LMBV-Start für Gütebehandlungs-Offensive der Lausitzer Bergbaufolgeseen - Lausitzer Premiere für Inlake-Neutralisation im Speicherbecken Burghammer

Senftenberg/Burghammer. Lausitzer Premiere für Sanierungsschiff auf dem Bergbaufolgesee Burghammer: Am 20. März 2009 begann um 11:54 Uhr in der Lausitz die Umsetzung eines für das Revier neuartigen Verfahren zur Konditionierung des Wasserkörpers im ehemaligen Tagebau Burghammer mit dem Einsetzen eines Sanierungschiffes. Der Wasserkörper im Restloch Burghammer hat derzeit niedrige pH-Werte und hohe Eisengehalte. Mit Hilfe von hierzulande noch nicht eingesetzten Sanierungsschiffen wird in einem zweistufigen „In-Lake-Verfahren“ die Wasserbeschaffenheit schrittweise verbessert. Im Zusammenhang mit der Errichtung des Wasserspeichers Lohsa II und der damit verfolgten Bereitstellung von Wasser für Niedrigwasseraufhöhung der Spree ab 2014 müssen auch die Ausleitbedingungen aus dem Bergbaufolgesee Burghammer in die Kleine Spree nach Vorgabe der Obersten Wasserbehörde des Freistaates Sachsen eingehalten werden.

Es ist vorgesehen, über mehrere Monate die Behandlung zuerst mit ca. 10.000 Tonnen Kalkmehl bis zum pH-Wert 4,3 und später mit ca. 6.000 t Kalkhydrat bis zum pH-Wert 6,5 durchzu-führen. Das Kalkmehl wird dazu auf dem Sanierungsschiff mit Seewasser angerührt und danach mittels Sprühtechnik auf dem See bis zu 7.000 l Suspension/min verbracht. 

Die LMBV beauftragte dazu die Firma Rheinkalk GmbH im Zusammenwirken mit einer ARGE aus den Firmen NSG Saalhausen und BUL-Sachsen als ein sehr erfahrenes Unternehmen mit dem nötigen Know-how auf diesem Gebiet. Die ingenieurtechnische Begleitung führt das Ingenieurbüro für Wasser und Boden GmbH aus Possendorf (IWB GmbH) durch.

Die Sanierungsschiffe sind schwedischer Herkunft und werden mittels LKW antransportiert und mit einem dazugehörigen selbst fahrenden Trailer an zwei Einsatzstellen auf das Gewässer ge-bracht. Diese Einsatzstellen befinden sich am Überleitbauwerk Lohsa-Burghammer und an der K9215  nach Burg, wo auch das Kalkmehl beladen wird.

Ein Sanierungsschiff ist ca. acht Meter lang und drei Meter breit. Es wiegt leer ca. acht Tonnen und kann mit ca. zehn bis zu elf Tonnen Kalkmehl beladen werden. Das Kalkmehl wird über Silofahrzeuge an die Einsatzstellen gebracht, wo die Schiffe beladen werden. Das Kalkmehl wird mit einer speziellen Technik in den Wasserkörper eingebracht. Dort entfaltet es fein verteilt seine Neutra-lisationswirkung. Durch diese Technik wird ein hoher Wirkungsgrad erreicht.

Vorher sind zahlreiche Studien durchgeführt worden. Nach einer Vorauswahl sind fünf alternative Verfahren eingehend untersucht und bewertet worden. Nach Abwägung aller Varianten wurde dieses kostengünstige Verfahren ausgewählt.

Auf dem Schiff sind alle notwendigen Bauteile wie Antrieb, Steuerung und Sicherheitseinrichtun-gen installiert. Mit dem Verfahren wird ein begleitendes Monitoring durchgeführt um die Ausgangsparameter und die Erfolgskontrolle zu gewährleisten.

Technische Daten der Komponenten bzw. des Gewässers:

Trailer
Eigenentwicklung
Eigenmasse   5,0 t
Masse Sanierungsschiff  12,5 t
Breite/Länge   3,10m/8,50m (mit Sanierungsschiff)
Bodenpressung Vorder-/Hinterreifen 1,75kg/cm²/1,25kg/cm²

Sanierungsschiff
Länge   8,50 m
Breite   3,10 m
Höhe ohne LKW   3,10 m
Geschwindigkeit   max.11 km/h
Leergewicht   7,5 t
Beladung mit Kalk  11 t
Kapazität / Ausbringung 7000 l Suspension/min bzw. 1,5 m³ Kalk/min
Schiffskörper   Aluminium mit problemlosen Transportmöglichkeiten
Antrieb   Schiffsschraube 360’ drehbar
Rheinkalksilo 500 m³ (werden im Dresdner Alberthafen beladen und per LKW an die Einsatzstellen gebracht)

Gewässerzustand
pH-Wert   2,9  
Sulfat   1200
Eisen   31 mg/l

Ausleitbedingungen
Ph-Wert   6-8,5
Eisen gesamt  < 3 mg//l
Eisen gelöst  <1 mg/l
Zink   < 1 mg/l
Kupfer gelöst  < 0,04 mg/l
Ammonium-Stickstoff < 1,5 mg/l

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