Grundsätzliche Antworten der LMBV zu einer Medienanfrage zum Grundwasserwiederanstieg im Raum Borna

Leipzig. Allgemein kann ein Grundwasserwiederanstieg verschiedene Ursachen haben:
1. Saisonale klimatische Schwankungen durch Wettereinflüsse, wie lang anhaltende Regenperioden, Starkniederschläge, Schneeschmelzen etc.
2. Hochwasserereignisse, die die Grundwasserleiter längere Zeit auffüllen
3. Allgemeine Klimaveränderungen
4. Einstellung von größeren regelmäßigen Grundwasserentnahmen z. B. durch Industrie oder Landwirtschaft
5. Versieglung von Flächen
6. Grundwasserwiederanstieg nach Beendigung des aktiven Bergbaues in den früheren Absenkbereichen der Tagebaue

Die LMBV ist für die ersten fünfgenannten Ursachen nicht verantwortlich und zuständig.

Für die Folgen des Grundwasserwiederanstieges durch die Einstellung bergbaulicher Entwässerungsanlagen (sechster Anstrich) wurde die LMBV von Bund und den braunkohlefördernden Ländern im Rahmen des § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung als Projektträger für Prüfung, Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr infolge Grundwasserwiederanstieg eingesetzt. Es wird ausdrücklich betont, dass die Maßnahmen ohne jeden Rechtsanspruch erfolgen.

Dies ist vor allem darin begründet, dass der stattfindende Grundwasserwiederanstieg quasi nur die natürlichen Grundwasserverhältnisse vor dem Beginn des Bergbaus wiederherstellt. Durch Nichtbeachtung dieser Grundwasserverhältnisse beim Bau von Häusern und Infrastrukturen während der Zeit des aktiven Bergbaus mit künstlich abgesenktem Grundwasserspiegel sowie Wegfall (Überbauung etc.) von früheren Vorflutsystemen kommt es nun zu zahlreichen Vernässungsschäden durch den allgemeinen Grundwasserwiederanstieg.

Die Stadt Borna liegt innerhalb des Betrachtungsraumes des Betriebsplanes Folgen des Grundwasserwiederanstieges Tagebauterritorium Witznitz/Bockwitz. Die Grundwasserstände im Stadtgebiet werden einerseits durch die Whyraaue, andererseits durch die Entwicklung der Wasserstände in den Altkippenbereichen bestimmt. Gebäude sind jedoch aufgrund der Höhenlage nur vereinzelt im Bereich der Whyraaue vom Grundwasserwiederanstieg potenziell betroffen. Im Stadtgebiet Borna ist der Grundwasserwiederanstieg im Wesentlichen abgeschlossen.

In der LMBV wird folgende Vorgehensweise zur Bearbeitung von potenziellen Betroffenheiten bzw. Anfragen wegen Vernässungen praktiziert:
Registrierung in einer LMBV-internen Meldeliste und Besichtigung des betroffenen Objektes
• Prüfung der Betroffenheit durch bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg durch Abgleich der Gelände- bzw. Kellerfußbodenhöhe mit den stationären Grundwasserständen, welche mit einem Hydrogeologischem Modell unter mittleren Grundwasserneubildungsbedingungen berechnet wurden (d. h. bei normaler Witterung ohne Phasen von Starkniederschlägen, Hochwasser etc.)
• Bei Betroffenheit bzw. während des Zeitraumes der Prüfung können Hauseigentümer Hilfe für Sofortmaßnahmen wie Kauf von Pumpen und Stromkosten für Abpumpen bei der LMBV beantragen (siehe auch Website der LMBV);
• Bei Betroffenheit durch den bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg werden für das Objekt entsprechend der Priorität, wie Stärke der Betroffenheit, öffentlicher Gefahr etc., bei Bund und Land in mehreren Stufen finanzielle Mittel für Planung und spätere Realisierung von Gefahrenabwehrmaßnahmen beantragt
• Die Planung wird in Abstimmung mit dem Eigentümer durchgeführt. Es wird jedoch nur die kostengünstigste zumutbare Variante der Gefahrenabwehr (z. B. Kellerabdichtung, Kellerverfüllung mit Umsetzung der Heizungsanlage, lokale bzw. flächenhafte Grundwasserabsenkung etc.) finanziert. Sollte der Eigentümer eine höherwertige Variante bevorzugen, muss er die Differenz selbst tragen.

Diese Vorgehensweise wurde auch für die Gartenanlage „Zum See“ westlich der Adria durchgeführt. Da sich hier eine Betroffenheit durch Grundwasserwiederanstieg bestätigte, wurde eine Planung durchgeführt. Zurzeit wird die Gartensparte durch eine Grundwasserabsenkung und Ableitung in das Speicherbecken Borna (Adria) geschützt. Diese Ableitung dient neben der Gartensparte auch der Sicherung der unmittelbar anliegenden Tagebauböschung Süd-West.

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