenden Bergbaufolgeseen in den Gebietswasserhaushalt des Mitteldeutschen Braunkohlenreviers" vom 12.11. 2008 in Leizpig zum Downloaden eingepflegt (Stand 27.02.2009). Bitte beachten Sie, das die pdf-Version der Niederschrift mehr als 19 MB groß ist. Sie finden die Datei im Bereich Wasserwirtschaft im Untermenü "Flutungskonferenz 2008". Auf Grund von vielfachen Nachfragen hat sich der Ingenieurbereich Technik der LMBV zu diesem Vorgehen entschlossen. Wesentliche Inhalte der Konferenzbeiträge können nun noch einmal nachgelesen werden. Auf der Leipziger Flutungskonferenz wurden u. a. die Schwerpunkte und Aufgaben bei der Umsetzung des Flutungs-, Nachsorge- und Wasserbehandlungskonzepts im Mitteldeutschen Braunkohlerevier behandelt. Als Fazit seines Einführungsvortrages hatte LMBV-Prokurist Klaus Zschiedrich folgende Eckpunkte aufgezeigt:

• Die Flutungs- und Wasserbehandlungskonzepte sind eine Fortschreibung der bisherigen Planungen unter Einhaltung der Zielvorgaben.
• Die Anpassung des Wasserüberleitungsvertrages zwischen MIBRAG und LMBV 2009 regelt die wasserwirtschaftliche Sanierung im Südraum von Leipzig und berücksichtigt die veränderten Wasserbeschaffenheitsverhältnisse des aktiven Bergbaus.
• Die zielgerichtete Arbeit des Flutungsmanagements der LMBV und der Landesbehörden sichert die weitere Flutungsoptimierung.
• Die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis ermöglicht eine effiziente und nachhaltige Verbesserung der Wasserbeschaffenheit in den Bergbaufolgeseen.
• Die Aufwendungen für die bergbaubedingte wasserwirtschaftliche Nachsorge sind Bestandteil des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Klaus Zschiedrich hatte erläutert, dass durch die LMBV insgesamt 51 Bergbaufolgeseen mit einer Wasserfläche von ca. 24.500 ha herzustellen sind. Auf das mitteldeutsche Braun¬kohlerevier entfallen 20 Bergbaufolgeseen, davon:
•10 Bergbaufolgeseen auf das Land Sachsen-Anhalt mit ca. 6.400 ha und
•10 Bergbaufolgeseen auf die Freistaaten Sachsen und Thüringen mit ca. 3.900 ha.

Nach der weitestgehenden Erfüllung der durch das Bundesberggesetz mit den §§ 54 und 55 vorgegebenen Verpflichtungen:
•zur Beseitigung von Gefahren für die öffentliche Sicherheit sowie
•zur Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau beanspruchten Flächen
verlagert sich der Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten der LMBV zunehmend in Richtung auf die Herstellung der Bergbaufolgeseen sowie zur Gestaltung deren Wasserbeschaffenheit.
Die für das mitteldeutsche Braunkohlerevier anstehenden Aufgaben sowie deren Bewältigung wurden für die Gebiete Nordraum, Westraum und Südraum dargestellt.

So sind auch die bergbaufremden Altlasten, die in den Bereich des aufgehenden Grundwassers gelangen können, rechtzeitig zu bewerten und gegebenenfalls zu sanieren. Gleiches gilt für die Infrastruktur, für Leitungen, Straßen und untertägige Medien in den prognostizierten durch den Grundwasserwiederanstieg in Mitleidenschaft gezogenen Konfliktgebieten. Der Schutz der Bausubstanz verdient in den Konfliktgebieten eine besondere Aufmerksamkeit. Hier sind es vor allem im Schutz bergbaulicher Grundwasserabsenkung errichtete Bauwerke, die ohne die erforderliche Vorsorge errichtet wurden und nun mit dem Grundwasserwiederanstieg Vernässungen erfahren können. Zschiedrich hatte auch deutlich gemacht, dass die Flutungsmaßnahmen im Nordraum nicht zu einer Erhöhung des Grundwasserstandes in Vergleich zur vorbergbaulichen Situation führen werden.

Einen Schwerpunkt der Arbeiten bildet die Flutung des Südraumes. Sie erfolgt durch Wasserlieferungen aus den aktiven Tagebauen der MIBRAG über eine Verbundleitung. Die Wasserlieferungen sind vertraglich geregelt und erfassen die Einspeisungen aus dem Tagebaukomplex Profen, mit Anteilen aus den Teilfeldern Domsen, Profen-Süd und Schwerzau und dem Tagebaukomplex Vereinigtes Schleenhain. Der Stand der Füllung der entstehenden Bergbaufolgeseen sowie der zur Steuerung der Wasserbeschaffenheit erforderliche Pufferkapazitätsbedarf wurden aufgezeigt. Mit der Tagebauentwicklung im Bereich des Tagebaukomplexes Vereinigtes Schleenhain verbunden, hat sich eine Veränderung der Beschaffenheit des Grubenwassers eingestellt. Es ist zu einer Reduzierung der Alkalinität im Grubenwasser gekommen. Nach den Prognosen wird die Wasserbeschaffenheit in den für die Verwendung als Flutungswasser ungeeigneten aciditiven Bereich  umschlagen.

Für den Tagebaukomplex Profen weisen dagegen die vorliegenden Prognosen bis 2020 derartige Veränderungen nicht aus. Es ist deshalb vorgesehen, ab 2010 die Flutung im Südraum aus dem Tagebaukomplex Vereinigtes Schleenhain einzustellen und auf Flutungswasser aus dem Tagebaukomplex Profen zu orientieren. Unterstützend zu den Wasserlieferungen des aktiven Bergbaus ist ab 2011 eine Wasserentnahme aus der Weißen Elster zur Flutung das Bergbaufolgesees Zwenkau vorgesehen. Auch das darauf aufbauende veränderte Flutungskonzept wurde dargestellt. Der geänderten Situation soll der in Arbeit befindliche neue Wasserüberleitungsvertrag mit der MIBRAG Rechnung tragen.

Für das Gebiet des Leipziger Neuseenlandes wirkt sich das Bewirtschaftungs- und Steuerungskonzept für das Flussgebiet von Weißer Elster und Unterer Pleiße aus. Es bezieht die im Verlauf der Pleiße gelegenen Talsperren und Speicher zur Wasserversorgung für die Nachsorge ein und berücksichtigt die vornehmlich der Nachnutzung dienenden Verbindungsgewässer.

Für die Nachnutzung der Bergbaufolgeseen ist das Erreichen einer den Nutzungszielen entsprechenden Wasserbeschaffenheit entscheidend. Seitens der LMBV wird dem Erreichen einer den Nutzungszielen entsprechenden und eine Anbindung der Bergbaufolgeseen an das öffentliche Gewässernetz ermöglichenden Wasserbeschaffenheit eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Langjährige, vom Ministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekte der Grundlagenforschung zur Behandlung saurer Wasserkörper wurden mit Kofinanzierung durch die LMBV in anwendungsorientierte Labor- und Technikumstests einschließende  Projekte überführt und im Rahmen von Pilotversuchen auf ihre Brauchbarkeit für den Sanierungseinsatz getestet. Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Wirkung entscheiden über den objektkonkreten Einsatz der Behandlungsverfahren.

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