Hintergrundmaterial zum geplanten Speichersystem Lohsa II, Dreiweibern und Burghammer in der Lausitz

Senftenberg. Das Lausitzer Speichersystem in Projektträgerschaft der LMBV besteht aus den ehemaligen Tagebauen Lohsa II, Dreiweibern und Burghammer. Das Gesamtsystem hat einen geplanten Speicherraum von rund 72 Mio. Kubikmeter.

Nachfolgend einige Eckdaten zu den dafür ertüchtigten Tagebauhohlformen:

Tagebau Lohsa II:
• Förderzeitraum                             1952-1984
• Rohkohleförderung                       300 Mio. t
• Abraumbewegung                        1.180 Mio. m³
• Landinanspruchnahme                3.949 ha

Tagebau Dreiweibern:
• Förderzeitraum                             1984-1989
• Rohkohleförderung                       14 Mio. t
• Abraumbewegung                         90 Mio. m³
• Landinanspruchnahme                 300 ha

Tagebau Burghammer:
• Förderzeitraum                             1963-1973
• Rohkohleförderung                       71 Mio. t
• Abraumbewegung                        255 Mio. m³
• Landinanspruchnahme                 860 ha

Weitere ausführliche Fakten zur Historie dieser Tagebaue sind in den LMBV-Broschüren der Reihe „Wandlungen und Perspektiven“ zu finden. Diese stehen auch unter http://www.lmbv.de/ als Download zur Verfügung.

Während für die Tagebaue Dreiweibern und Burghammer die bergrechtliche Verantwortung noch bei der LMBV liegt, endete die Bergaufsicht für den künftigen Wasserspeicher Lohsa II bereits 1989. Die LMBV wurde 1993 mit der Projektträgerschaft beauftragt. Die Sanierungsziele bestehen in der Herstellung und Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie die Errichtung eines Wasserspeichers zur Stützung der Spree in Niedrigwasserzeiten  zur Versorgung des Spreewaldes und des Großraumes Berlin. Die Errichtung der für einen Speicherbetrieb erforderlichen Flutungsanlagen erfolgte im Zeitraum 1997 bis 2007. Dazu gehören:
• der Zuleiter von der Kleinen Spree nach Dreiweibern,
• der Überleiter vom Speicher Dreiweibern nach Lohsa II,
• die Zulaufanlage aus der Spree nach Lohsa II,  
• der Überleiter von Lohsa II nach  Burghammer,              
• der  Zuleiter von der Kleinen Spree nach Burghammer und
• der Ableiter von Burghammer zur Kleinen Spree.

Ein besonders technisch anspruchsvolles Bauwerk stellt dabei der Überleiter zwischen Lohsa II und Burghammer dar. Hierbei handelt es sich um einen 1.416 Meter langen Tunnel aus Stahlbetonrohr mit einem Durchmesser von drei Metern.

Zur Genehmigung dieses Systems ist die Führung eines „Planfeststellungsverfahrens Wasserspeicher Lohsa II“ notwendig. Die erforderlichen Unterlagen wurden 2003 von der LMBV eingereicht und umfassen alle Maßnahmen zu Entnahmen aus der Spree und der Kleinen Spree bis hin zur Ausleitung aus dem Speicherbecken Burghammer. Hierzu liegt im Teil 1 der Wasserrechtliche Beschluss vom 23.12.2010 vor, der die Entnahme von bis zu 15 m³/s aus der Spree und 2 m³/s aus der kleinen Spree erlaubt. Die Steuerung der Entnahme erfolgt über die Flutungszentrale der LMBV mbH in Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Im Teil 2 des laufenden Verfahrens geht es um den Ausbau der Kleinen Spree und eine Konditionierungsanlage in der Überleitung von Lohsa II nach Burghammer.

Die Herstellung der Gewässergüte und die Speicherbewirtschaftung erfolgt in drei Phasen. In der ersten, der sogenannten Sanierungsphase (2008-2012) liegen die Schwerpunkte in der Herstellung der Schutzgräben mittels Spülverfahren, der  Konditionierung durch Kalkaufbringung an den Böschungen und der Planung und dem Bau einer Wasserbehandlung im Überleiter Lohsa II – Burghammer.

In der folgenden Einfahrphase (2013-2014) geht es um die Optimierung der Speicherbewirtschaftung durch Flutung und Spülung und das Einfahren der Wasserbehandlung im Überleiter Lohsa II – Burghammer. Die LMBV geht davon aus, dass der Regelbetrieb zur Bewirtschaftung ab 2015ff mit folgenden Schwerpunkten stattfinden kann:
•             Kontinuierliche Bewirtschaftung zur Niedrigwasseraufhöhung der Spree
•             Wasserbehandlung im Überleiter Lohsa II – Burghammer

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich die bergtechnische Sanierung der Speicher in der Endphase befindet. Innerhalb der wasserwirtschaftlichen Sanierung erfolgte in den letzten Jahren eine bedarfsgerechte Konditionierung - Inlake-Behandlung - des Speicherbeckens Burghammer mit sog. kleinen Sanierungsschiffen.

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