Weiteres Pilotvorhaben der Bergbausanierung in der Umsetzung – LMBV testet BRAIN-Schiff im Lichtenauer See

Senftenberg. Ein weiteres Pilotvorhaben der LMBV zur Güteverbesserung in den Lausitzer Bergbaufolgeseen kommt in seine erste Praxis-Testphase. Ein sogenanntes „Kleines Sanierungsschiff“ wird gegenwärtig am Restloch F, dem künftigen Lichtenauer See, seit dem 5. April 2012 mechanisch getestet und belastet, bestätigte der Hans-Jürgen Kaiser, LMBV-Planungschef für die Lausitz. Nach den notwendigen – und bisher erfolgreichen - Testfahrten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz soll dann das „Barbara-Schiff“, so der offizielle Name des Katamarans des beauftragten Firmenkonsortiums BRAIN Brandenburg, langfristig zur ph-Wert-Aufbesserung des Seekörpers eingesetzt werden und auch an anderen Stellen zum Einsatz kommen. In der ARGE BRAIN Brandenburg agieren einheimische Lausitzer Firmen mit vielfältigen Erfahrungen im Wasserbau.

Am 30. März 2012 wurde der blau gestrichene Katamaran - fast 19 Meter lang und fünf Meter breit - in das Bergbaugewässer erstmals eingesetzt. „Mit dem BRAIN-Schiff eröffnen sich für die LMBV, die Projektträgerin der Braunkohlesanierung, weitere Optionen zur Güteverbesserung von leicht sauren Bergbaufolgeseen im Lausitzer Revier“, so Klaus Zschiedrich, der als Prokurist und Leiter des Ingenieurbereiches lange auf diesen Tag hin gearbeitet hat. Gegenwärtig laufen noch die patentrechtlichen Sicherungen des innovativen Inlake-Verfahrens durch die Unternehmen. Die Testphasen werden bis Anfang/Mitte Mai gehen, ab Mitte Mai erfolgt dann der Regelbetriebseinsatz des Katamarans.

Die LMBV treibt als Projektträgerin der Bergbausanierung zusammen mit Partner aus Wissenschaft und Praxis verschiedene Vorhaben zur Gütebehandlung der entstehenden Bergbaufolgeseen voran. Mit anderen Anbietern wurde so in den zurückliegenden Jahren bereits das Einspülen von Kalkmilch von mobilen Bekalkungsschiffen schwedischer Bauart auf am Restloch Burghammer in der Praxis erprobt. Die LMBV hat Anfang 2012 eine weitere neuartige stationäre Neutralisationsanlage am Tagebaurestsee Scheibe, dem künftigen Scheibe See, im Kreis Bautzen in Ostsachsen testen lassen. Das Neutralisationsmittel wurde dabei nicht über dem Wasser versprüht, sondern mit Druck aus einer getauchten Schwimmleitung mit Düsen (GSD) im See verteilt wurde. Dabei wurden in nur 16 Wochen gut 15.000 t Branntkalk in den Scheibe See eingebracht, der seinen Endwasserstand erreicht hatte. Dies hatte zu einer erfolgreichen Primärneutralisation des Wasserkörpers von 2,9 auf über 7 beim pH-Wert geführt. "Mit den bisher erfolgreichen Pilotvorhaben stehen der LMBV künftig nun diverse anwendbare In-Lake-Techniken zur Neutralisation eines Seewasserkörpers zur Verfügung," so LMBV-Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber.

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