Flutung kommt gut voran - Fortschritte in der Braunkohlesanierung

Berlin/ Cottbus. Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung feierten am 6. Dezember 2005 auf Einladung der Sanierungsbergleute das Fest ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara in Cottbus. Gemeinsam mit dem Verband der Sanierungsgesellschaften begingen die Mitarbeiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) diesen Tag. Bei der Veranstaltung wurde auch Bilanz über das zurückliegende Jahr gezogen. Nach Einschätzung des LMBV-Chefs Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu stellt das Jahr 2005 einen zeitlichen Meilenstein in der Schaffung von neuen Landschaften im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier dar. Es handelt sich bereits um das fünfzehnte Jahr der zielgerichteten und effizienten Braunkohlesanierung im Osten Deutschlands.

Künftig steht die Herstellung der Bergbaufolgeseen im Mittelpunkt der noch zu erledigenden Sanierungsarbeiten, nach dem die Sicherung der Tagebauböschungen vielerorts abgeschlossen werden konnte. Mit dem Flutungsverlauf im Jahr 2005 zeigte sich die LMBV zufrieden. Per Ende November konnten allein in der Lausitz rund 176 Millionen m³ Wasser zur Flutung unserer Seen herangezogen werden. Das sind fast 50 Millionen m³ mehr als die Flutungsmengen der beiden Jahre 2003 und 2004 zusammen. Dieses positive Ergebnis ist nicht nur dem durchschnittlichen Niederschlagsaufkommen zu verdanken. Durch die Fertigstellung und Inbetriebnahme weiterer Flutungsanlagen konnte auch die Wasserabnahmekapazität inzwischen deutlich erhöht werden. Zweitens konnten durch die Optimierungsmaßnahmen der von der LMBV aufgebauten Flutungszentrale Lausitz die Wasserausbeute aus den Flüssen signifikant verbessert werden. Über das Flutungsgeschehen wurde in diesem Jahre in Hoyerswerda bereits zum dritten Mal in Folge in einer Fachtagung mit rund 150 Teilnehmern informiert, wobei die Gewässergüteentwicklung im Mittelpunkt stand.

Die Braunkohlesanierungsarbeiten in der Lausitz haben sich auch 2005 kontinuierlich entwickelt. Im Tagebau Berzdorf in der Oberlausitz wurden die umfangreichen Massenbewegungen zur standsicheren Gestaltung der Böschungen mit insgesamt über 100 Millionen m³ bereits zu Jahresbeginn zum Abschluss gebracht. Dank der Wasserentnahme aus dem deutsch-polnischen Grenzgewässer Neiße konnten in diesem Jahr bis heute bereits 45 Millionen m³ Wasser in den See eingeleitet werden. Der Berzdorfer See weist daher schon eine Wasserfläche von 470 Hektar aus und entwickelt sich zu einem Besuchermagnet.

Der Bärwalder See wird den Endwasserstand im Jahr 2007 erreicht haben. Den Planfeststellungsbeschluss zum See hat Dr. Hasenpflug, Regierungspräsident Dresden, kürzlich an die LMBV übergeben. Trotz des starken Versauerungspotenzials durch die Kippen ist die LMBV zuversichtlich, dass die Gewässergüte im See sich mit fortschreitender Flutung weiter positiv entwickeln wird.

Den Rückbau und die Verwertung der Teer-Öl-Feststoffe und der Kohletrübe aus den Deponien Terpe/Zerre wurde im auslaufenden Jahr mit überplanmäßigen Leistungen zügig vorangebracht. Die Deponie Terpe ist inzwischen beräumt. So gelang es dem Sanierungsträger, die ausgeschriebene Vertragsmenge inklusive einer zehnprozentigen Zusatzmenge bereits im September diesen Jahres zurückzubauen. In der Deponie Zerre jedoch mussten die Beteiligten feststellen, dass entgegen den Angaben in den alten Betriebsplänen wesentlich mehr Mengen an Abprodukten eingelagert waren. Diese Mehrmengen werden nun auf einem weiterhin hohen Leistungsniveau bis März 2006 abgebaut. Mit aufwendigen Maßnahmen sorgten die Sanierungsunternehmen dafür, das die Geruchsbelastung auf das Mindestmögliche beschränkt wird.

