Testsprengung am Sabrodter See

Verbringung von Überhöhen im Vorland der hergestellten Stützkörper in das Restloch mittels Sprengung in Horizontalbohrlöchern

Senftenberg. Die kippenseitige Böschung des Sabrodter Sees wurde durch Spreng- und Rütteldruckverdichtung, bezogen auf den künftigen Endwasserstand, gesichert. Die Böschungsgestaltung erfolgte mittels eines Esch 10/70 (Schreitbagger mit 70 m Auslegerlänge und 10 m³ Eimerinhalt). Dabei wurden die überschüssigen Massen in Richtung des Restloches umgelagert. Diese, der gesicherten Böschung vorgelagerten Massen erreichen eine Höhe bis +123,5 m NHN, rund 20 m über dem künftigen Endwasserstand. Im Sabrodter See befinden sich diese Überhöhen auf einer Gesamtböschungslänge von 2.650 m. Das Abtragen der Massen soll durch gezieltes Absprengen erfolgen. Dazu werden Horizontalbohrungen in die Kippenmassen eingebracht. In diesen Bohrungen werden nach einem vom Sachverständigen vorgegebenen Raster Sprengladungen platziert und zeitversetzt gezündet. Dadurch wird gezielt eine Setzungsfließbewegung initiiert, die zum Abrutschen der Überhöhen in das wassergefüllte Restloch führt. Voraussetzung für die Durchführung der Sprengung ist ein Grenzwasserstand im Sabrodter See zwischen 99 und 101 mNHN, damit die Kippenmassen genügend wassergesättigt sind.

Am 15. Juli 2010 findet eine Testsprengung statt. Für die Sprengung wurden sechs Bohrlöcher in die Kippe eingebracht. Die Bohrlöcher haben eine Länge zwischen 156 und 191 m. Je Bohrloch werden zwischen neun und zwölf Sprengladungen mit einer Masse von 160 bis 190 kg platziert. Insgesamt waren für diese Sprengung 1046 m zu bohren und mit insgesamt 1050 kg Sprengstoff zu besetzen. Die Zündzeitverzögerung zwischen den Bohrlöchern beträgt 0 – 500 ms, die Zündzeitverzögerung innerhalb eines Bohrloches liegt zwischen 0 und 1.000 ms. Als Sprengstoff kommt ROWODYN zum Einsatz. Rowodyn ist ein sprengkapselempfindlicher gelatinöser Ammonsalpetersprengstoff.

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