Antworten zu den von der Lausitzer Rundschau am 16.07.2012 aufgeworfenen Fragen rund um den Lichtenauer See

Senftenberg. Hier die Wiedergabe  der - mit der LMBV-Planungsabteilung Lausitz - abgestimmten Antworten zu den von der Lausitzer Rundschau am 16.07.2012 aufgeworfenen Fragen zum Lichtenauer See:

Der Lichtenauer See (Restloch F) als Teil des Tagebaufeldes Schlabendorf-Nord entsteht ausschließlich durch Grundwasseraufgang und Oberflächenwasserzufluss aus dem Einzugsgebiet. Eine Flutung des Restloches ist bisher nicht erfolgt.

Im Jahr 2001 wurde der Lichtenauer See mittels eines Auslaufbauwerkes an den Beuchower Westgraben und damit an die natürliche Vorflut angebunden. Diese Anbindung hat das vorrangige Ziel, das im Einzugsgebiet des Lichtenauer Sees und der Tornower Niederung anfallende Wasser in Richtung Spreewald abzuleiten. Bei der Ableitung über den Beuchower Westgraben handelt es sich nicht um zusätzliche Wassermengen, sondern es wurden die vorbergbaulichen Abflussverhältnisse wieder hergestellt.

Der Restlochwasserstand ist seit dem 2. Halbjahr 2010 bedingt durch Extremniederschläge stark gestiegen und bewegt sich seit Anfang 2011 im oberen Bereich der geplanten Staulamelle bzw. teilweise auch darüber.

Durch den hohen Wasserstand war und ist die geotechnische Sicherheit hinsichtlich des bereits erreichten Sicherungsstandes und der noch erforderlichen Sanierungsmaßnahmen gefährdet.

Da auf Grund der verstärkten Anzahl von Geländebruchereignissen in der jüngeren Vergangenheit damit zu rechnen ist, dass weitere zusätzliche Sicherungsmaßnahmen auf der Innenkippe notwendig werden, ist die Nutzbarkeit der vorhandenen gesicherten Stützkörperbereiche auf jeden Fall zu gewährleisten. Grundvoraussetzung dafür ist die Ableitung des anströmenden Grund- und Oberflächenwassers in die Vorflut.

Der Einsatz eines Sanierungsschiffes auf dem Lichtenauer See zur Verbesserung der Wasserqualität war ebenfalls gefährdet, da ein Befahren des Sees nur bei Einhaltung des geotechnischen Grenzwasserstandes möglich ist.

Deshalb beantragte die LMBV mbH beim LBGR, als temporäre Maßnahme zur Gefahrenabwehr, die Ableitung von Wasser aus dem Restloch F (Lichtenauer See) in den Beuchower Westgraben.

Da der freie Auslauf aus dem Restsee allein nicht ausreichte, wurde am 15.04.2011 der Pumpbetrieb aufgenommen und bis zum heutigen Tag fortgesetzt. Die zu hebenden Wassermengen wurden jeweils der Wasserstandsentwicklung im Lichtenauer See angepasst.

Bei Außerbetriebnahme der Pumpen würde in Kürze der geotechnische Grenzwasserstand überschritten werden bzw. langfristig käme es zu einem „Überlaufen“ des Restsees mit Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

Da der Seewasserstand dauerhaft in der geplanten Staulamelle gehalten werden muss, wird bei der LMBV mbH an Lösungen gearbeitet, die Wasserableitung zu verbessern. Ziel ist es, ohne Pumpbetrieb auszukommen und die natürliche Vorflut zu nutzen.

In den Grundsätzen für die länderübergreifende Bewirtschaftung der Flussgebiete Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße (Stand 20.09.2011) wird bei den Ausleitempfehlungen für den pH-Wert eine Spanne von 6,0 bis 8,5 vorgegeben. Laut aktueller Messungen der Wasserqualität im Lichtenauer See liegt der pH-Wert nach der Inlakebehandlung bei ca. 7,0 bis 7,5 und entspricht somit den Ausleitempfehlungen. Ein Einfluss auf Fauna und Flora in den angrenzenden Gewässern ist deshalb nicht zu erwarten.

„Nasse“ Keller in Lübbenau traten schon vor der Einleitung von Restseewasser in den Beuchower Westgraben auf. Zur Bewältigung dieser Problematik wurde ein Bewirtschaftungskonzept erarbeitet und fortgeschrieben, welches in Zusammenarbeit mit der Stadt Lübbenau, den zuständigen Fachbehörden und dem Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ schrittweise umgesetzt wird.   

Beim Schöpfwerk Krimnitz handelt es sich um ein Hochwasserschutzschöpfwerk. Es befindet sich damit im Eigentum des Landes Brandenburg (LUGV). Es dient dem Zweck*
- den Hochwasserschutz im Südpolder zu gewährleisten,
- eine weitere landwirtschaftliche Nutzung des Poldergebietes zu ermöglichen,
- die Bahnstrecke Berlin – Cottbus gegen Hochwasserschäden zu sichern,
- Siedlungsgebiete der Stadt Lübbenau/Spreewald und vorhandene Kleingartenanlagen im Poldergebiet vor Hochwasserschäden zu schützen.

*Auszug aus der Ausführungsplanung „Ersatzneubau Schöpfwerk Krimnitz“, Ing.-büro PROKON

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