Am 10. Oktober diesen Jahres hat die LMBV zusammen mit dem sächsischen Staatsminister Jurk und Vertretern vom Bundesfinanzministerium die Flutungsanlage Neißewasserüberleitung in Betrieb genommen. Diese ist eine der größten Flutungsanlagen der LMBV mit einem Kostenvolumen von 30 Millionen Euro. Sie ermöglicht, aus dem deutsch-polnischen Grenzgewässer Neiße zusätzliches Überschusswasser zu entnehmen und damit über eine Entfernung von rund 70 Kilometer die Flutung im Lausitzer Seenland zu unterstützen. Damit ist die Überleitung eine unverzichtbare Quelle zur Verbesserung der Wasserqualität der Seen in der niederschlagsarmen Lausitz.

Im Tagebau Meuro wurden mit insgesamt 4 Millionen m³ Massenbewegung sowie mit fast einer Million m³ Massenverdichtung die Böschungssanierungsarbeiten weiter vorangebracht. Noch in diesem Monat wird die Hauptwasserhaltung außer Betrieb genommen, wodurch die Flutung des Ilsesees zunächst mit Grundwasserzulauf begonnen wird. Die aktive Flutung des Ilsesees wird die LMBV nach Fertigstellung der Rohrleitungsbauwerke von der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza gegen Ende des nächsten Jahres starten.

Im Rahmen der §2- und §3-Maßnahmen hat das Bundesunternehmen dieses Jahr für die Ortsumgehungsstraße Senftenberg B169 insgesamt eine halbe Million m³ Massen verdichtet und auf einer Länge von 1.000 Metern und einer Breite von 35 Metern Stopfsäulen in einer Gesamtlänge von 150 km eingebracht. Der Bau von schiffbaren Verbindungen im Lausitzer Seenland konnte auch in diesem Jahr gut vorangebracht werden. Anfang des nächsten Jahres ist die Fertigstellung von zwei weiteren Kanälen geplant. Der Abschluss der Bauarbeiten für die weiteren zwei Verbindungen ist für das Jahr 2006 geplant.

Die Bergbaufolgelandschaften wurden in diesem Jahr mit steigender Intensität für öffentliche Veranstaltungen aber auch für Zwischennutzungen herangezogen. Die Erlebnistage Berzdorf, Besuchertage im Lausitzer Seenland, Bärwalder Seefest, Übernahme Dreiweiberner See zur öffentlichen Nutzung, die zweite Wassersportsaison Geierswalder See und Partwitzer See haben rund 50.000 Besucher gehabt. Erwähnt werden sollen hier auch die zahlreichen und attraktiven Projekte der IBA Fürst-Pückler-Land, unter anderem die Einweihung der Seebrücke im Beisein von Minister Szymanski.

Auch die Verwertungsaktivitäten der LMBV sind gut vorangekommen. Noch einmal rund 6.000 Hektar Flächen wurden in diesem Jahr an Nachnutzer verkauft.

Die Braunkohlesanierung hat noch immer eine für die Regionen wichtige Beschäftigungswirkung. Diese belief sich in 2005 auf insgesamt über 5.500 Arbeitsplätze. Seit über zehn Jahren erhielten über 1.500 junge Menschen durch die LMBV eine Erstausbildung. In diesem Jahr haben 170 Jugendliche in elf Berufsrichtungen ihre Ausbildung fortgesetzt.

Mit dem zügigen Fortschritt der Sanierungsarbeiten eng verbunden ist der stetig abnehmende Umfang der künftigen Arbeiten. Damit die LMBV ihre Arbeiten auch in Zukunft in gewohnt hoher Qualität und Effizienz fortführen kann, wird das Unternehmen zum 1. Januar 2007 von derzeit fünf an zwei Standorten konzentriert.

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