ROMONTA, LMBV und MIBRAG ehren gemeinsam mit Gästen aus Politik und Wirtschaft ihre Schutzheilige St. Barbara am 4.12.2006

Halle - Amsdorf / Theißen / Berlin. Zum 17. Male versammeln sich traditionell am 4. Dezember, diesmal in Halle an der Saale, rund 450 Bergleute des Braunkohlen- und Sanierungsbergbaus in Mitteldeutschland, um der Schutzpatronin der Bergleute zu huldigen. Gemeinsam richteten die drei Firmen MIBRAG, ROMOTA und LMBV, die zusammen gegenwärtig rund 2.600 Mitarbeiter im Mitteldeutschen Revier beschäftigen, diese Feierstunde mit vielen Gästen aus Politik, Behörden und Wirtschaft aus. Festredner ist am Namenstag der Schutzpatronin der Hl. Barbara der Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Rainer Haseloff, in seiner Funktion als Oberster Bergmann des Landes.

Die Unternehmen nutzen den Barbaratag auch, um Bilanz über das zurückliegende Jahr zu ziehen: Das Unternehmen ROMONTA aus Amsdorf ist der namhafteste deutsche Hersteller von Rohmontanwachs-Modifikaten, einem Extraktionsprodukt aus bituminöser Rohbraunkohle. Als Bestandteil der deutschen und europäischen Braunkohlenveredlungsindustrie wird am Industriestandort Amsdorf seit über 100 Jahren Rohmontanwachs für Abnehmer in der ganzen Welt hergestellt. Rohstoffquelle bildet die „Oberröblinger Braunkohlenmulde“, eine vor etwa 55 Millionen Jahren entstandene Braunkohlenlagerstätte am Rande des Salzstockes von Teutschenthal, welche sich durch eine besondere bitumenreiche und extraktionsfähige Braunkohle charakterisiert. Aus dem heute von der Unternehmensgruppe ROMONTA dort betriebenen Tagebau Amsdorf werden jährlich etwa 500 kt Rohbraunkohle gefördert, bei einer Abraumbewegung von etwa 5,4 Mio. m³. Damit ist eine Rohstoffbereitstellung bis zum Jahr 2025 gesichert. Die zum Unternehmensverbund gehörende Rohmontanwachsfabrik stellt jährlich etwa 20 kt Extraktionserzeugnisse für Kunden in über 50 Staaten der Erde bereit. Bei den Rohmontanwachsprodukten unterscheidet man sich zwischen der Direktanwendung der dunklen Wachse, so. u.a. in der Putz- und Pflegemittelindustrie, als Präzisionsgusswachs und als Zusatzmittel in der Gummi-, Kabel-, Plaste-, Bitumen- und Asphaltindustrie und die Anwendung von hellen, gebleichten Wachsen, welche in mannigfaltigen Anwendungsfällen bis hin zur kosmetischen Industrie zum Einsatz kommen. Im unternehmenseigenen Kraftwerk, welches nach dem günstigen Wirkungsprinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, wird die extrahierte Kohle energetisch verwertet, zur Bereitstellung von Prozessdampf für den gesamten Produktionsprozess und die Erzeugung von Elektroenergie. Seit dem Jahr 2004 wird dort in einem separaten Dampferzeuger eine thermische Verwertung von Abfällen aus Haus- und Gewerbemüll rationell und für kommunale Anbieter kostengünstig umgesetzt. Der in den Jahren 1993 – 1996 mit einem Investitionsaufwand von über 100 Mio. EUR umfassend modernisierte Unternehmensverbund, bestehend aus Tagebau, Rohmontanwachsfabrik und Industriekraftwerk, im Jahr 2001 durch Management-Buy-Out erfolgreich zweitprivatisiert, ist heute mit über 400 Mitarbeitern ein zuverlässiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region Mansfelder Land des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH mit Sitz in Theißen blickt auf ein stabiles und erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Zuverlässig versorgte das Unternehmen seine Kunden. Hervorzuheben sind das Investitionsvolumen, der planmäßige Aufschluss und die Weiterentwicklung des neuen Abbaufeldes Schwerzau sowie die Fortschritte bei der weiteren Umsiedlung des Ortes Heuersdorf. Kontinuierlich investierte die MIBRAG seit 1994 nahezu eine Milliarde Euro. Damit sichert das Unternehmen die eigene Wettbewerbsfähigkeit und sorgt zugleich für mehr Arbeit in der Region. Ihre Lieferungen und Dienstleistungen bezog das Unternehmen zu 78 Prozent von regionalen Unternehmen und 84 Prozent von Firmen in Ostdeutschland. Die MIBRAG knüpfte im Jahr 2006 an das hohe Leistungsniveau von 2003 an und förderte knapp 20 Millionen Tonnen Rohkohle. Hinzu kam eine Spitzenleistung in der Abraumbewegung, die durch den planmäßigen Neuaufschluss des Abbaufeldes Schwerzau bedingt ist. Im März nahm im Tagebau Profen die Braunkohlengewinnung aus dem neuen Abbaufeld Schwerzau ihren Betrieb auf. Die MIBRAG investierte seit dem Aufschluss im Januar 2004 bis zur ersten Kohlenförderung zirka die Hälfte von insgesamt 130 Millionen Euro in das neue Abbaufeld.

