SOBA erläutert dem MDR die notwendigen Sanierungsarbeiten am Ostufer des Silbersees

Lohsa. Abteilungsleiter Christof Voigt vom Sächsischen Oberbergamt erläuterte am 16.03.2012 auf Anfrage des MDR vor Ort die Inhalte der Sanierungsarbeiten an der Ostböschung des Silbersees. Das sich um ein Gewässer nicht im Sinne des herkömmlichen Bergrechtes, sondern um einen Nachlass eines Bergbaus ohne Rechtsnachfolge handelt, greift hier die Sächsische Hohlraumverordnung. Im Sinne dieser Rechtsgrundlage hat das SOBA zur Gefahrenabwehr eine Polizeivereinbarung mit der LMBV abgeschlossen. Die LMBV hat als Projektträgerin den Auftrag, die Gefahrenabwehr am Silbersee zu organisieren und dort die geotechnische Sicherheit zu erzeugen. Dazu wurde ein abgestimmtes Sanierungsprogramm mit Rüttelstopftechnik aufgelegt. „Die bisherigen Maßnahmen haben die erforderliche Verdichtung eines Teilabschnittes der Bahntrasse gebracht“, erklärte C. Voigt. „Die weiteren Sanierungsarbeiten werden sich aufgrund des geotechnischen Ereignisses vom 08.03.2012 verzögern. Genauere Angaben sind derzeit leider nicht möglich, da die Untersuchungen zum genauen Verlauf des Ereignisses und die Auswertung der begleitenden Messungen noch andauern.“

Grundsätzliche Ursache der Rutschung vom 08.03.2012 sind u.a. die Initiale - obwohl dosiert - während der notwendigen Sanierungsarbeiten zur Verdichtung des Bahndammes. „Das Ereignis zeigt einmal mehr die Notwendigkeit der Sanierungsarbeiten. Der zugrundeliegende Wirkmechanismus lässt sich nicht außer Kraft setzen. Verdichtung bewirkt das Ansteigen der Porenwasserdrücke, diese können bei den vorliegenden gleichkörnigen Feinsanden Verflüssigungserscheinungen auslösen. Solche Ereignisse haben bei der Sicherung der Seenböschungen mit Rütteldämmen bereits öfter stattgefunden. In Lohsa ist es nun leider erforderlich, den entstandenen Bruchkessel aufgrund des Verlaufes der Bahntrasse wieder aufzufüllen. Die Wahl zwischen einem sehr schonenden Vorgehen bei den Verdichtungsarbeiten mit sehr hohen Gerätestillstandszeiten und einem weniger schonenden Vorgehen mit höherer Bruchgefahr bleibt eine schwierige Optimierungsaufgabe für den beauftragten Sachverständigen,“ so der Fachmann der Bergbehörde.

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