Heute konnte bereits der 100-Millionste Kubikmeter des Jahres in der Lausitz zum Fluten nutzbar gemacht werden – Halbjahresbilanz 2009

Die Seenmacher kommen gut voran – Halbjahresbilanz der Flutungszentrale 2009

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Senftenberg. Die Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg (FZL) hat gestern über die Flutungszahlen für das erste Halbjahr 2009 informiert. Die LMBV hat demzufolge in diesem Jahr (per 30.06.2009) bereits rund 96,7 Mio. Kubikmeter Flutungswasser aus der Spree, der Schwarzen Elster und der Lausitzer Neiße zur Flutung der Bergbaufolgeseen in der Lausitz entnehmen können, teilte die FZL mit. „Heute (09.07.2009) konnte von der LMBV bereits der Einhundertmillionste Kubikmeter in der Lausitz in diesem Jahr zum Fluten nutzbar gemacht werden“, präzisierte LMBV-Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber auf Nachfrage.

Mit den zur Jahresmitte bilanzierten 96,7 Mio. Kubikmeter wurde das Flutungsergebnis des Vorjahres 2008 zum selben Zeitpunkt (93,4  Mio. Kubikmeter zur Jahresmitte 2008) wieder übertroffen. Als Besonderheit des I. Halbjahres 2009 ist zu verzeichnen, dass eine zusätzliche  Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus den Speichern wegen der ergiebigen Niederschläge bisher nicht notwendig war. Zum Vergleich: im Trockenjahr 2003 und im darauf folgenden Mangeljahr 2004 lagen die verfügbaren Gesamtjahresmengen insgesamt nur bei je 64 bzw. 65  Mio. Kubikmeter.

Zu dem „guten Ergebnis in 2009“ trugen bisher auch die überdurchschnittlichen Niederschläge in der Region 2009 bei. „Die größten anteiligen Flutungsmengen kamen bisher entsprechend den Wasserentnahme-Erlaubnissen aus der Spree mit 46,3 Mio. Kubikmeter (Vorjahr 38,2 Mio. Kubikmeter) und aus der Neiße mit 41,9 Mio. Kubikmeter (Vorjahr 32,6 Mio. Kubikmeter)“, betonte Dr. Steinhuber.  Die  Schwarze Elster konnte bisher nur mit 8,5 Mio. Kubikmeter (Vorjahr 22,6 Mio. Kubikmeter) angezapft werden. Hintergrund für das „verhaltene Anzapfen“ der Schwarzen Elster sind u. a. mehrere von der LMBV im Seenland betriebene Baustellen für künftige Kanäle und dafür einzuhaltende Grenzwasserstände.

Mehr als drei Viertel der bisherigen Flutungsmengen, das waren rund 85,1 Mio. Kubikmeter (Vorjahr 69,4 Mio. Kubikmeter), wurden in die sächsischen Bergbauseen eingeleitet. Davon flossen rund 46,2  Mio. Kubikmeter (Vorjahr 32,6 Mio. Kubikmeter) in den schon sehr weit gefüllten Berzdorfer See bei Görlitz in der Oberlausitz. Der Seewasserspiegel stieg dort seit Jahresbeginn um mehr als 5,70 Meter. Weiteres Flutungswasser konnte in den Dreiweiberner See mit ca. 2,8 Mio. Kubikmeter eingeleitet werden. Rund 11,3 Mio. Kubikmeter gingen in den Blunoer Südsee sowie den Sabrodter See. Der Sabrodter See hatte damit seit Jahresbeginn einen Wasseranstieg von 240 Zentimeter zu verzeichnen. Mit 25,5 Mio. Kubikmeter wurden noch in den Bärwalder See aus der Spree weiter gefüllt. Seit dem 2. April 2009 hat dieser künftige Speicher sein Füllvolumen jedoch ausgeschöpft. Als voll gilt ebenso der Dreiweiberner See. 2007 hatte mit dem Gräbendorfer See (Kreis OSL/Land Brandenburg) bereits als der erste Brandenburger Bergbaufolgesee nach der Wende seinen Endwasserstand erreicht.

Für die Bergbaufolgeseen im Land Brandenburg bilanzierte die Flutungszentrale zur Halbzeit im Jahr 2009 anteilig bisher rund 11,6 Mio. Kubikmeter (Vorjahr 24,0 Mio. Kubikmeter). Dieses Wasser wurde u. a. in den Geierswalder See (rd. 1,3 Mio. Kubikmeter) abgeschlagen. Im südlichen Brandenburg konnte weiterhin der Bischdorfer See (vormals Restloch 23) mit rund 3,4 Mio. Kubikmeter Zuwachs profitieren. Eine zentrale Rolle spielte weiter der seit März 2007 in Flutung befindliche Tagebau Meuro, zwischen Senftenberg und Großräschen gelegen. Dem künftigen Ilse-See sind nur 2009 bereits 14,9 Mio. Kubikmeter (Vorjahr 8,2 Mio. Kubikmeter) zugeflossen. Damit stieg dort der Wasserspiegel um rund 4,90 Meter seit Jahresbeginn an.

Die Flutung ehemaliger Braunkohlegruben in der Lausitz wird voraussichtlich bis Mitte des nächsten Jahrzehnts nahezu abgeschlossen sein. Dann werden viele Seen ihren endgültigen Wasserstand erreicht haben, unterstrich der Pressesprecher der LMBV. Das Anfang der 90er Jahre gegründete Unternehmen ist für die Sanierung ehemaliger Bergbaugebiete in Ostdeutschland zuständig, zu der auch die Flutung von mehreren größeren Bergbaufolgeseen in Sachsen und Brandenburg mit einer Zielwasserfläche in der Lausitz von 14.000 Hektar gehört. Die Flutungszentrale Lausitz arbeitete in den zurückliegenden Jahren in enger Abstimmung mit den zuständigen Landesbehörden des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg zusammen, um möglichst alle verfügbaren überschüssigen Wassermengen für die Flutung der Restlöcher in der Lausitz zu erschließen. Zu den Partnern gehören insbesondere das Landesumweltamt Brandenburg sowie die Talsperrenverwaltung Bautzen und die Landesdirektion Dresden.

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