Außerdem befasste sich das Bergbauunternehmen intensiv mit der Planung eines neuen Kraftwerks am Standort Profen gemeinsam mit einem Partner. Im November verständigten sich die EnBW Energie Baden-Württemberg AG in Karlsruhe und die MIBRAG darauf, als Partner exklusiv bis Ende März 2007 den Neubau eines modernen Braunkohlekraftwerks in Profen (Bundesland Sachsen-Anhalt) zu prüfen. In diesem Zusammenhang begann das Unternehmen mit Erkundungsbohrungen im Bereich der Braunkohlenvorkommen Lützen im Landkreis Weißenfels. Die aktuellen Entwicklungen auf der Ebene der Bundespolitik können dieses Projekt zunichte machen, wenn die Absicht weiterverfolgt wird, künftige Neuanlagen beim Kraftwerksbau bei der Zertifikatezuteilung mit den Altanlagen gleichzusetzen.

Weichen für die Zukunft stellte das Unternehmen auch mit der Ankündigung im Raum Egeln, dort im kommenden Jahr mit Erkundungsbohrungen zu beginnen. Die MIBRAG plant ab August 2007 in einer ersten Erkundungsphase etwa 80 Bohrungen südwestlich von Egeln im Feld Hakeborn. Anschließend sollen weitere Erkundungen im Feld Schneidlingen folgen. Erst nach Auswertung der Ergebnisse – in drei bis vier Jahren – kann man mit Gewissheit sagen, ob sich der Abbau von Rohbraunkohle in der Egelner Südmulde wirtschaftlich lohnt. Im Fall einer nachgewiesenen Wirtschaftlichkeit würden sich für die Region ganz neue wirtschaftliche Perspekti-ven eröffnen. Das fünfte Jahr in Folge übernahm die MIBRAG ihre Jungfacharbeiter nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss in unbefristete Arbeitsverhältnisse. Die Ausbildungsquote beträgt derzeit mit 140 Azubi im Unternehmen sieben Prozent.

Einen großen Schritt vorwärts machte die MIBRAG bei der Umsiedlung der Heuersdorfer. Fast alle noch in Heuersdorf lebenden Einwohner entschieden sich für ein neues Zuhause. Die MIBRAG wird ihre Umsiedlung entsprechend dem Heuersdorf-Vertrag umfassend begleiten und sozial verträglich gestalten. Die Braunkohle ist ein unverzichtbarer Energieträger, der kontinuierlich, umweltverträglich und preisstabil gewonnen werden kann. Dies sollte die Politik bei allen künftigen Entscheidungen berücksichtigen und gegenüber dem EU-Parlament deutlich vertreten. Mit einem Anteil von 25 Prozent am Energiemix trägt die heimische Braunkohle maßgeblich zur wettbewerbsfähigen und kalkulierbaren Energieversorgung in Deutschland bei.

Auch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, Berlin, mit Standorten in Espenhain und Bitterfeld hat ihren Sanierungsauftrag im Jahr 2006 mit rund 750 Mitarbeitern erfolgreich fortgeführt und eine Vielzahl von Projekten punktgenau umgesetzt. Mehr als 300 Mio Euro Sanierungsleistungen (im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier) werden für das Jahr 2006 am Ende zu Buche stehen. Rund 1.500 Arbeitslose fanden damit 2006 durch die LMB und ihre Aufträge direkt eine Beschäftigung im Sanierungsbergbau. 45 Jugendliche haben 2006 ihre Ausbildung bei der LMBV mit einer guten Erfolgsquote abgeschlossen. Die LMBV hat auch 30 neue Auszubildende 2006 aufgenommen, so dass sich derzeit 132 Jugendliche in einer Ausbildung bei der LMBV befinden, darunter in durchaus zukunftsträchtigen Berufen. In diesem Jahr konnten zudem zwei neue Berufsbilder für „Kaufleute für Tourismus und Freizeit“ sowie „Kaufleute für Spedition und Logistik“ in das Programm aufgenommen werden.

