Bärwalder See kann wie geplant ausgebaut werden

Regierungspräsidium Dresden
Pressemitteilung 55/2005

Regierungspräsidium Dresden schließt Planfeststellung für Flutung des Tagebaurestlochs und die Einbindung in das natürliche Gewässersystem ab

Mit Beschluss vom 17.11.2005 stellte das Regierungspräsidium Dresden im Ergebnis des wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens den Plan der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) für das Gewässerausbauvorhaben „Speicherbecken Bärwalde“ fest. Der Planfeststellungsbeschluss, ein 188-seitiges Dokument wird mit den zugehörigen Anlagen in 15 Aktenordnern am heutigen Tag durch den Regierungspräsidenten Dr.Henry Hasenpflug in der ostsächsischen Filiale der LMBV in Hoyerswerda an den Vorhabensträger übergeben. Auf Seiten der LMBV wird der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Mahmut Kuyumcu, die Unterlagen übernehmen.

Das Vorhaben umfasst neben der Herstellung des Speicherbeckens mit einer Wasserfläche von fast 1300 Hektar und einer Staulamelle von zwei Metern (+ 122,85 m HN bis + 124,85 m HN) auch die Herstellung des Ableiters vom Speicherbecken Bärwalde zum Schwarzen Schöps. Der aktuelle Wasserstand (7.11.2005) beträgt + 121,12 m HN.

Mit der Herstellung des Speicherbeckens Bärwalde einschließlich der Errichtung zugehöriger Anlagen und der Durchführung erforderlicher Maßnahmen sollen im Rahmen der bergbaulichen Sanierung möglichst naturnahe Verhältnisse geschaffen werden. Der Planfeststellungsbeschluss legt auch fest, dass für den Bärwalder See eine stabile und den angestrebten Nutzungen angemessene Wasserqualität anzustreben ist.

Die mit dem Gewässerausbau verbundene Anbindung des Bärwalder Sees an das natürliche Fließgewässersystem durch Zuleitung aus der Spree und Ableitung in den Schwarzen Schöps dient der Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie der Entwässerung der Gemeinde Klitten als Gebiet mit hohem Grundwasserstand. Letztgenanntem Ziel ist auch die Einleitung des Schulenburgkanals und des Jahmener Fließes in den Bärwalder See zuzuordnen.

Das Speicherbecken Bärwalde wird nach Erreichen seiner Betriebsbereitschaft mit der Niedrigwasseraufhöhung der Spree zur Erhaltung der Naturlandschaft Spreewald sowie zur Sicherung der Deckung des Oberflächenwasserbedarfs in Brandenburg und Berlin beitragen.

Der Planfeststellungsbeschluss ist zudem auch Planungsgrundlage für die beabsichtigten touristischen und wirtschaftlichen Nachnutzungen des ehemaligen Tagebaurestlochs, deren Realisierung nunmehr in greifbare Nähe rückt. Der Braunkohlenplan als entscheidende Grundlage für die Sanierung der ehemaligen Tagebaue sieht für den Bärwalder See vorrangig eine Funktion als Wasserspeicher und daneben eine Nutzung als Bade- und Fischgewässer vor.

Mit Zulassung des Gewässerausbaus “Speicherbecken Bärwalde” wurde nach den bereits planfestgestellten Vorhaben „Berzdorfer See“, „Spreetal/Neißewasserüberleitung“, „Restlochkette Sedlitz, Skado, Koschen“ und „Vorflutanbindung Lugteich/Kortitzmühle“ ein weiterer Schritt zur Sanierung des Wasserhaushalts in der ostsächsischen Lausitz getan.

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