Leserbrief von Senior Expert Dr. G. Gockel zu Ursachen von Setzungsfließen in der Lausitz (zum Nachlesen)

Dr. Gert Gockel                                                                    
Spremberger Str. 47 c
03116 Drebkau

Lausitzer Rundschau
Redaktion                                                           
per Fax an 01801222211

Drebkau, den 05.08.2009

Bemerkungen  zur Lesermeinung des Herrn Fred Blümke, veröffentlicht in LR vom 29.07.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin der Ansicht, dass die von Herrn Blümke in der LR am 29.07.2009 unter Lesermeinungen geäußerte Ansicht zum Beitrag „LMBV sieht kein Risiko für das Lausitzer Revier“ nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Sie unterstellt dem Pressesprecher der LMBV, Herrn Dr. Steinhuber, völlig unberechtigt eine unrichtige Aussage.
Unwidersprochen geblieben führt eine solche Meinung  zur Verunsicherung der Bevölkerung und ist für die weitere Entwicklung des Lausitzer Seenlandes abträglich. Ich bitte Sie deshalb um die nachfolgende Richtigstellung.
Mit dem Hinweis auf die vom Förderverein Kulturlandschaft Niederlausitz e.V. herausgegebene Broschüre „Bodenmechanik und Tagebausicherheit im Braunkohlenbergbau der Niederlausitz“ wird dem Interessierten eine mit viel Aufwand erstellte Informationsquelle genannt. Sie behandelt akribisch die im Bergbau im Zeitraum von 1945 bis 2001 gegangenen Rutschungen.
Leider ist Herrn Blümke beim Studium der Broschüre entgangen, dass Böschungen des aktiven Bergbaus nicht mit sanierten Kippenböschungen vergleichbar sind. Die wegen ihres Kornspektrums zu Rutschungen infolge Verflüssigung neigenden Kippen des Bergbaus in der Lausitz werden und wurden in den letzten 15 Jahren im Rahmen der Sanierung durch in Ufernähe angeordnete „Versteckte Dämme“ gesichert. Die wissenschaftlichen Grundlagen für diese Art der Böschungssicherung wurden Mitte der 90-er Jahre mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geschaffen. Die „Versteckten Dämme“ bilden eine Barriere gegenüber möglichen Böschungsbewegungen und verhindern so das Auftreten solch bedauerlicher Ereignisse, wie in Nachterstedt passiert. Den Beweis für eine erfolgreiche Sicherung von Böschungen durch „Versteckte Dämme“ liefern bei der Herstellung der „Versteckten Dämme“ vereinzelt aufgetretenen Böschungsbewegungen, die alle innerhalb des Dammes und somit ohne Auswirkungen auf das Hinterland  geblieben sind. Auch über sie wird in der genannten Broschüre berichtet. Erst wenn die Sicherung aller den Bergbaufolgesee umgebenden gefährdeten Böschungen erfolgt ist wird eine öffentliche Nutzung zugelassen.
Mit diesem Wissen ist die von Herrn Dr. Steinhuber vertretene Aussage zur Sicherheit an den Bergbaufolgeseen der Lausitz zu verstehen und sie ist richtig.
Herrn Blümke ist vor einer öffentlich geäußerten Meinung künftig eine gründlichere Prüfung zu empfehlen.

Mit freundlichem Gruß!

Gert Gockel

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