Zusätzliche Sicherheit durch Leuchtschilder an B 97 und S 130 – Straßennutzer werden vor möglichen Kippenbewegungen gewarnt

Senftenberg/Bautzen. Das Straßen- und Tiefbauamt des Landkreises Bautzen hat die zusätzliche Aufstellung von Leuchtschildern an der B 97 und S 130 veranlasst und heute die Montage von mehreren Prismenwechselgebern durch eine Fachfirma beginnen lassen. Die Leuchtschilder wurden am 20.03.2012 an der B 97 Spreetal am Abzweig zur S 130 nach Burgneudorf, d.h. südlich von Schwarze Pumpe, und an der Ostseite des Knappensees auf der K 9207 zwischen Koblenz und Knappenrode aufgestellt. Am Folgetag, am Mittwoch, den 21.03.2012 sollen die technischen Abnahmen und Funktionstests erfolgen. Nach längeren Lieferengpässen der geplanten LED-Technik und einer notwendigen Integration der Empfangsmodule konnten die zusätzlichen neuen Verkehrszeichen nun eingerichtet werden.

Für den vormals bergbaulich genutzten Bereich in der Trasse der B 97 im Freistaat Sachsen – zwischen den Knoten S 130 und K 9216 (Süd) – gibt es seit Juli 2011 bereits eine verkehrsrechtliche Anordnung des Landkreises Bautzen, Straßenverkehrsamt, Untere Straßenverkehrsbehörde. Darin wurde definiert, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgeschildert und zuerst Aufstellung von weißen Tafeln mit dem Schriftzug „Gefahr Straßeneinbruch“ für einen rund 300 Meter langen Abschnitt angeordnet wurde. Ähnlich gelagert ist die Situation an der S 130 ab der B 97 in Richtung Burgneudorf. Diese ergänzenden Maßnahmen ergaben sich aus Anträgen der LMBV im Zuge von Untersuchungen wegen bestehender Zweifel an der Standfestigkeit des Kippenbodens, über den die B 97 im betreffenden Bereich verläuft. Mit dem ansteigenden Grundwasser erhöht sich die mögliche Gefahr eines nicht völlig auszuschließenden plötzlichen Setzungsfließens. Zur Vermeidung von Initialimpulsen - durch beispielsweise einen LKW-Unfall - sowie zur Wahrung der Reaktionsmöglichkeiten der Verkehrsteilnehmer ist die Verringerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erfolgt.

„Darüber hinaus sind von der LMBV parallel zu den betroffenen Straßenabschnitten in der Summe 15 Porenwasserdruckgeber im Deckgebirge installiert worden, davon 10 an B 97. Diese reagieren auf veränderte Druckwasserverhältnisse in der Kippe, z. B. nach Starkniederschlägen, und signalisieren bei Erreichen eines definierten Vorwarnwertes einem ausgewählten Personenkreis per SMS den entsprechenden Handlungsbedarf. Bei Erreichen des Alarmwertes wird zusätzlich eine Vollsperrung über die neuen Leuchtzeichen wirksam und eine Umleitungsstrecke aktiviert“, so der LMBV-Abteilungsleiter Geotechnik, Eckhard Scholz.

Am 30.08.2011 wurde bereits die Geschwindigkeitsbeschränkung der B 97 nördlich der Einmündung S 130 wirksam, wie der Sachgebietsleiter Untere Straßenverkehrsbehörde Ingo Link damals informierte. Zuvor hatten am 22.06. und 14.07.2011 bereits fachliche Abstimmungen zwischen dem Sächsischen Oberbergamt, dem Landkreises Bautzen und der LMBV stattgefunden. Die verkehrsrechtliche Anordnung des Landkreises datiert vom 29.07.2011.

„Die LMBV als zuständiges Bergbauunternehmen hat 2011 unverzüglich die notwendigen ingenieurtechnischen Planungen für eine grundhafte Sanierung der gefährdeten Straßenabschnitte beauftragt, um somit eine zeitnahe Realisierung eines solchen Sanierungsprojektes zu ermöglichen. Eine Sanierung des Abschnittes der Bundesstraße bedeutet dann voraussichtlich auch  eine Vollsperrung der Straßenabschnitte über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren“, unterstrich der Geotechnik-Chef der LMBV, E. Scholz, auf Nachfrage.

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