LMBV bereitet Flutung des Tagebaus Meuro vor

Ministerpräsident Platzeck startet am 15.03.2007 die Flutung des Ilse-Sees

Senftenberg. Am 15. März wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck per Knopfdruck gemeinsam mit der LMBV, der IBA und der Stadt Großräschen offiziell die Flutung des ehemaligen Braunkohlentagebaus Meuro bei Großräschen starten. Bis voraussichtlich Mitte des nächsten Jahrzehnts wird hier Zentimeter für Zentimeter der bis zu 55 Meter tiefe und rund 780 Hektar große Ilse-See entstehen. Im Rahmen der Wiedernutzbarmachung von rund 60.000 Hektar vormaliger Braunkohleabbaugebiete in der Lausitz entstehen eine Vielzahl neuer „Blauer Augen“. „Die LMBV ist stolz, dass der Brandenburgische Regierungschef mit seinem Mitwirken am Flutungsstart die Umgestaltung in der Lausitz persönlich begleitet,“ sagte LMBV-Chef Dr. Mahmut Kuyumcu. „Bereits bei der Flutung des Greifenhainer Sees am 29.05.1998 hatte der damalige Umweltminister Platzeck selbst mit Hand angelegt.“

Als erster bewusst gestalteter Bergbaufolgesee wurde ab 15.11.1967 mit dem Senftenberger See einer von heute 30 größeren Tagebauseen angelegt und geflutet. Mit der Flutung des Ilse-Sees geht die Verwandlung des zwischen Berlin und Dresden gelegenen Braunkohlereviers in Europas größte künstliche Seenlandschaft in die letzte Etappe. Insgesamt beläuft sich die Wasserfläche im entstehenden Lausitzer Seenland auf sächsischem und brandenburgischem Gebiet auf 14.000 Hektar. Die parallel zur Flutung laufenden Arbeiten der LMBV zur Verknüpfung der Bergbaufolgeseen mit hydraulischen Verbindungen und schiffbaren Kanälen sind für die weitere Entwicklung des Lausitzer Seenlandes von erheblicher Bedeutung.

153 Mio. Kubikmeter Wasser wird der künftige Ilse-See in den kommenden Jahren aufnehmen. Mit den Massenbewegungen zur Böschungssicherung und -gestaltung und der Außerbetriebnahme der Hauptwasserhaltung im Tagebau wurden im Jahr 2006 die Voraussetzungen für die Flutung geschaffen. Gleichzeitig wurde die Flutungsleitung mit einer Länge von ca. 3.536 Meter von der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza zum Tagebaurestloch fertiggestellt. Für die Fremdflutung des Tagbaues Meuro wird auch die Leistung der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza von bisher 80 m³/min auf max. 120 m³/min erhöht.

Bereits seit Jahren werden am Ufer des zukünftigen Ilse-Sees die touristischen und städtebaulichen Weichen gestellt. Mit ihren stadtnahen Ufergrundstücken hat die Stadt Großräschen langfristige Entwicklungsperspektiven als „Stadt am See“ und positioniert sich als „Tor zum Lausitzer Seenland“. Als sichtbares Zeichen dieser Zukunft eröffnet ebenfalls am 15. März das neue „Besucherzentrum Lausitzer Seenland“ direkt am künftigen Ufer. Es wird in die IBA-Terrassen integriert, dem 2004 eröffneten zentralen Veranstaltungszentrum der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land. Von hier starten unter anderem geführte Touren auf den Grund des entstehenden Ilsesees. Schon 2005 wurde an den IBA-Terrassen eine Seebrücke eingeweiht, die seitdem in die noch trockene Grube Meuro ragt.

Die IBA begleitet seit 2000 von Großräschen aus den Landschafts- und Strukturwandel in der Region. Mit derzeit 25 Projekten setzt sie wirtschaftliche, künstlerische und ökologische Impulse. Zu den bekanntesten Projekten der IBA gehören neben den IBA-Terrassen auch schwimmende Häuser auf den neuen Seen und das Besucherbergwerk F60 bei Lichterfeld.

Zum Hintergrund:
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist seit 1994 als Projektträgerin für die Wiedernutzbarmachung der nicht privatisierten Braunkohleareale im Auftrag des Bundes und der ostdeutschen Braunkohleländer tätig.

Die LMBV betreut 172 Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 29.883 Hektar. Davon liegen 111 in der Lausitz (16.446 Hektar) und 61 in Mitteldeutschland (12.390 Hektar).

Davon werden mit Fremdwasser insgesamt 46 Seen geflutet (18 in Mitteldeutschland und 28 in der Lausitz). Bei 8 Seen ist die Flutung bereits abgeschlossen und 8 Seen werden noch zur Flutung vorbereitet. Darunter befinden sich neben dem Ilse-See der künftige Zwenkauer See südlich von Leipzig, der Lichtenauer See, der Heide-See, der Kahnsdorfer See – diese alle Brandenburg – sowie der Lugteich, der Kortizmühler See und der Graureiher See in Sachsen.

Durch Grundwasserwiederanstieg entstehen bzw. sind 72 Seen. (42 in der Lausitz; 30 in MD) entstanden. Bei weiteren 54 Tagebaurestlöchern ist der Grundwasserwiederanstieg bereits abgeschlossen, davon liegen 13 in Mitteldeutschland und 41 in der Lausitz.

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