Speicher Bärwalder See bald neutral und voll – Kein Strategiewechsel bei Flutung des Speichers

Senftenberg. Der als Speicher konzipierte und künftig größte sächsische Bergbaufolgesee bei Boxberg erfreut sich besonderer Aufmerksamkeit der Flutungszentrale Lausitz und der Bergbausanierer von der LMBV. Als künftiger Speicher wird er bis zu 25,5 Mio. Kubikmeter Stauraum haben. Entgegen anders lautenden Aussagen in den Medien hat es keinen Strategiewechsel zum Erreichen des Flutungsziels gegeben. Die Flutung des Bärwalder Sees hatte seitens der LMBV immer Priorität. Durch die intensive Flutung über die Spree konnte der pH-Wert bereits weitestgehend verbessert werden, so dass eine In-lake-Behandlung aus gegenwärtiger Sicht der LMBV-Geotechniker nicht notwendig ist.

Dennoch stellt die In-lake-Behandlung für andere Gewässer durchaus einen Erfolg versprechenden Weg dar. So war die Bekalkung des Bernsteinsees im Jahre 2009 erfolgreich. Sie ist finanziell aufwendig und hat vorübergehende unerwünschte Begleiterscheinungen wie Eisenausfällungen oder temporäre Braunfärbungen des Wassers. Am Bärwalder See ist das Fluten zur Güteverbesserung effektiver, wenn weiter ausreichend Wasser in der Spree und den weiteren Zuläufen verfügbar ist. Im Jahr 2009 konnten dem Bärwalder See allein rund 37,86 Mio. Kubikmeter ökologisch verträglich zugeführt werden.

Der pH-Wert im See liegt zurzeit bereits bei rund 5,5. Ein Antrag zur Ausleitung im "Probebetrieb" wurde von der LMBV bei der Behörde bereits gestellt. In den ersten Januartagen 2010 konnten dem See bereits weitere 2,45 Mio. Kubikmeter zugeleitet werden. Der angestrebte ph - Wert 6 wird nach aktueller Prognose der LMBV-Geotechnik spätestens im Frühjahr 2010 erreicht werden können und dann stabil bleiben. Gegenwärtig liegt der Wasserspiegel bei 124,84 m NHN. Die Wassereinleitung über die Spree müsste beim Pegel von 124,90 m NHN ggf. vorübergehend eingestellt werden.

Durch die LTV, das LUA und die LMBV wurde außerdem ein Gemeinsames Bewirtschaftungskonzept während der Instandsetzungsarbeiten an der Talsperre Spremberg zur Unterstützung der Mindestabflüsse und des Hochwasserschutzes im Bereich der Spree erarbeitet. Ziel ist dabei, den Wasserstand im künftigen Speicher Bärwalde bis Ende September 2010 auf die untere Staulamelle von 123,00 m NHN abzusenken. Damit sollen gleichzeitig die für 2010 geplanten Arbeiten zur Errichtung einer Slipanlage bei Klitten am Gewässer ermöglicht werden.

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