Seit Beginn der Sanierungsarbeiten konnten bereits insgesamt in der Lausitz und Mitteldeutschland mehr als 8.000 Mio. Euro vom Bund und den ostdeutschen Braunkohleländern in eine sichere und nachnutzbare Landschaft investiert werden. Rund 40 Prozent der Mittel wurden dabei in Mitteldeutschland verbaut. Im mitteldeutschen Revier sind bisher für den Verantwortungsbereich der LMBV bereits 69 Abschlussbetriebspläne zugelassen worden, davon 25 in Sachsen-Anhalt und 44 in Westsachsen/Thüringen.

Die Arbeiten zur Sanierung der ehemaligen Braunkohletagebauen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt gingen auch im Jahr 2006 planmäßig weiter. Mit den zur Verfügung stehenden Geldern konnten Großprojekte fortgesetzt und die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Wiederanstieg des Grundwassers weitergeführt werden. Bei dem Projekt im Sachsenanhaltinischen Tagebau Mücheln Geiseltal haben wir die Böschungssicherungsarbeiten planmäßig fortgesetzt und wollen diese nächstes Jahr im Wesentlichen zum Abschluss bringen. Die Flutung Geiseltalsee kommt gut voran; inzwischen hat der See eine Wasserfläche von mehr als 10 Quadratkilometer. Im Rahmen der Böschungsgestaltung im Tagebau Zwenkau wurden im Jahr 2006 ca. ½ Mio. Kubikmeter Erdmassen mit mobiler Erdbautechnik bewegt. Die Erdbauar-beiten sind in den folgenden Jahren noch weiterzuführen. Der wasserrechtliche Planfeststellungsantrag zur Herstellung des künftigen Zwenkauer Sees wurde durch die LMBV beim Regierungspräsidium Leipzig eingereicht. Am 15. Juli 2006 erfolgte mit der Übergabe von der LMBV an die Stadt Markkleeberg der Beginn der vorzeitigen Nutzung am 252 Hektar großen Markkleeberger See (ehemaliger Tagebau Espenhain). Im Restloch Störmthal wurde die Gestaltung der Baggerendböschung am Sicherheitspfeiler Nord/Ostfeld abgeschlossen. Damit sind die Voraussetzungen der Weiterführung der Flutung des Restloches gegeben. Am 26. Juli 2006 wurde mit der Inbetriebnahme eines kombinierten Wehr- und Schleusenbauwerkes der Restlochablauf am Cospudener See fertiggestellt. Damit wurde ein weiterer wichtiger Baustein im gewässertouristischen Nutzungskonzept im Südraum von Leipzig errichtet. Auf der Grundlage der vorliegenden Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn nach Wasserhaushaltsgesetz wird gegenwärtig der Brodauer Ableiter als künftige Vorfluter zur Regulierung des Überschusswassers im Tagebau Delitzsch Süd-West errichtet.

Die Sanierungsarbeiten auf dem ehemaligen Veredlungsstandort Espenhain wurden zielgerichtet zur weiteren Vorbereitung des Erschließungsstandortes weitergeführt. Mit dem Abschluss der Arbeiten ist nun die Voraussetzung für eine sich unmittelbar anschließende Vermarktung auch dieser Teilfläche im Rahmen des Gewerbe- und Industrieparks Espenhain gegeben. Die Sicherung des in Verantwortung der LMBV befindlichen Auflandebeckens 1 am Standort in Gaulis wird in diesen Tagen abgeschlossen. Die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Veredlungsstandort Deutzen - Bodensanierung, Unterflurenttrümmerung, Verwahrung untertägiger Strecken - stellten den Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten in den Veredlungsprojekten im Jahr 2006 dar. Der Abschluss der Bodensanierung im Bereich der ehemaligen Schwelerei Deutzen erfolgt im Jahr 2007. Im Betriebsterritorium der ehemaligen Brikettfabrik und des Kraftwerkes Zechau wurden die Restarbeiten 2006 abgeschlossen. Für das Betriebsterritoriums Rositz erfolgte am 21. September 2006 die Abschlussbegehung im Rahmen der Beendigung mit dem Thüringer Landesbergamt. Dort konnte der LMBV der erfolgreiche Abschluss der Sanierungsarbeiten bestätigt werden.

Zum Jahreswechsel verlegt die LMBV ihren Sitz aus Berlin nach Senftenberg. Gleichzeitig werden die Standorte in Espenhain und Bitterfeld aufgegeben und von 192 Mitarbeitern ein gemeinsamer Bürostandort in der Nähe der Neuen Messe in Leipzig bezogen. Die Anschrift des neuformierten LMBV-Sanierungsbereiches Mitteldeutschland lautet: Fritz-Köhn-Straße 2 in 04356 Leipzig. Die Pressestelle erreichen Sie dort ab 2.1.2007 unter (0341) 22 22 – 2158/59.

04. Dezember 2006

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Uwe Steinhuber (LMBV)  0171 698 68 59 
Dr. Angelika Diesener (MIBRAG)  03441 684 515 
Detlef Berger (ROMONTA)  034601 40 158

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